Seit Oktober 2006 untersucht das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport VBS die Entwicklung der Themen im Zusammenhang mit dem Departement sowie die Beurteilung seiner Bereiche aus Sicht der Mitarbeitenden, der Stimmberechtigten und der Medien. Die Untersuchung dient dem Controlling und hat zum Zweck, die Kommunikation des Departements und seiner Bereiche zu verbessern, vor allem durch eine gezieltere und effizientere Informationstätigkeit.
Aufgrund der bisherigen Erkenntnisse haben das Departement und seine Bereiche verschiedene Massnahmen beschlossen. So werden sich die Bereiche auf die Information über ihre konkreten Leistungen konzentrieren. Insbesondere verzichtet das VBS ab 2010 auf Gesamtauftritte an Publikumsmessen zugunsten von gezielten Schwerpunktveranstaltungen der Bereiche. Die Armee beispielsweise sucht vermehrt den direkten, persönlichen Dialog, mit Mitarbeitenden, mit Milizangehörigen und mit Meinungsführenden.
In der Untersuchung wird die Summe der Urteile aus der Innen- und der Aussensicht, die sogenannte Reputation, anhand von Fragen erhoben, die sich auf die Auftragserfüllung der Bereiche beziehen. Die Urteile drücken damit das Vertrauen der Anspruchsgruppen in die Auftragserfüllung des VBS aus. Das Mass dieses Vertrauens ist für die Auftragserfüllung selbst von hoher Bedeutung. Im Jahr 2007 verlief die Reputation des VBS weitgehend konstant, jedoch mit klaren Unterschieden zwischen den Bereichen.
Die EURO 08 ist für die Stimmberechtigten 2007 zum wichtigsten Thema im Zusammenhang mit dem VBS aufgestiegen und löste das bisherige Top-Thema, die Umsetzung der Armeereform, ab. Nach den Aufgaben des Bundes an der EURO 08 gefragt, nannten die Stimmberechtigten an erster Stelle die Gewährleistung der Sicherheit. Die Umsetzung der Armeereform, konkret der Entwicklungsschritt 2008/11, blieb aber bei Meinungsführenden sowie bei den Mitarbeitenden des VBS das vorrangige Thema. Weit oben rangierten bei allen Anspruchsgruppen des VBS die Themen des Katastrophenschutzes und die Einsätze der Armee, sowohl im Inland als auch im Ausland.
In den Medien nahm 2007 das Thema Taschenmunition und Armeewaffe den ersten Platz ein. Das Tötungsdelikt von Höngg führte erstmals zu einer breiten Beachtung des Themas in der Bevölkerung. Im Juli 2007 hatte der Tod von sechs Rekruten an der Jungfrau ebenfalls eine umfassende Medienberichterstattung erfahren. Die im Verlauf der zweiten Jahreshälfte zunehmend kritischen Urteile der Bevölkerung über das VBS und besonders über die Armee sind mit hoher Wahrscheinlichkeit in erster Linie auf diese Tragödien zurückzuführen. Die Stabilisierung der Beurteilung der Armee nach Annahme des Entwicklungsschritts 2008/11 durch das Parlament geriet dadurch in den Hintergrund.
In hohem Masse anerkennen die Stimmberechtigten die zunehmende Bedeutung des Bevölkerungsschutzes. Die einzelnen Aufgaben des Bevölkerungsschutzes als Verbundsystem und die Leistungen des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz sind dagegen wenig bekannt. Einer ähnlichen "Wahrnehmungs-Schere" zwischen der Anerkennung des Bedarfs oder einzelner Leistungen und dem Wissen um die konkreten Aufgaben untersteht auch das Bundesamt für Sport: Die Ausbildung zum Jugend+Sport-Leiter erzielt den höchsten Wert der Untersuchung; die übrigen Leistungen werden aber, sofern bekannt, nur in geringem Mass dem Bundesamt für Sport zugeschrieben.
Am stärksten vom tiefen Informationsstand betroffen ist die armasuisse, die frühere Gruppe Rüstung, deren Aufgaben für Beschaffung und Technologie in der Regel der Armee zugeordnet werden. Aber auch im Fall der Armee werden die Aufgaben der Raumsicherung, Existenzsicherung und Friedensförderung deutlich weniger häufig genannt als die klassische Abwehr eines militärischen Angriffs. Die Untersuchung zeigt sodann, dass Befragte, die besser informiert sind, meist auch ein positiveres Urteil über den betreffenden Bereich abgeben.
Generell beurteilen die Mitarbeitenden des VBS ihr Departement positiver als die Stimmberechtigten. Am kritischsten sind die Meinungsführenden. Das leicht bessere Urteil aus der Innensicht zeigt einerseits die Verbundenheit der Mitarbeitenden mit dem Departement. Andererseits drückt der geringe Abstand vom externen Urteil eine realitätsbewusste Einschätzung aus. Insbesondere belastet der Abbaudruck das Verhältnis zum Arbeitgeber.
Mit der Durchführung der Integrierten Kommunikationsanalyse VBS hat das Departement nach öffentlicher Ausschreibung das Forschungsinstitut gfs.bern beauftragt. Das Projekt hat im Oktober 2006 mit einer Pilotphase begonnen und dauert bis Ende 2009. Die Gesamtkosten über vier Jahre betragen Fr. 1'370'000, d.h. Fr. 342'500 pro Jahr. Das Projekt umfasst eine monatliche telefonische Befragung von 210 Personen und eine parallele Medienanalyse.
