Die positive Entwicklung der Sicherheitslage im Kosovo führt zu Veränderungen in den Strukturen der KFOR (Kosovo Force) und damit auch bei der SWISSCOY. Stand zu Anfang der Mission vor zehn Jahren noch Nothilfe und der Wiederaufbau nach dem Krieg im Mittelpunkt, geht es heute um die Überwachung der Entwicklung des Landes.
Um den veränderten Anforderungen gerecht zu werden, bildet das Kompetenzzentrum SWISSINT neu zwei LMT (Liaison and Monitoring Team) für den Einsatz aus. Eines dieser beiden Verbindungs- und Überwachungsteams kommt ab April 2010 in Malishevo zum Einsatz, das andere operiert aus dem Camp Novo Selo im Raum südlich von Mitrovica. Die Aufgabe der beiden Teams ist es, durch Gespräche mit der Bevölkerung und den Behörden den Puls der heimischen Gesellschaft zu spüren. Der Fokus der täglichen Arbeit liegt auf zivilen Fähigkeiten, welche für die aktuelle Lagebeurteilung eingesetzt werden. Beide Teams sind integraler Bestandteil des vom Parlament auf maximal 220 Armeeangehörige festgelegten SWISSCOY-Kontingents. Die Schweizer Armee hat mit dem Einsatz von vergleichbaren Teams mit ähnlichem Aufgabenspektrum seit 2005 in Bosnien-Herzegowina im Rahmen der EUFOR bereits positive Erfahrungen sammeln können.
Der Betrieb des Teams im Camp Novo Selo wird durch neun Angehörige des Armee-Aufklärungsdetachements 10 (AAD 10) sichergestellt. Das AAD 10 nimmt bei diesem Einsatz die klassische Funktion als „Force Provider" wahr, indem der SWISSCOY rasch verfügbares und qualifiziertes Personal zur Verfügung gestellt wird. Seit Montag, 25. Januar 2010, durchlaufen diese Soldaten zusammen mit den Angehörigen der SWISSCOY 22 die Einsatzvorbereitung bei SWISSINT in Stans im Kanton Nidwalden. Die Einsatzunterstützung des AAD 10 zugunsten der SWISSCOY wurde auf ein Jahr festgelegt. Im Weiteren wird ab April neu auch ein sogenanntes EOD-Team (Explosive Ordnance Disposal) seine Arbeit zugunsten der Kampfmittelbeseitigung im Kosovo aufnehmen.
Oberstleutnant im Generalstab Marco Bezzola ist neuer Kontingentskommandant
Das 22. SWISSCOY-Kontingent steht unter der Führung von NCC (National Contingent Commander) Oberstleutnant im Generalstab Marco Bezzola. Zuletzt war er als Berufsoffizier Stellvertretender Chef Planung im Führungsstab der Armee. Im Rahmen seiner militärischen Offizierslaufbahn besuchte er die Militärakademie in Wädenswil und studierte am Institut Royal Supérieur de Défense der belgischen Streitkräfte in Brüssel.
Neuer Kommandant der Supportkompanie wird Hauptmann Bruno Koller. Der Milizoffizier absolvierte sein Masterstudium an der ETH Zürich und arbeitete danach als Geschäftsführer in der IT-Branche. Vor seinem Engagement für die SWISSCOY war Hptm Koller Kommandant der Telematik Kompanie 11/3.
Die Infanteriekompanie wird von Hptm Roland Keller geführt werden. Er war vor dem Ausbildungsstart als Zeitmilitär in der Instandhaltungsschule 50 tätig. Als Milizoffizier führt er die Flugplatzsicherungs Kompanie 14.
Unter den rund 200 künftigen SWISSCOY-Soldaten, welche den Ausbildungskurs in Stans absolvieren, befinden sich 15 Romands und 12 Tessiner. Im 22. SWISSCOY-Kontingent werden zudem auch 17 Frauen Friedensförderungsdienst im Kosovo leisten.
