
Aktuelle Trends in der verteidigungspolitischen Meinungsbildung der Schweizer Bevölkerung
Die wichtigsten Erkenntnisse für die Armee aus der Studie "Sicherheit 2011" der Militärakademie an der ETH Zürich und des Center for Security Studies der ETH Zürich.
Notwendigkeit und Bedeutsamkeit der Armee
Wehrstruktur : Milizarmee versus Berufsarmee
Die 18–29-Jährigen, das heisst die Kohorte der Wehrpflichtigen, befürworten im langjährigen Trend die Berufsarmee stärker als der Rest der Bevölkerung (57%, ±0%).
Milizkader
Die Wahrnehmung, dass eine Milizkarriere mit beruflichen Nachteilen verknüpft sei, ist hingegen seit 1998 im Mittel konstant geblieben. Im Jahr 2011 vertreten 38% (–3%) diese Ansicht.
Im Vergleich zum Vorjahr hat die Ablehnung einer Zwangsverpflichtung zum Weitermachen signifikant abgenommen. Während 2010 nur jeder Fünfte die Zwangsverpflichtung befürwortete, wird diese im Januar 2011 von jedem Vierten gutgeheissen (25%, +5%).
Einstellung zu den Verteidigungsausgaben
Datenbasis
Die Studienreihe «Sicherheit» der Militärakademie an der ETH Zürich in Zusammenarbeit mit dem Center for Security Studies der ETH Zürich beruht auf einem Kern von Fragestellungen und Daten, die bis 1991 und zum Teil noch weiter zurückreichen. Damit wird dem Studienkonzept, Tendenzen und längerfristige Trends in der aussen-, sicherheits- und verteidigungspolitischen Meinungsbildung der Schweizer Bevölkerung mittels Repräsentativerhebungen sichtbar zu machen, Rechnung getragen. Die Datenerhebung fand 2011 vom 17. Januar bis 4. Februar telefonisch bei 1209 StimmbürgerInnen in allen Sprachregionen der Schweiz statt.
Die ±-Prozentzahlen in Klammern geben die Differenz zur Januarerhebung 2010 an. In der Befragung Sicherheit 2011 liegt der mögliche Stichprobenfehler bei einem Sicherheitsgrad von 95% im ungünstigsten Fall bei ±3%. Das heisst, ein von uns gemessener Wert von 50% für x gehört mit einer 95%igen Wahrscheinlichkeit zur Grundgesamtheit, d.h. der Schweizer Stimmbevölkerung, bei der die Häufigkeit von x zwischen 47% und 53% liegt. Wo nicht anders erwähnt, entsprechen die in Klammern ausgewiesenen prozentualen Häufigkeitsveränderungen zum Vorjahr nicht einem über dem Mittel signifikanten Meinungswandel. Hat sich die Einstellung gegenüber dem Vorjahr statistisch gesehen signifikant verändert,
dann wird dies im Text explizit erwähnt.
Am 13. Februar 2011 stimmten die StimmbürgerInnen über die Volksinitiative «Für den Schutz vor Waffengewalt» ab. Diese verlangte die Deponierung der Armeewaffen im Zeughaus und ein gesamtschweizerisches Waffenregister. Die Volksinitiative wurde bei einer Stimmbeteiligung von 48,8% mit 56,3% Nein- zu 43,7% Ja-Stimmen abgelehnt. Da die Meinungsbildung unter anderem durch aktuelle Ereignisse beeinflusst werden kann, könnte die Diskussion um die Ordonnanzwaffe, bzw. über die Initiative einen Einfluss auf die Resultate der Erhebung «Sicherheit 2011» ausgeübt haben. Inwiefern dies zutreffend ist und falls ja in welchem Masse der Abstimmungskampf die öffentliche Meinung zu Fragen der Sicherheitspolitik beeinflusste, lässt sich aus unseren Daten aber nicht ableiten.





