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swisstopo erstellt 3D-Modell des ehemaligen Munitionslagers Mitholz

Das Bundesamt für Landestopografie swisstopo erstellt ein dreidimensionales Modell des Areals um das ehemalige Munitionslager Mitholz. Das Modell ist wichtig für die genaue Lokalisierung der Munitionsrückstände und soll einen Beitrag zur Risikominimierung leisten.

12.12.2019 | Raum und Umwelt VBS, Désirée Föry

Screenshot swisstopo


Die Drohne schwirrt über den Köpfen. Die Bedingungen für den Flug sind ideal: blauer Himmel, klare Sicht. Der Spezialist vom Bundesamt für Landestopografie swisstopo navigiert die Drohne an diesem Herbsttag geschickt über dem Gelände.

Das kleine Flugobjekt leistet einen grossen Beitrag: Es liefert Bildmaterial für die Erstellung eines dreidimensionalen Modells des Areals um das ehemalige Munitionslager Mitholz zwischen der Hauptstrasse, dem Rotbach, dem Stägebach und der Flue, mit welcher swisstopo betraut wurde.

Das Ergebnis erlaubt Visualisierungen von verschiedenen topografischen Oberflächen mit geologischen und anthropogenen Merkmalen. Zudem können aus dem Oberflächenmodell dreidimensionale Übersichten und Animationen des Areals erstellt werden.

Das 3D-Modell ist ein weiteres wichtiges Puzzleteil, welches Aufschlüsse über das ehemalige Munitionslager gibt und einen Beitrag zur Risikominimierung leisten soll. Das Ziel ist es, eine räumliche Planungsgrundlage zu schaffen, welche die Evaluation von potenziellen Massnahmen unterstützt.

Harmonisierung der Daten als Herausforderung

Neben der Aufnahme von Drohnenbildern digitalisieren die Spezialisten von swisstopo dazu historische Pläne und Profile sowie historische Luftaufnahmen, um die Informationen daraus in das 3D-Modelll zu übertragen. swisstopo kombiniert das Oberflächenmodell ausserdem mit den Modellierungen, die bereits vom Inneren der Kaverne erstellt wurden.

Die vielen Daten aus diesen unterschiedlichen Quellen zusammenzufassen, ist eine der zentralen Herausforderungen. Zudem weisen Pläne auf Papier und historische Bilder nicht die gleiche Genauigkeit auf, wie die digitalen Daten, die beispielsweise die Drohne generierte, was die Modellierungen zusätzlich verkompliziert.

Die Arbeiten lohnen sich jedoch: Das Modell liefert eine wichtige Grundlage zur Lösung von geologischen, hydrologischen und technischen Fragen. Insbesondere für die räumliche Verortung der Munitionsrückstände ist dieses umfassende 3D-Modell von grosser Wichtigkeit.

Wo liegt die Munition?

Gemäss der Einschätzung der Experten des Eidgenössischen Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) sind die Munitionsrückstände in den einzelnen Schichten des Schuttkegels vor dem ehemaligen Munitionslager nicht gleichmässig verteilt, sondern kommen in gewissen Lagen gehäuft vor. Grund dafür soll die historische Abfolge in der Auf- bzw. Überschüttung sein.

Die Rekonstruktion der Ereignisse lässt Folgendes vermuten: Die Explosionen in den Lagerkammern 1947 katapultierten die Munition in den Bahnstollen, welcher anschliessend einstürzte und die Munitionsrückstände unter sich begrub. Dieser Gesteinsschutt kam nach der Explosion auf dem Ausbruchmaterial der Kavernenanlage oder direkt auf den obersten Ablagerungen der Talfüllung zum Liegen. Am Wandfuss lagert über dem Explosionsschutt zudem Felsausbruchmaterial. Dieses wurde im Zuge von Bauarbeiten für einen Abluftstollen über einen Fensterstollen in der Flue auf den Explosionsschutt geschüttet.