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«Es macht mehr Spass gemeinsam zu trainieren»

Am Montag begannen mit einem Monat Verspätung zwei Spitzensport-Rekrutenschulen am Bundesamt für Sport in Magglingen, nachdem die Athletinnen und Athleten vorher zuhause trainieren und zum Teil auch militärische Homeschooling-Aufgaben erledigen mussten. Der Walliser NHL-Eishockeyspieler Nico Hischier (New Jersey Devils) und der Bündner Ski-Freestyler Andri Ragettli haben uns ein paar Fragen beantwortet.

14.05.2020 | KOMM BASPO

Photo: BASPO

 

Wie war das für euch, als ihr am 14. April in die Spitzensport-RS «einrücken» musstet, zuhause. Hat sich da in eurem Alltag viel verändert? 

Nico Hischier: Ja, es war sicherlich etwas speziell wegen der ganzen Situation zuhause ins Militär zu starten. Der Alltag an sich hat sich wenig verändert. Die einzige Veränderung war, dass ich täglich militärische Lektionen online durchführte.

Andri Ragettli: Ich hatte mit Magglingen gerechnet. Und dann hiess es wegen der Corona-Krise zuhause bleiben. Das war im ersten Moment schon ungewohnt.

 

Wie habt ihr zuhause trainiert, nach welchen Trainingsplänen? Was war alles möglich?

Hischier: Ich habe zuhause mit meinem Bruder Luca zusammen trainiert. Von meinem Konditrainer hatte ich ein Trainingsprogramm. Natürlich waren wir ein bisschen eingeschränkt mit den Trainingsmöglichkeiten, aber mein Bruder und ich hatten alle wichtigen Geräte, die wir benötigten um zuhause zu trainieren.

Ragettli: Wir hatten vom Swiss-Ski-Freestyle-Team täglich um 9 Uhr gemeinsame Video-Trainings. Und dasselbe noch am Nachmittag. Sonst habe ich allein trainiert zuhause. Und als es mir langweilig wurde, habe ich halt einmal einen Trainings-Parcours im «Homeoffice» in der Wohnung gemacht. (Anmerkung der Red. Hier das Video)

 

Neben dem Training gab es auch «Hausaufgaben» im Rahmen der Spitzensport-RS. Was musstet ihr in diesem Homeschooling alles machen?

Hischier: Wir mussten zahlreiche Lektion für die militärische Ausbildung online durchführen und lernen. Zum Beispiel mussten wir die militärischen Grade lernen.

Ragettli: Da ich die ersten fünf Wochen der Rekrutenschule im letzten Sommer normal – damals in Wangen an der Aare – gemacht habe, hatten wir jetzt keine speziellen Aufgaben ausser den Trainings, die wir absolvieren mussten.

 

Am Montag seid ihr nun in Magglingen in die Spitzensport-RS eingerückt. Was war das für ein Gefühl?

Hischier: Es ist schon etwas speziell, wenn man unter diesen Umständen mit all den Sicherheitsmassnahmen einrücken muss. Aber das Schöne ist, dass ich hier in der RS wieder frühere Schweizer Hockey-Kollegen treffe.

Ragettli: Ich freute mich, dass ich einrücken darf und nicht mehr allein zuhause trainieren zu müssen. Ich freue mich auf die verschiedenen Leute, die ich hier treffe. Und es macht mehr Spass gemeinsam mit anderen zu trainieren.

 


  • 25 Athleten und 8 Athletinnen der Spi Spo RS 1/19 Teil 2, die im letzten Sommer fünf Wochen absolviert hatten, bestritten seit dem 14. April den Beginn des 2. Teils ihrer RS zuhause und die restlichen 9 Wochen nun in Magglingen.

  • 23 Sportler und 8 Sportlerinnen der Spi Spo RS 1/20 setzen ihre 18 Wochen RS in Magglingen fort, nachdem sie ebenfalls seit Mitte April zuerst 4 Wochen zuhause ihren Dienst geleistet haben.

  • Alle in Magglingen einrückenden Spitzensport-Rekrutinnen und –Rekruten sowie die Spitzensport-WK-Soldaten und deren Trainerinnen und Trainer erhielten 5 Tage vor dem Einrücken einen medizinischen Fragebogen zum gesundheitlichen Zustand. Dieser musste 3 Tage vor der Anreise zurückgeschickt werden und wurde von den Ärzten des Medical Centers geprüft. Danach erfolgte vor der Anreise nach Magglingen ein telefonischer Medical Check. Und am Einrückungstag selber wurde am Einrück-Check-Point jede Athletin und jeder Athlet durch den diensttuenden Arzt noch einmal befragt.