print preview Zurück zur Startseite

Parlament bereinigt Auflagen für A-fonds-perdu-Beiträge für Klubs

Professionelle und semiprofessionelle Sportklubs können unter strengen Auflagen von A-fonds-perdu-Beiträgen profitieren. Das Parlament hat die entsprechende Änderung des Covid-19-Gesetzes bereinigt.

17.12.2020 | Kommunikation VBS

Sportanlage


Die zweite Covid-19-Welle trifft den Sport erneut hart. Konnten die professionellen und semiprofessionellen Klubs aus dem Mannschaftssport vor wenigen Wochen mit einer Sitzplatz-Auslastung von zwei Dritteln rechnen und sich so finanziell über Wasser halten, sind seit dem 28. Oktober Veranstaltungen auf 50 Personen beschränkt. Damit bricht den Vereinen mit den Ticketeinnahmen eine ihrer wichtigsten Finanz-Stützen weg. Wenn diese Situation andauert, sind nicht nur etliche Klubs existenziell gefährdet, sondern auch die davon abhängigen Strukturen in der Nachwuchsförderung und in der Promotion des Frauensports.

Das Parlament hat deshalb dem Antrag des Bundesrates zugestimmt, einen Teil der bereits gesprochenen Darlehen in A-fonds-perdu-Beiträge umzuwandeln. Konkret können professionelle und semiprofessionelle Klubs von den für das Jahr 2021 für Darlehen eingestellten Mitteln in der Hohe von 175 Millionen Franken maximal 115 Millionen als A-fonds-perdu-Beiträge beziehen.

Strenge Auflagen

Im Gegenzug müssen die Antragsstellenden strenge Auflagen erfüllen. Konkret müssen die Klubs,

  • das durchschnittliche Einkommen (inklusive Prämien, Boni und weiteren geldwerten Vergünstigungen) aus den Einkommen, die jährlich über 148’200 Franken (maximal UVG-pflichtiger Lohn) liegen, auf diesen Höchstbetrag oder mindestens um 20 Prozent senken. Für die Berechnung sind die Einkommen der Angestellten in der Saison 2018/19 massgeblich. Der Bundesrat kann auf Gesuch hin auch die Einkommen der Angestellten mit Stichtag am 13. März 2020 berücksichtigen. Lohnsenkungen, die im Zusammenhang mit den Massnahmen des Bundes aufgrund der Covid-19-Epidemie bereits vorgenommen wurden, werden angerechnet. Der Bundesrat kann Ausnahmen für Klubs vorsehen, deren Gesamtlohnsumme erheblich tiefer ist als der Ligadurchschnitt.
  • sich verpflichten, ihr Engagement in der Nachwuchs- und Frauenförderung während mindestens 5 Jahren im gleichen Umfang weiterzuführen, wie im Durchschnitt der Saison 2018/2019.
  • gegenüber dem Bund vollständige Transparenz über die Verwendung der Gelder schaffen.
  • während mindestens 5 Jahren auf die Ausschüttung von Dividenden verzichten.

Zwei Drittel der Ticketeinnahmen

Mit den als A-fonds-perdu-Beiträgen soll den Klubs, basierend auf den Zahlen aus der Saison 18/19, bis zu zwei Drittel der entgangenen Einnahmen aus dem Ticketverkauf entschädigt werden. Dabei erfolgt die Berechnung pro Klub und nicht auf der Basis eines durchschnittlichen Ticketpreises über die ganze Liga. So ist sichergestellt, dass die Klubs so unterstützt werden, wie es ihrem spezifischen Fall entspricht. Berücksichtigt werden die Spiele ab 29. Oktober bis zur Aufhebung der Zuschauerbeschränkung durch den Bund.

60 Millionen zinslose Darlehen

Die restlichen 60 der für den Mannschaftssport vorgesehenen 175 Millionen Franken bleiben als zinslose Darlehen verfügbar. Diese Darlehen dürfen nur noch bezogen werden, wenn dem Klub auch nach Ausrichtung des A-fonds-perdu-Beitrags ein Liquiditätsengpass droht.
Zu den professionellen Klubs gehören die Teams der beiden höchsten Ligen im Eishockey und Fussball (ausgenommen FC Vaduz); zu den semiprofessionellen die Männer- und Frauenteams der höchsten Ligen im Handball, Unihockey, Volleyball und Basketball sowie die Frauenteams der höchsten Eishockey- und Fussballliga.

Parlament

Titel Typ
Covid-19-Gesetz. Änderung Geschäft des Bundesrates