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Modifikationen an Kampfflugzeug mittels Roboter – eine Schweizer Premiere

Mit der ersten präventiven Modifikation am Flugzeug J-5003 wurde ein wichtiger Meilenstein im zweiten Struktursanierungsprogramm für die F/A-18-Flotte erreicht. An diesem ersten Prototyp, der mit einem Jahr Vorsprung auf die ursprüngliche Planung umgesetzt wurde, wurden zwei kritische Stellen an der Zelle durch lokale Fräsarbeiten mithilfe eines Roboters verbessert.

03.10.2017 | armasuisse, Michel Godinat

Der Roboter im Einsatz am Flugzeug J-5003

Es ist eine Schweizer Premiere. 58 weitere Teilprojekte befinden sich derzeit in der Entwicklungsphase im Rahmen des zweiten Struktursanierungsprogramms (SRP2) für die F/A-18. Die Modifikation besteht darin, an einem Rahmen die für Mikrorisse anfällige oberste Schicht mit der Fräse zu entfernen und die Geometrie lokal zu optimieren. Ziel ist es, die Rissentwicklung an dieser Stelle zu verhindern und dadurch Inspektionen und komplizierte Reparaturen zu vermeiden.

Der Einsatz eines Roboters hat gegenüber der manuellen Arbeit den entscheidenden Vorteil, dass sehr präzises Fräsen und eine konstante Ausführung möglich sind. Im Laufe der Arbeit am Prototyp wurde interessanterweise an einer der vier bearbeiteten Stellen tatsächlich ein Riss entdeckt. Dies war allerdings erwartet worden und der Schaden konnte durch tieferes Fräsen behoben werden. Der Roboter wurde im Vorfeld bereits entsprechend programmiert; dadurch kam es zu keinen Verzögerungen. Der gefundene Riss zeigt aber die Notwendigkeit und die Dringlichkeit der präventiven Modifikationen. Werden die nötigen Arbeiten zu spät vorgenommen, könnte die Entstehung von Rissen nicht mehr verhindert werden.

Internationale Zusammenarbeit

Der Technologiekonzern RUAG ist für die Entwicklung der Modifikationen sowie die Inspektionen zuständig. Das kanadische Unternehmen L3-MAS hat sich rasch als Zulieferer von RUAG für die Modifikationen mittels Roboter durchgesetzt, dies dank seiner grossen Erfahrung auf diesem Gebiet, welche das Unternehmen im Rahmen von Arbeiten für die Royal Canadian Air Force (RCAF), die kanadische Luftwaffe, sammeln konnte.

Das grösste Problem der Modifikationen mithilfe von Robotern sind die Entwicklungskosten. Dank einer ausgezeichneten Zusammenarbeit zwischen der finnischen Luftwaffe und armasuisse konnten die Kosten jedoch halbiert werden. Die finnischen Entscheidungsträger konnten vom Nutzen der Modifikationen überzeugt werden und erklärten sich bereit, sich an den Umsetzungskosten zu beteiligen.

Die Entwicklungsarbeiten haben im Sommer 2015 begonnen und kommen mit dem Prototyp J-5003 zum Abschluss. Das Budget wurde eingehalten und die Arbeiten können über ein Jahr vor dem ursprünglich geplanten Termin abgeschlossen werden, was ohne die Unterstützung der RCAF nicht möglich gewesen wäre. Diese lieferte im Rahmen des Austauschs zwischen den Regierungen wertvolle Daten für die Ermüdungsanalysen.

209 Inspektionen und 54 Modifikationen

Das SRP2 umfasst insgesamt 209 Inspektionen und 54 Modifikationen. Die Inspektionen müssen die Flugsicherheit garantieren, während die Modifikationen Schäden verhindern sollen. Die mittel- und langfristige Flottenverfügbarkeit wird dadurch verbessert und die Betriebskosten können gesenkt werden.

Upgrade-Programme und Nutzungsdauerverlängerung

Die Kampfflugzeuge F/A-18C/D Hornet wurden mit dem Rüstungsprogramm 1992 beschafft und in der zweiten Hälfte der 1990er-Jahre bei der Luftwaffe eingeführt. Dank Upgrade-Programmen (Rüstungsprogramme 2001/2003, Rüstungsprogramm 2008 sowie Rahmenkredite Ausrüstungs- und Erneuerungsbedarf 2010/2011) konnte das Haupteinsatzmittel der Luftwaffe in den vergangenen zwanzig Jahren leistungsmässig auf der Höhe der Zeit gehalten werden. Und: Mit der vom Parlament genehmigten Armeebotschaft 2017 wird die Nutzungsdauer der F/A-18 von um fünf Jahre bis 2030 verlängert.