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Mitholz: Offene Türen für die Bevölkerung

Lange Zeit war das ehemalige Munitionslager Mitholz, wie andere Infrastrukturen der Armee, für die Bevölkerung nicht zugänglich. Nun hat das VBS die Türen der Anlage geöffnet. Dem Anlass vom 26. Januar 2019 ging eine sorgfältige Vorbereitung voraus. Für die Einwohnerinnen und Einwohner war diese Besichtigung wichtig; sie konnten zum ersten Mal die Anlage sehen, in der seit der Explosion 1947 mehrere tausend Tonnen Munition liegen. Letztes Jahr wurde das Risiko, das von dieser Munition ausgeht, höher als früher eingestuft.

31.01.2019 | Kommunikation VBS, Valentine Zubler Mäder

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Für die Einwohnerinnen und Einwohner von Mitholz, die seit Jahrzehnten nahe am «Felsen» wohnen, war dies eine besondere Gelegenheit. Für den Anlass, der das VBS in enger Zusammenarbeit mit der Gemeinde Kandergrund und der Kantonspolizei organisiert hat, kamen viele Experten zum Einsatz. Gemäss den überwiegend positiven Rückmeldungen der Besucherinnen und Besucher hat sich der Aufwand gelohnt. Rund sechzig Personen nahmen an diesem Anlass teil. Seit Wochen wurde er vom Generalsekretariat des VBS in Zusammenarbeit mit verschiedenen Stellen vorbereitet.

«Die Bilanz ist sehr positiv», stellt Attila Engyel von der Abteilung für Informations- und Objektsicherheit (IOS)fest, der für die Organisation dieses Tages verantwortlich war. «Wir konnten der Bevölkerung zeigen, dass wir die Herausforderung sehr ernst nehmen. Die Menschen konnten sehen, dass eine Räumung des Geländes komplex ist und grosse Fachkompetenz erfordert.» Gemäss den Dokumenten, die dem VBS vorliegen, sind in den Trümmern der Explosion von 1947 – die das Dorf Mitholz teilweise zerstörte und neun Personen tötete – noch immer bis zu 3500 Tonnen nicht explodierte Munition verschüttet.

Das VBS hat im Juni 2018 informiert, dass das Explosionsrisiko deutlich höher sei als bisher angenommen. Dies sorgte bei der Bevölkerung für Bestürzung. «Ich bin hier aufgewachsen und dieses Lager war wie ein grosses Geheimnis», sagt eine Einwohnerin am Ende des halbstündigen Besuchs, der in Gruppen von zehn Personen stattfand. «Es war mir sehr wichtig, diese Anlage mit eigenen Augen zu sehen. Und ich war überrascht von der Grösse.» Andere Einwohnerinnen und Einwohner hingegen wollten an diesem Anlass nicht teilnehmen. Zu präsent ist manchen die Katastrophe von 1947. «Meine Tante war damals noch ein Kind», erzählt ein Einwohner. «Sie ist emotional nicht bereit für diesen Besuch.»

Nebst dem Besuch bot sich auch die Gelegenheit, vor Ort mit verschiedenen Experten zu sprechen. Dazu gehörten Brigitte Rindlisbacher, Leiterin der Arbeitsgruppe Mitholz, und Oberst i Gst Hanspeter Aellig, Leiter des Projekts Variantenevaluation, das bis Juni 2020 Varianten zur Minimierung des vom ehemaligen Munitionslager ausgehenden Risikos vorzulegen hat.