Zum Hauptinhalt springen

MitteilungVeröffentlicht am 22. Mai 2026

«Klare Kommunikation ist der Schlüssel zur Informationssicherheit»

Elizabeth O’Sullivan ist gemeinsam mit einem Kollegen für Informationssicherheit bei swisstopo verantwortlich. Im Interview erzählt die gebürtige Irin über ihren Arbeitsalltag, über klare Kommunikation und Frauen in Führungspositionen.

Wie sieht Ihr Arbeitsalltag als Informationssicherheitsbeauftragte bei swisstopo aus?

Meine Arbeit ist sehr abwechslungsreich. Gemeinsam mit meinen Kolleginnen und Kollegen führe ich unter anderem Awareness‑Schulungen durch, in denen wir Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für Informationssicherheit sensibilisieren. Dabei erklären wir ihnen, welche Regeln gelten und wo im Arbeitsalltag besondere Vorsicht geboten ist. Ein Schwerpunkt liegt auf Phishing‑Angriffen, die wir anhand realer Beispiele analysieren und gemeinsam auswerten.

Welche weiteren Aufgaben gehören zu Ihrem Verantwortungsbereich?

Ein weiterer zentraler Bereich sind die Sicherheitsverfahren. Gemeinsam mit den Fachverantwortlichen bewerte ich den Schutzbedarf der Daten – von sehr vertraulich bis öffentlich zugänglich – und erstelle dazu Schutzbedarfsanalysen. Ergänzend bin ich im Vulnerability Management tätig, identifiziere Schwachstellen und begleite deren Behebung in enger Zusammenarbeit mit den Fachanwenderinnen und -anwendern sowie dem BACS.

Was steht aktuell im Zentrum Ihrer Arbeit?

Derzeit steht die Re‑Zertifizierung nach ISO 27001 im Mittelpunkt meiner Arbeit. Dabei geht es um das Informationssicherheitsmanagementsystem (ISMS), das für alle Bundesämter verbindlich ist. Swisstopo war bereits zertifiziert und strebt an, diese Zertifizierung im September 2026 erneut zu erhalten.Wir überprüfen, ob unsere Abläufe aktuell, dokumentiert und im Alltag eingehalten sind.

Was gefällt Ihnen besonders an Ihrer Tätigkeit?

Mir gefällt besonders die Zusammenarbeit mit sehr unterschiedlichen Menschen aus verschiedenen Fachbereichen. Viele haben wenig Berührung mit IT oder Informationssicherheit – genau das macht die Arbeit spannend. Durch die Aufgabenvielfalt und den Austausch mit immer neuen Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern gleicht kein Tag dem anderen. Informationssicherheit ist nicht immer beliebt, da wir zusätzliche Anforderungen stellen. Wenn jedoch klar wird, dass es um Schutz und einen konkreten Nutzen für alle geht, stösst man meist auf Verständnis. Zudem schätze ich den Austausch mit anderen Bundesämtern sehr.

Welche Fähigkeiten sind für Ihre Funktion besonders wichtig?

Wichtig ist es, offen auf Menschen zuzugehen und dranzubleiben – auch wenn man manchmal beim ersten Kontakt auf Ablehnung stösst. Man darf dies nicht persönlich nehmen. Ein zentraler Teil meiner Arbeit ist es, zwischen Informationssicherheit und Fachbereichen zu vermitteln und komplexe Anforderungen verständlich zu erklären. Dabei spielt eine klare und präzise Kommunikation eine entscheidende Rolle. Für mich ist dies manchmal eine Herausforderung, da meine Muttersprache Englisch ist und ich Französisch sowie Deutsch erst später gelernt habe. Gerade deshalb lege ich grossen Wert darauf, mich in den Landessprachen klar und verständlich auszudrücken.

Gibt es ein Thema, das Ihnen persönlich besonders am Herzen liegt?

Ja, ganz klar: mehr Frauen in der Informationssicherheit und besonders in Führungspositionen. Die Branche ist nach wie vor stark männlich geprägt. Frauen sind in Führungsetagen deutlich unterrepräsentiert. Mir ist es wichtig, jüngere Frauen zu unterstützen und ihnen Mut zu machen. Mit meiner Berufserfahrung möchte ich dazu beitragen, Wege zu erleichtern und neue Perspektiven zu eröffnen.

Zur Person

Elizabeth O’Sullivan stammt aus Irland und lebt seit fast 22 Jahren in der Schweiz. Sie studierte Politikwissenschaften mit den Fremdsprachen Italienisch und Französisch sowie Betriebswirtschaftslehre. Nach Stationen im Marketing und bei SAP in Deutschland entwickelte sie sich über verschiedene Funktionen in der Bundesverwaltung weiter in die Informationssicherheit. Seit Juli 2025 ist sie als Information Security Officer bei swisstopo tätig. In ihrer Freizeit beschäftigt sie sich mit moderner Zeitgeschichte, besucht Kunstausstellungen, pflegt ihre enge Beziehung zu Spanien und schätzt den Austausch mit anderen Menschen.

Verwandte Mitteilungen