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MitteilungVeröffentlicht am 17. Juni 2026

«Kulturgüter schützen heisst, unsere Identität bewahren»

Wie schützt die Schweiz ihr kulturelles Erbe in Krisenzeiten wie bei Naturkatastrophen oder bewaffneten Konflikten? Im Interview erzählt Marcus Jacob vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz über das komplexe Aufgabengebiet des Kulturgüterschutzes (KGS) auf Bundesebene – und was ihn an seiner facettenreichen Arbeit besonders motiviert.

Marcus Jacob ist Chef der Gruppe Kulturgüterschutz im Geschäftsbereich Zivilschutz und Ausbildung des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz (BABS).

Herr Jacob, erzählen Sie uns, was Sie genau beim BABS machen?

Ich leite die Gruppe Kulturgüterschutz beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BABS). Wir setzen die Vorgaben des Kulturgüterschutzgesetzes auf Bundesebene um, legen Rahmenbedingungen für den Schutz von Kulturgütern bei bewaffneten Konflikten, bei Katastrophen und in Notlagen in der Schweiz fest und erarbeiten dafür die verbindlichen Standards. Zudem lenken wir die Weiterentwicklung des KGS und fördern die Vernetzung, die Verbreitung von Informationen und die Zusammenarbeit mit allen Akteurinnen und Akteuren des KGS.

Ein wichtiger Schwerpunkt ist das nationale Kulturgüterschutzinventar, das derzeit umfassend revidiert wird. Darüber hinaus betreiben wir das nationale Mikrofilmarchiv für Sicherstellungsdokumentationen, unterstützen den Bau von Kulturgüterschutzräumen und setzen uns stark für Ausbildung und Sensibilisierung ein.

Was bereitet Ihnen bei Ihrer Arbeit am meisten Freude?

Mich freut die Vielfalt der Aufgaben und die inhaltliche Sinnhaftigkeit unserer Tätigkeit. Besonders spannend finde ich die fachliche Begleitung von Kulturgüterschutzraum-Bauprojekten sowie die Arbeit im Ausbildungsbereich, beispielsweise bei praxisnahen Themen wie Notfallplanung oder praktischen KGS-Übungen.

Was motiviert Sie, jeden Tag Ihr Bestes zu geben?

Es ist vor allem die Bedeutung unserer Aufgabe, die mich motiviert. Kulturgüter sind ein wichtiger Teil unserer Identität, denn sie verbinden Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Der Schutz des kulturellen Erbes ist eine langfristige Aufgabe, die über Generationen hinweg von Bedeutung ist. Es ist sehr erfüllend, einen konkreten Beitrag dazu leisten zu können.

Darüber hinaus schätze ich die Zusammenarbeit in meinem Team sehr. Ich arbeite mit engagierten, kompetenten und verantwortungsbewussten Kolleginnen und Kollegen zusammen, die ein gemeinsames Qualitätsverständnis teilen und sich stark mit ihren Aufgaben identifizieren. Dieses Umfeld wirkt sehr motivierend.

Was erzählen Sie zu Hause oder Freunden über Ihre Arbeit?

Im privaten Umfeld spreche ich eher punktuell über meine Arbeit – auch aus Diskretionsgründen. Wenn, dann erzähle ich vor allem von Projekten oder Situationen, die besonders gut verlaufen sind oder die ich persönlich spannend finde. Das können Weiterentwicklungen im Kulturgüterschutz sein oder auch Anlässe und die Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern, die einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben.

Würden Sie Ihren Arbeitgeber weiterempfehlen – und warum?

Ja, ich würde das BABS als Arbeitgeber weiterempfehlen. Insbesondere für Personen, die eine sinnstiftende Tätigkeit suchen und sich in einem strukturierten Umfeld wohlfühlen, bietet die Bundesverwaltung sehr gute Rahmenbedingungen.

Neben spannenden inhaltlichen Aufgaben bietet das BABS auch ein professionelles Arbeitsumfeld und die Chance, an Themen zu arbeiten, die für die Gesellschaft von nachhaltiger Bedeutung sind.

Was unterscheidet Ihren aktuellen Arbeitgeber von anderen Unternehmen, für die Sie gearbeitet haben?

Ich habe zuvor in verschiedenen kantonalen Institutionen gearbeitet. Im Vergleich dazu erlebe ich die Bundesverwaltung als besonders strukturiert und professionell organisiert. Das zeigte sich bereits im Bewerbungsprozess, der sehr effizient und transparent ablief.

Hervorheben möchte ich zudem die fachliche Kompetenz im Umfeld: Die Zusammenarbeit mit sehr gut ausgebildeten und engagierten Kolleginnen und Kollegen bereichert den Austausch und trägt wesentlich zur hohen Qualität unserer Arbeit bei.

Gibt es etwas, das Sie sich von Ihrem Arbeitgeber noch wünschen würden, um ihn noch attraktiver zu machen?

Die Bundesverwaltung bietet bereits sehr gute Rahmenbedingungen. Gleichzeitig gibt es – wie in vielen grossen Organisationen – Potenzial, administrative Prozesse zu vereinfachen und effizienter zu gestalten.

Zur Person

Marcus Jacob ist Chef der Gruppe Kulturgüterschutz im Geschäftsbereich Zivilschutz und Ausbildung des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz (BABS).

Nach seiner Ausbildung zum Chemikanten schloss er einen Master of Arts BFH in Conservation-Restoration an der Hochschule der Künste Bern ab, gefolgt von einem Executive Master of Business Administration (EMBA) an der Fachhochschule Nordwestschweiz.

Er arbeitete als Konservator-Restaurator in verschiedenen Funktionen an international renommierten Museen und Archiven. Zuletzt war er als Abteilungsleiter Konservierung und Mitglied der Geschäftsleitung am Historischen Museum Basel tätig. Seit 2024 ist er für das BABS tätig und leitet ein vierköpfiges Spezialistinnen und Spezialisten-Team.

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