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MitteilungVeröffentlicht am 19. Mai 2026

«Lernende wollen Verantwortung übernehmen»

Sabrina Fuhrer ist Leiterin Kursmanagement im Ausbildungszentrum des Bundesamts für Bevölkerungsschutz in Schwarzenburg. Im Interview spricht sie über die Ausbildung von Lernenden und die Highlights ihrer Tätigkeit.

Interview mit Sabrina Fuhrer

Sie sind für die berufliche Grundbildung im Bereich KV im Seminarzentrum des BABS in Schwarzenburg zuständig. Was lernen die jungen Leute bei Ihnen?

Ein grosser Vorteil des Ausbildungszentrums ist, dass die Lernenden früh den Umgang mit Kundinnen und Kunden lernen, telefonisch wie auch im direkten Kontakt. Zudem können sie häufig eine zweite Landessprache anwenden. Die Arbeitsinhalte sind vielfältig: Rechnungen erstellen, Reklamationen entgegennehmen und beantworten, Mails bearbeiten, Eintritte von Gästen koordinieren und vieles mehr. Die Lernenden erhalten einen breiten Einblick in verschiedene Tätigkeiten.

Viele Lernende schliessen bald ihre Ausbildung ab. Wie erleben Sie diese Phase?

Die Nervosität ist bei unseren Lernenden spürbar. Ich unterstütze sie mit Tipps und Hinweisen. Viele KV-Lernende absolvieren ihre Abschlussprüfungen erstmals nach der neuen Bildungsverordnung. Diese Phase fordert die Lernenden stark. Ich beobachte gleichzeitig viel Ehrgeiz und den Wunsch, die Prüfungen erfolgreich zu meistern.

Sie sind seit vielen Jahren Praxisbildnerin. Welche Veränderungen beobachten Sie?

Eine Veränderung betrifft die Rechtschreibkompetenz, deren Qualität tendenziell abnimmt. Positiv hingegen ist die zunehmende Selbstreflexion der Jugendlichen. Sie hinterfragen ihre Arbeit häufiger und wollen sich verbessern. Mich überrascht immer wieder die Selbstreflexion der Lernenden. Die jungen Leute arbeiten zudem sehr selbstständig. Wenn sie zu wenig Arbeit haben, kommen sie aktiv auf mich zu. Diese Eigeninitiative schätze ich sehr.

Was verstehen Sie unter Selbstständigkeit?

Die Lernenden wollen Verantwortung übernehmen. Als Arbeitgeber möchten wir dieses Verantwortungsgefühl fördern. Die Lernenden reflektieren regelmässig, wie sie ihre Aufgaben gut oder noch besser erledigen können.

Können Sie uns ein besonderes Highlight aus Ihrer Tätigkeit aufzählen?

Das Schönste ist, wenn ich ehemalige Lernende Jahre später treffe und sie mir sagen, dass ihnen etwas, das ich ihnen damals mitgegeben habe, heute noch hilft. Das zeigt mir, dass die Arbeit nachhaltig wirkt.

Die Betreuung junger Lernender braucht Zeit und Energie. Fühlen Sie sich von Ihren Vorgesetzten ausreichend unterstützt?

Die Unterstützung der Vorgesetzten ist zentral – und ich kann darauf zählen. Gleichzeitig braucht es Herzblut für die Aufgabe als Praxisbildner oder Praxisbildnerin. Eine Stunde pro Woche reicht nicht aus. Wir müssen Aufträge begleiten, Lernende unterstützen und ihre Arbeit kontrollieren.

Wenn Sie einen Wunsch für die Berufsbildung frei hätten – welcher wäre das?

Lernende sind keine günstigen Arbeitskräfte. Sie sind unsere Zukunft. Wir wollen ihnen Werkzeuge und Kompetenzen mitgeben, die sie auf ihrem weiteren beruflichen Weg brauchen. Das ist unser Auftrag.

Zur Person

Sabrina Fuhrer arbeitet seit 13 Jahren im BABS und ist zuständig für die Praxisbildung KV. Nach einer kaufmännischen Lehre bildete sie sich kontinuierlich weiter und schloss kürzlich ein MAS in Change und Performance Management ab. In ihrer Freizeit fotografiert sie gerne und verbringt viel Zeit im Garten.

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