print preview

Geheimschutzverfahren

Das Geheimschutzverfahren (GSV) umfasst die personellen, materiellen, administrativen und informatiksicherheitsrelevanten Massnahmen, mit denen der Informationsschutz in jenen Fällen sichergestellt wird, in denen ausserhalb des VBS oder des BBL militärisch klassifizierte Informationen (VERTRAULICH oder GEHEIM) bearbeitet werden müssen. Darunter versteht man insbesondere die Bereiche Ausbildung, Beratung, Kontrolle und Durchsetzung der Informationsschutzvorschriften. Weiter umfasst das Verfahren die Anordnung von besonderen Sicherheitsmassnahmen in Form eines Sicherheitsprotokolls. Dieses wird für jeden Auftragnehmer (Dritten/Firma) individuell erstellt.

Auftraggeber sind Gruppen, Ämter und weitere Verwaltungseinheiten des Eidgenössischen Departementes für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) sowie des Bundesamtes für Bauten und Logistik (BBL).

Sinngemäss findet das GSV auch im Rahmen internationaler Informationsschutzabkommen bei ausländischen Auftraggebern Anwendung (siehe Internationales / Besuchswesen).

Verfahrensarten

Abgekürztes Verfahren

Der Auftragnehmer (Dritter/Firma) verfügt bereits über eine Betriebssicherheitserklärung (BSE). In diesem Fall muss der Auftraggeber das Formular "Auftragsmeldung mit Klassifizierungsliste" ausfüllen und der Industriesicherheit des VBS zustellen. Folgende Punkte sind durch den Auftragnehmer (Dritter/Firma) erfüllt:

  • Die Firma wurde durch die Industriesicherheit überprüft;

  • Das Sicherheitsprotokoll ist durch den Auftragnehmer zu unterschreiben;

  • Alle angeordneten Sicherheitsmassnahmen sind umgesetzt;

  • Die Betriebssicherheitserklärung ist noch gültig (Gültigkeit fünf Jahre). Eine Erneuerung erfolgt durch die Industriesicherheit von Amtes wegen oder auf Antrag des Auftragnehmers.

Vereinfachtes Verfahren

Der Auftragnehmer (Dritter/Firma) besitzt keine Betriebssicherheitserklärung, soll jedoch im Herrschaftsbereich des Auftraggebers Einsicht in militärisch klassifizierte Informationen (VERTRAULICH oder GEHEIM) und/oder Zutritt zu militärischen Anlagen mit Schutzzonen 2 und/oder 3. In diesem Fall müssen folgende Schritte berücksichtigt werden:

  • Der Auftraggeber füllt das Formular "Antrag zur Vorabklärung" in zwei Exemplaren aus und sendet es zum Vorentscheid an die Industriesicherheit des VBS.

  • Dabei muss der Auftragnehmer (Dritter/Firma) für seine am Auftrag beteiligten Mitarbeitenden das Formular "Personensicherheitsprüfung für Dritte (militärische Projekte)" und das Formular "Geheimhaltungsverpflichtung B für Geheimnisträger" ausfüllen lassen. Das Formular "Geheimhaltungsverpflichtung A für Auftragnehmer" muss der Auftragnehmer seinem Auftraggeber zustellen. Das Formular "Geheimhaltungsverpflichtung B für Geheimnisträger" muss der Auftragnehmer an einem sicheren Ort aufbewahren. Das Formular hat kein Verfalldatum.

  • Die ausgefüllten Formulare "Personensicherheitsprüfung für Dritte (militärische Projekte)" werden durch den Auftraggeber geprüft und gestempelt und zur Einleitung des Verfahrens an die Industriesicherheit des VBS gesendet.

  • Der Auftragnehmer (Dritter/Firma) erhält den Entscheid (Verfügung) bezüglich der Personensicherheitsprüfung für Dritte (militärische Projekte). Der Auftragnehmer informiert den Auftraggeber über den Entscheid.

Normales Verfahren

Der Auftragnehmer (Dritter/Firma) besitzt keine Betriebssicherheitserklärung, ihm sollen jedoch militärisch klassifizierte Informationen zur Bearbeitung und/oder Aufbewahrung in dessen Räumlichkeiten abgegeben werden. In diesem Fall müssen folgende Schritte berücksichtigt werden:

  • Der Auftraggeber füllt das Formular "Antrag zur Vorabklärung" in zwei Exemplaren aus und sendet es zum Vorentscheid an die Industriesicherheit des VBS.

  • Dabei muss der Auftragnehmer (Dritter/Firma) für seine am Auftrag beteiligten Mitarbeitenden das Formular "Personensicherheitsprüfung für Dritte (militärische Projekte)" und das Formular "Geheimhaltungsverpflichtung B für Geheimnisträger" ausfüllen lassen. Das Formular "Geheimhaltungsverpflichtung A für Auftragnehmer" muss der Auftragnehmer seinem Auftraggeber zustellen. Das Formular "Geheimhaltungsverpflichtung B für Geheimnisträger" muss der Auftragnehmer an einem sicheren Ort aufbewahren. Das Formular hat kein Verfalldatum. Die ausgefüllten Formulare "Personensicherheitsprüfung für Dritte (militärische Projekte)" können direkt der Industriesicherheit des VBS zur Einleitung gesendet werden.

  • Wenn der Auftragnehmer (Dritter/Firma) den Auftrag erhält, muss durch den Auftraggeber das Formular "Auftragsmeldung mit Klassifizierungsliste" erstellt und an die Industriesicherheit des VBS gesendet werden. Dem Formular "Auftragsmeldung mit Klassifizierungsliste" muss jeweils das Formular "Geheimhaltungsverpflichtung A für Auftragnehmer" beigelegt werden.


Eidgenössisches Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport Cyber, Informatik und Informationssicherheit VBS (CII)
Maulbeerstrasse 9
CH-3003 Bern
Tel.
+41 58 485 44 49

Kontaktformular

Eidgenössisches Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport

Cyber, Informatik und Informationssicherheit VBS (CII)
Maulbeerstrasse 9
CH-3003 Bern