Militärflugplatz Dübendorf

Die Armee wird den Militärflugplatz Dübendorf mittelfristig nur noch als Helikopterbasis betreiben.
Die Armee wird den Militärflugplatz Dübendorf mittelfristig nur noch als Helikopterbasis betreiben.


Übersicht

Mit dem neuen Stationierungskonzept wird die Armee in Dübendorf mittelfristig nur noch eine Helikopterbasis betreiben und die Hauptpiste abgeben.

Am 3. September 2014 hat der Bundesrat beschlossen, den bisherigen Militärflugplatz Dübendorf als ziviles Flugfeld mit Bundesbasis weiter zu nutzen und auf einem bis 70 Hektaren grossen Teil des Areals die Errichtung eines Hub-Standortes für den nationalen Innovationspark durch den Kanton Zürich zu ermöglichen. Die Armee wird sich mittelfristig, d.h. frühestens ab 2022 auf eine Helibasis im nördlichen Arealteil beschränken, die Piste bei Bedarf jedoch noch mitbenützen können. Dieser Entscheid ermöglicht es, die drei Interessen des Bundes (militärische Aviatik, zivile Aviatik und Innovationspark) parallel weiterzuverfolgen und sukzessive zu realisieren. Zudem soll er sicherstellen, dass die grösste strategische Landreserve des Bundes für kommende Generationen erhalten bleibt.

Das künftige Flugfeld soll vor allem der Geschäftsfliegerei, der Leichtaviatik und für Werkflüge zur Verfügung stehen. Weiterhin stationiert bleiben die Armee und die Schweizerische Rettungsflugwacht REGA. Mit diesem Konzept ist ein wirtschaftlicher Betrieb ohne übermässige Belastung der dicht besiedelten Umgebung nach Auffassung des Bundes möglich. Die Planungs- und Bewilligungsphase für das zivile Flugfeld wird mehrere Jahre dauern. Währenddessen wird die Luftwaffe den Betrieb des Flugplatzes ‒ und damit auch denjenigen der Hauptpiste ‒ sicherstellen.

Am 31. August 2016 hat der Bundesrat die dafür notwendige Änderung des Sachplans Militär und des Sachplans Infrastruktur der Luftfahrt genehmigt. Damit wird das für den Innovationspark benötigte Gelände freigegeben und die Umnutzung des jetzigen Militärflugplatzes in ein ziviles Flugfeld ermöglicht. Zudem werden auch die Lärmbelastungskurven enger gezogen, da diese noch den früheren Betrieb mit Kampfjets abgebildet haben. Die Anrainergemeinden erhalten dadurch einen grösseren planerischen Spielraum für ihre Siedlungsentwicklung.

FAQ

Militäraviatik

Mit der Weiterentwicklung der Armee soll mit einer angemessenen Investitionsquote die materielle Erneuerung der Armee sichergestellt werden. Dazu müssen die heutigen Betriebskosten deutlich gesenkt werden. Eine wichtige Massnahme ist der Verzicht auf militärische Infrastrukturen, wozu auch der Militärflugplatz Dübendorf gehört.

Die Luftwaffe wird ihre Aktivitäten im Norden des Flugplatzes konzentrieren. Im Bereich der bestehenden Hallen 10-12 wird sie eine Infrastruktur für den Betrieb einer Bundesbasis für Helikopter erstellen. Sie wird zudem die Möglichkeit haben, die zivil betriebene Piste für den Bedarf des Bundes mit Flugzeugen zu benutzen. Aufgrund der finanziellen Prioritäten bei der Umsetzung der Weiterentwicklung der Armee wird die Bundesbasis frühestens 2022 bereit sein. In der Übergangsphase wird das VBS den Betrieb des bisherigen Militärflugplatzes weiter sicherstellen.

Dübendorf bleibt ein Militärflugplatz, bis der zivile Flugplatzbetreiber die nötigen Bewilligungen eingeholt hat. Die Luftwaffe wird die Piste weiter betreiben und wie heute mit militärischen Flugzeugen nutzen. Die heutigen zivilen Nutzungen in Dübendorf bleiben vorderhand ebenfalls möglich. Was mit ihnen in Zukunft geschehen wird, ist Gegenstand der weiteren Planung.

Zivilaviatik

Der Bund hat im Dezember des vergangenen Jahres mit einer Ausschreibung die Suche nach einem Flugplatzhalter begonnen, der den Flugplatz Dübendorf als ziviles Flugfeld betreiben kann. Auf die Ausschreibung haben sich zwei Schweizer Bewerber gemeldet, neben der Flugplatz Dübendorf AG war dies die TopMotion GmbH, die mit dem Air Force Center Dübendorf verbunden ist. Die Flugplatz Dübendorf AG konnte ein überzeugendes Konzept vorlegen, das bei einem Betrieb von 30 Jahren selbsttragend ist, keine finanzielle Unterstützung durch den Bund benötigt und dem Bund einen jährlichen Baurechtszins entrichtet. Im Konzept der Flugplatz Dübendorf AG liegt der Schwerpunkt bei der Geschäftsfliegerei, die für den Wirtschaftsstandort Zürich von grosser Bedeutung ist, und deren Zukunft auf dem Flughafen Zürich längerfristig eingeschränkt wird.

Nach dem Entscheid des Bundesrates werden als erstes die Vertragsverhandlungen zwischen dem Bund und der Flugplatz Dübendorf AG aufgenommen. Anschliessend folgt eine längere Planungs- und Bewilligungsphase, die fünf bis 10 Jahre dauern kann. Im Rahmen des Sachplanungsverfahren werden der Kanton und die betroffenen Gemeinden angehört und die Bevölkerung kann mitwirken. Während der öffentlichen Auflage für die Erteilung der Betriebsbewilligung, des Betriebsreglements und der Plangenehmigungen sind auch Einsprachen möglich. Mit einer Betriebsaufnahme ist nicht vor dem Jahr 2020 zu rechnen.

Der Flughafen Zürich stösst kapazitätsmässig an seine Grenzen. In Spitzenzeiten ist es für Geschäftsflugzeuge und für die Leichtaviatik schon heute schwierig geworden, Zürich anzufliegen oder von dort aus zu starten. Das BAZL hat in einer internen Studie untersucht, welche Optionen es für eine Verlagerung der Geschäftsfliegerei und der Leichtaviatik vom Flughafen Zürich an einen anderen Ort gibt. Dübendorf mit seiner auch nach dem Rückbau immer noch langen Piste von 1800 Metern und seiner unmittelbaren Nähe zum Wirtschaftsstandort Zürich hat sich als einzige ernsthafte Option erwiesen. Im weiteren geht der Bund davon aus, dass für die Nutzer des Innovationsparks ein naher Flugplatz interessante Synergien ergeben dürfte.

Dem Bund ist aber auch bewusst, dass die Bevölkerung rund um den Flugplatz Dübendorf nicht einer übermässigen Lärmbelästigung ausgesetzt sein darf. Aus diesem Grund werden dem künftigen Betreiber restriktive Vorschriften auferlegt. So muss der künftige Betrieb die Planungswerte gemäss Lärmschutz-Verordnung einhalten. Damit wären nach einer Schätzung in etwa 28‘000 Flugbewegungen möglich. Heute finden rund 14‘500 Flugbewegungen statt. Zudem ist kein planmässiger Linien oder Charterverkehr erlaubt. Ebenfalls nicht gestattet sind Schulungsflüge, die der Erstausbildung dienen.

Der Flughafen Zürich darf durch die zivilaviatische Nutzung des Flugplatzes Dübendorf nicht eingeschränkt werden, weder in betrieblichen noch in sicherheitsrelevanten Bereichen. Der Flugbetrieb in Dübendorf muss daher mit dem Flugbetrieb des Flughafens Zürich abgestimmt werden, wobei der Flughafen Zürich Priorität geniesst. Entsprechende Abklärungen mit der Flugsicherung Skyguide und dem Flughafen Zürich haben ergeben, dass diese Koordination möglich ist.

Innovationspark

Die Schaffung eines Innovationsparks folgt auf nationaler Ebene dem Wunsch des Bundes, der die diesbezüglichen Grundlagen 2012 geschaffen hat. Auf kantonaler Ebene folgt die Schaffung einem Legislaturziel der Zürcher Kantonsregierung.

Der Bundesrat wird in der Botschaft zum Innovationspark (Verabschiedung Ende 2014 erwartet) die Unterschiede zwischen regionalen Technoparks und dem nationalen Innovationspark noch detaillierter darlegen. Nur so viel: es gibt Unterschiede in Bezug auf die «Kunden», die Ziele, die Grösse, die Vermarktung usw. Mit dem Innovationspark soll die Schweiz als weltweit erstklassiger Innovationsstandort noch besser positioniert werden. Das dient künftigen Industriepartnern, der vorhandenen Wirtschaft einschliesslich der KMU, und nicht zuletzt auch den den Hochschul- und Fachhochschul-Forschungsstätten.

Nein, die Nutzungen wurden bereits im Vorfeld eng aufeinander abgestimmt. Beispielsweise wird die Piste für das künftige Flugfeld auf 1'800 Meter reduziert. Ebenso wird die aviatisch nutzbare Fläche im wesentlichen auf den südlichen Bereich der Piste konzentriert. Umgekehrt unterliegt die für den Innovationspark reservierte Fläche (gut 70 Hektar) gesetzlichen Bestimmungen (Lärmkurven, Hindernisbegrenzung, Höhenbegrenzung etc), welche sicherstellen, dass sich die beiden Nutzungen nicht gegenseitig stören.

Es kann übrigens auch attraktiv sein, ein Flugfeld in unmittelbarer Nähe zu einem Innovationszentrum zu haben. Der Flugplatz Grenchen ist dafür ein gutes Beispiel, das in unmittelbarer Nähe zur Uhren- und Feinmechanikindustrie im Raum Biel / Solothurn liegt.

Der Kanton Zürich hat in einer städtebaulichen Studie hergeleitet, wie er sich die Beplanung des Areals vorstellt. Er geht dabei von einer Etappierung aus, d.h. in einem ersten Schritt wird wahrscheinlich erst eine Fläche von 25 Hektaren überbaut.

Kennzahlen

Flugbetriebszahlen 2005 – 2014

Flugbetriebszahlen 2005 – 2014
Flugbetriebszahlen 2005 – 2014

Erläuterungen

Eine Flugbewegung entspricht einer Landung oder einem Start. Demzufolge bedeutet ein Flug zwei Flugbewegungen.

  • Gelb = zivile Flugbewegungen (2000 REGA; rund 1000 JU-Air; rund 400 Kantonspolizeit ZH)
  • Blau = militärische Flugbewegungen
    (Verhältnis Helikopter zu Flächenflugzeugen ca. 60 % : 40 %)
  • Statistik über die vergangenen 8 Jahre; also ohne Kampfjet-Flüge

ICAO-Code Militärflugplatz Dübendorf: LSMD

 

Sachplan Militär

Die raumplanerischen Rahmenbedingungen für den Innovationspark werden im Richtplan des Kantons Zürich festgelegt. Um die für die Planung des Kantons notwendigen raumplanerischen Voraussetzungen zu schaffen, hat der Bundesrat am 31. August 2016 das alte, noch den früheren Betrieb mit Kampfjets abbildende Objektblatt vom 28. Februar 2001 im Sachplan Militär (SPM) angepasst. Für die geplante zivile Umnutzung des Militärflugplatzes Dübendorf hat der Bundesrat ebenfalls den Konzeptteil (Teil III B3 und B4) des Sachplans Infrastruktur der Luftfahrt (SIL) angepasst.

Sachplan Militär

News

Dokumente

Alle