Energiekonzept 2020

Das VBS hat sich zum Ziel gesetzt, die CO2-Emissionen bis 2020 um 20% gegenüber 2001 zu senken und die erneuerbaren Energien um mindestens 50% zu erhöhen.
Das VBS hat sich zum Ziel gesetzt, die CO2-Emissionen bis 2020 um 20% gegenüber 2001 zu senken und die erneuerbaren Energien um mindestens 50% zu erhöhen.


Übersicht

Die schweizerische Klima- und Energiepolitik basiert hauptsächlich auf der Energiestrategie 2050 des Bundesrates. Sie gibt konkrete quantitative Ziele für den Zeitraum von 2011 bis 2020 vor.

Das VBS ist ein Grossverbraucher auf Bundesebene. Die Departementsleitung hat deshalb die Umsetzung der Ziele von EnergieSchweiz in die Ziele des Raumordnungs- und Umweltmanagementsystems (RUMS) aufgenommen. Bereits 2004 hat sie das Energiekonzept VBS genehmigt. Dieses Konzept ist in Abstimmung mit EnergieSchweiz laufend weiterentwickelt worden.

Als Antwort auf die neuen Herausforderungen im Energiebereich ist das bisherige Konzept im Juni 2013 durch das Energiekonzept VBS 2020 abgelöst worden. Als Neuerung berücksichtigt es auch die Ziele zur Reduktion des CO2-Ausstosses. Es wurden ambitionierte Massnahmen definiert, um den Strategien der Politik im Bereich Umwelt und den neuen Technologien auf dem Markt Rechnung zu tragen.

Das VBS hat sich zum Hauptziel gesetzt, die CO2-Emissionen bis 2020 um 20 Prozent gegenüber 2001 zu senken. Der Anteil erneuerbarer Energien soll um mindestens 50 Prozent erhöht werden. Mit dem Energiekonzept hat das VBS auch eine wirtschaftliche Antwort bereit auf die prognostizierte Erhöhung der Energiekosten in den nächsten Jahren. So wird das VBS seine Ziele zur Effizienz und Wirtschaftlichkeit unter Berücksichtigung der Energiestrategie des Bundes erreichen.

FAQ

Das VBS ist einer der grössten Immobilienbesitzer der Schweiz und mit rund 11‘300 Vollzeitstellen-Äquivalenten der grösste Arbeitgeber innerhalb der Bundesverwaltung. Damit ist das VBS auch ein grosser Energieverbraucher und CO2-Emittent.

Der Energieverbrauch des VBS ist ein bedeutender Kostenfaktor. Aktuell wendet das VBS über 200 Mio. CHF für die Deckung seines jährlichen Energieverbrauchs (Strom, Wärme und Treibstoffe) auf. Ein verantwortungsvoller Umgang mit der Energie ist somit auch ein betriebswirtschaftliches Erfordernis. Zudem verpflichtet die Energiestrategie 2050 des Bundesrates die Bundesstellen dazu, eine Vorbildfunktion wahrzunehmen.

Das VBS hat sein erstes Energiekonzept bereits 2004 erlassen. Dieses wird mit dem neuen Energiekonzept 2020 des VBS fortgeschrieben und weiterentwickelt.

Das Erstellen eines Energiekonzepts ist freiwillig. Das VBS ist sich jedoch seiner Verantwortung als Grossverbraucher bewusst und führt ein eigenes Energiekonzept auch aus betriebswirtschaftlichen Überlegungen.

Das Energiekonzept VBS bezieht sich auf das freiwillige Programm EnergieSchweiz des Bundeamtes für Energie BFE und auf dessen Zielvorgaben bis 2020.

Das Energiekonzept VBS 2020 verfolgt Reduktionsziele beim Energieverbrauch und beim CO2-Ausstoss. Die konkreten Energie- und Klimaziele bis 2020 sind (jeweils bezogen auf 2001):

  1. Reduktion der gesamten fossilen CO2-Emissionen um mindestens 20 Prozent durch Substitution und Steigerung der Energieeffizienz,
  2. Erhöhung des Anteils an erneuerbarer Energie am Gesamtverbrauch um mindestens 50 Prozent,
  3. Keine Erhöhung des Elektrizitätsverbrauchs aus konventioneller Produktion.
     

Das VBS soll den verfassungsmässigen Auftrag mit den energetisch, ökonomisch und ökologisch besten Mitteln erfüllen und dabei eine sichtbare Vorbildfunktion für die Schweizer Bevölkerung wahrnehmen. In dieser Hinsicht berücksichtigt das Energiekonzept noch eine Reihe weiterer Ziele bzw. Rahmenbedingungen:

  • Die Erfüllung der Aufträge der Armee darf nicht übermässig eingeschränkt werden.
  • Die Investitionen sollen sich so schnell wie möglich auszahlen. Der Fokus liegt auf Massnahmen, die eine Payback-Dauer von zehn Jahren unterschreiten.
  • Der Ersatz fossiler Energieträger durch andere oder erneuerbare Energien darf nicht zu übermässigen zusätzlichen CO2-, NOx- oder Partikelemissionen führen.
  • Das VBS erfüllt seine Kompensationspflicht gemäss den gesetzlichen Vorgaben möglichst im Rahmen eigener Nachhaltigkeitsprojekte.
     

Die Zielerreichung wird mit den Departementsbereichen vereinbart, kontrolliert und es erfolgt eine jährliche Berichterstattung.

Die Umsetzung des Energiekonzepts VBS bis 2020 ist von der Departementsleitung am 28. März 2013 beschlossen worden. Das Generalsekretariat vereinbart mit den Departementsbereichen spezifische Ziele sowie ausgleichende Massnahmen, sollten die vereinbarten Ziele bis 2020 nicht erreicht werden.

Das Energiekonzept VBS 2020 verlangt zum einen die Weiterführung verschiedener Massnahmen aus dem früheren Energiekonzept VBS 2010 (z.B. Ecodrive-Kurse, energetische Optimierung bei grösseren Gebäudesanierungen und –umnutzungen, Neubauten nach geltenden Standards, Information und Ausbildung der Mitarbeitenden und Truppe). Zum anderen sieht es in den Bereichen Immobilien, Mobilität sowie in organisatorischer Hinsicht insgesamt 10 neue Massnahmen vor:

  • Beurteilung der Gebäude mit einem eigenen Gebäudeausweis und Umsetzung von Sanierungsmassnahmen bei der Gebäudetechnik
  • Verwendung erneuerbarer Energien
  • Einführung von Transportzentralen in allen militärischen Formationen
  • Verwendung von Leichtlaufmotorenöl
  • Verwendung von rollwiderstandsarmen Reifen
  • Optimierung der Einsatzmittel der Luftwaffe bezogen auf die Erfüllung des verfassungsmässigen Auftrags und den Energieverbrauch
  • Reduktion der CO2-Emissionen innerhalb des VBS statt Kompensation an Klimastiftungen
  • Zielvereinbarungen im VBS mit Verpflichtung zum Ausgleich bei Nichterfüllen der Ziele
  • Umsetzung eines Controllingkonzepts
  • Berücksichtigung der Aspekte Energie und Treibhausgase in der Armeeplanung und bei der Beschaffung

Verantwortlich für die Zielvorgabe und die Kontrolle ist das Generalsekretariat, verantwortlich für die Umsetzung sind die Departementsbereiche.

Die Massnahmen erfordern Investitionen in der Grössenordnung von insgesamt rund 100 Mio. CHF. Nach Umsetzung aller Massnahmen stehen den Investitionen Einsparungen infolge reduzierter Energiekosten von mindestens 12 Mio. CHF jährlich gegenüber. Die Investitionen sollten spätestens im Jahr 2025 vollständig amortisiert sein.

Nach Umsetzung aller Massnahmen spart das VBS infolge reduzierter Energiekosten jährlich mindestens 12 Mio. CHF ein. Die Einsparung entspricht gut 7 Prozent der Gesamtkosten, die das VBS heute zur Deckung seines jährlichen Energieverbrauchs aufwenden muss.

Der Gebäudeausweis der Kantone (GEAK) zeigt, wie viel Energie ein Wohngebäude, einfache Verwaltungs- oder Schulbauten bei standardisierter Benutzung für Heizung, Warmwasser, Beleuchtung und andere elektrische Verbraucher benötigen. Er schafft einen Vergleich zu anderen Gebäuden und gibt Hinweise auf Verbesserungsmassnahmen.

Der grösste Teil der Immobilien des VBS fallen nicht in die Gebäudekategorien des GEAK. Zudem werden sie sehr oft nicht standardmässig genutzt. Diese Eigenarten machen die Entwicklung eines zwar auf dem GEAK der Kantone beruhenden, aber modifizierten Gebäudeausweises für das VBS erforderlich (GEAVBS). Dieser soll dem VBS hauptsächlich für die Planung, Sanierung und Nutzung seiner Immobilien dienen.

Bei Gebäuden des VBS, die den Kategorien des GEAK entsprechen, ist bei Bedarf eine ergänzende Beurteilung mittels GEAK möglich.

Das VBS ist nach dem Mineralölsteuergesetz (SR 641.61) verpflichtet, für seinen gesamten Treibstoffverbrauch vollumfänglich Mineralölsteuern zu bezahlen. Die der Mineralölsteuer unterstellten Treibstoffe unterliegen  nach Art. 86 der CO2-Verordnung (SR 641.711) zudem der Pflicht zur Kompensation der CO2-Emissionen. Art. 89 der CO2-Verordnung legt die sukzessive steigenden Kompensationssätze von 2 Prozent im Jahr 2014 bis auf 10 Prozent im Jahr 2020 fest.

Bei der Erfüllung seiner Aufgaben erzeugt das VBS heute beinahe 240‘000 Tonnen CO2 pro Jahr, von denen 170‘000 Tonnen der Kompensationspflicht unterliegen. Für den Anteil, der durch die Verbrennung von Treibstoffen entsteht, ist das VBS gemäss CO2-Verordnung kompensationspflichtig.

In seinem Energiekonzept 2020 verfolgt das VBS mittelfristig das Ziel, seinen CO2 Ausstoss zu reduzieren statt diesen durch den Kauf der erforderlichen Bescheinigungen zu kompensieren. Das VBS zieht es vor, seine eigenen Projekte zu entwickeln, um die vom Bund gesetzten Klimaziele zu erreichen.

Kennzahlen

Energieverbrauch

Datenquelle: ECOSTAT VBS
Energieverbrauch VBS
in TeraJoule pro Jahr
2001 2014 2015 2016
Immobilien 1‘561 1'519 1'470 1'522
Mobilität (inkl. Luftverkehr) 3‘239   2'751 2'667 2'767
Total 4‘800 4'270 4'137 4'290
./. nicht erneuerbare Energien 4‘640 3'449 3'220 3'312
./. erneuerbare Energien 160 821 916 978

Emissionen

Datenquelle: ECOSTAT VBS
CO2-Emissionen VBS
in Tonnen pro Jahr
2001 2014  2015  2016 
Strassenverkehr 71‘538 54'507 54'120 56'574
Verkehr Armeeangehörige 26‘603 17'269 14'962 15'297
Luftverkehr 126'673   116'002 112'609 116'889
Immobilien 62‘960 44'640 40'556 40'629
Total 287‘774 232'417 222'247 229'390

Vorzeigebeispiele

Kaserne Dailly – Wärme und Warmwasser aus Sonnenenergie

In der Kaserne Dailly wird die gesamte Energie für Raumwärme und Warmwasser von der Sonne produziert. Die von den Sonnenkollektoren erzeugte Wärme wird in einem Saisonspeicher zwischengelagert und kann bei Bedarf zeitverschoben bezogen werden.

Die Wärmerzeugungsanlage steht zwar seit ein paar Jahren in Betrieb, ist aber auch nach heutigen Gesichtspunkten immer noch auf dem neusten Stand der Technik. Mit der Realisierung dieser Anlage hat das VBS schon früher gezeigt, dass es innovative und zukunftsweisende Technologien aktiv unterstützt und dadurch einen wesentlichen Beitrag an die Förderung alternativer Lösungen leistet und deren Marktfähigkeit steigert.

Rechenzentrum VBS – Energieversorgung durch Nutzung der Abwärme

In den vergangenen Jahren hat der Elektrizitätsverbrauch der Rechenzentren des VBS aufgrund neuer, rechenintensiver Anwendungen stark zugenommen. Ein Trend, der den Prognosen zufolge weiter anhält. Für das VBS, das Vorgaben zum Verbrauch von Energie und insbesondere von Elektrizität definiert und als verbindlich erklärt hat, ist Green IT heute ein Muss.

Gemäss einem ersten Projektvorschlag wäre ein Fünftel des voraussichtlichen Gesamtstromverbrauchs alleine für die riesige Kühlanlage erforderlich gewesen. Statt die Abwärme nutzlos in die Umgebung abzugeben, nutzt das modifizierte Projekt nun viele Synergien. Die Abwärme wird in ein unmittelbar benachbartes Fernwärmenetz eingespeist und trägt zur Energieversorgung bereits vorhandener Infrastrukturen bei. Gleichzeitig lassen sich die Rechenanlagen des VBS energieeffizient kühlen.

Sollte die Wärmeabnahme einmal nicht möglich sein, wird mit dem am Standort reichlich vorhandenen Wasser gekühlt.

Training der Berufsmilitärpiloten auf dem PC-21 – umweltschonender und kostensparender

Seit 2010 führen die Jetpiloten-Anwärter ihre Weiterbildung definitiv auf den zu diesem Zweck bei den Pilatus Flugzeugwerken AG in Stans beschafften, leistungsstarken Propellerflugzeugen PC-21 durch. Das Cockpit des PC-21 sowie die zu absolvierenden Trainingseinheiten sind so gestaltet, dass die Jetpilotenanwärter Ihre Ausbildung nach rund einem Jahr direkt und ohne nennenswerte Probleme auf dem Kampfjet F/A-18 «Hornet» weiterführen können. Das neue Trainingsflugzeug PC-21 ersetzt damit die bisherige Ausbildung auf dem Kampfjet F-5 «Tiger».

Diese bislang weltweit einzigartige Ausbildungskonfiguration ist nicht nur kostensparender, sie reduziert auch den Treibstoffverbrauch um Faktor 9 und die Schadstoffemissionen insgesamt um Faktor 10.

Ein Nachteil ist allerdings in Kauf zu nehmen: Wegen der Luftdichte ist das Propellerflugzeug PC-21 an tiefere Lufträume gebunden als die Kampfjets. Dadurch können lokal und kurzzeitig Propellergeräusche entstehen, die vorallem bei Outdoor-Aktivitäten wahrnehmbar sind.

Energieversorgung in Spiez mit dem «Watt d’Or» ausgezeichnet

Da ABC-Zentrum Spiez bezieht einen Grossteil seines Energiebedarfs seit kurzem vom neuen Biomassezentrum in Spiez. Diese moderne Anlage vereinigt eine optimale Energienutzung mit einem hocheffizienten Stofffluss: Altholz und Grünabfälle werden zu Strom, Dampf, Wärme und Kompost umgewandelt. Dank dieses ausgeklügelten Wiederverwertungssystems hilft die Oberland Energie AG heute dem ABC-Zentrum Spiez, hunderttausende Liter Heizöl zu sparen und produziert dazu hochwertigen Kompost. Das aus einer Vergärungsanlage, einem Kompostierwerk sowie einer Alt- und Restholzheizung bestehende Biomassezentrum in Spiez wurde von der Oberland Energie AG zusammen mit der Dr. Eicher+Pauli AG entwickelt und realisiert.

Das Biomassezentrum in Spiez wurde im 2012 mit dem «Watt d’Or» ausgezeichnet. Dieser Preis wird jährlich vom Bundesamt für Energie (BFE) verliehen. Mit dem «Watt d’Or» zeichnet das BFE Personen und Organisationen aus, die mit ihren Projekten und Initiativen den Weg in eine nachhaltige Energiezukunft vorspuren.

Massnahmen

Massnahmen zur Umsetzung des Energiekonzepts

Massnahmen Immobilien

Das Generalsekretariat VBS als Vollzugsbehörde ist gefordert, Vorschriften über die Angabe des Energieverbrauches von Gebäuden (Gebäudeenergieausweis) zu erlassen. Der bereits bestehende Gebäudeenergieausweis der Kantone (GEAK) zeigt, wie viel Energie ein Wohngebäude, einfache Verwaltungs- oder Schulbauten bei standardisierter Benutzung für Heizung, Warmwasser, Beleuchtung und andere elektrische Verbraucher benötigen. Er schafft einen Vergleich zu anderen Gebäuden und gibt Hinweise für Verbesserungsmassnahmen. Die Eigenart des Gebäudeportfolios des VBS (z. B. militärische Anlagen) macht allerdings die Entwicklung eines vom GEAK unterschiedlichen Gebäudeenergieausweises erforderlich.

Mit einem Gebäudeenergieausweis alleine wird noch keine Reduktion des Energieverbrauches oder der CO2-Emissionen erreicht. Aus diesem Grund sind beim Gebäudeenergieausweis des VBS (GEAVBS) spezifische Kriterien zu definieren, ab deren Klassierung Sanierungsmassnahmen ausgelöst werden müssen. Die Einführung eines Gebäudeenergieausweises für das VBS leistet einen wichtigen Beitrag zur Gesamtzielerreichung des Energiekonzeptes VBS 2020.

Erneuerbare Energien sind Energien aus Quellen, die sich entweder kurzfristig von selbst erneuern oder deren Nutzung nicht zur Erschöpfung der Quelle beiträgt. Dazu zählen insbesondere Wasserkraft, Windenergie, Sonnenenergie, Erdwärme und die durch Gezeiten erzeugte Energie. Eine andere Quelle erneuerbarer Energien ist das energetische Potenzial der aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnenen Biomasse (Biogas, Bioethanol, Holz u. a.).

armasuisse Immobilien prüft, ob das VBS im Besitz geeigneter Standorte zur Produktion erneuerbarer Energien ist. Bei ungenutzten Potenzialen kann das VBS Anlagen selber erstellen, betreiben und nutzen oder sie einem Partner zur Verfügung stellen (Forschungszentren, Kanton, Gemeinde oder Private).

Massnahmen Mobilität

Die Transportzentrale ist ein Führungsinstrument zur zentralen Erfassung, Planung und Steuerung des Einsatzes sowie des Zusammenspieles aller verfügbaren Transportmittel. Damit kann deren Mitteleinsatz militärisch, ökonomisch und ökologisch optimiert werden. Die Wahl der Mittel und das Zusammenlegen von Fahrten und Aufträgen können zu Einsparungen führen.

Motorenölen kommen wichtige Funktionen wie Verschleissschutz, Korrosionsschutz, Kühlen von Kolben und Kurbelwelle usw. zu. Motorenöle haben ausserdem einen nicht vernachlässigbaren Einfluss auf den Treibstoffverbrauch.

Sogenannte Leichtlaufmotorenöle verringern dabei die innere Reibung des Motors, insbesondere bei niedrigen Temperaturen. Das deutsche Umweltbundesamt geht davon aus, dass der Einsatz von Leichtlaufmotorenölen zu einem Effizienzgewinn von circa 3% führt.

Das VBS soll daher verbindlich die Verwendung von Leichtlaufmotorenölen in allen Motoren, bei denen dies technisch möglich ist, vorschreiben. Die Mehrkosten von Leichtlaufmotorenölen werden dabei durch die Treibstoffeinsparungen kompensiert.

Der Rollwiderstand von Reifen ist für 20 bis 30 Prozent des Treibstoffverbrauches von Fahrzeugen verantwortlich. Eine Verringerung des Rollwiderstandes von Reifen kann daher erheblich zur Energieeffizienz und zur Verringerung der CO2-Emissionen beitragen. Der Rollwiderstand kann bis zu 30 Prozent gemindert werden, ohne dabei wichtige Reifeneigenschaften wie Nasshaftung und Bremsverhalten zu reduzieren.

Das VBS soll verbindlich die Verwendung von energieeffizienten Reifen vorschreiben. Kraftstoffeffiziente Reifen sind kostengünstig, weil die Treibstoffeinsparungen einen allfällig höheren Anschaffungspreis mehr als aufwiegen.

Die Luftwaffe verfügt über verschiedene Einsatzmittel. Mit einem Anteil von 40 Prozent am Energieverbrauch und 53 Prozent an den Treibhausgasemissionen des VBS belastet der Militärflugverkehr die Umwelt am stärksten. Effizienz und Sparmassnahmen wirken sich in diesem Bereich daher besonders stark aus.

Unter der Prämisse, dass die Erfüllung des verfassungsmässigen Auftrags der Armee durch das Energiekonzept VBS nicht übermässig beeinträchtigt wird, sind die Möglichkeiten der Luftwaffe beschränkt, den Verbrauch an Flugtreibstoffen zu verringern. Im Sinne der Transparenz soll die Luftwaffe jedoch darstellen, wie der mit dem Flugbetrieb zusammenhängende Energieverbrauch zustande kommt und das Reporting gegenüber heute verfeinern. Damit soll der Flugbetrieb bezogen auf den verfassungsmässigen Auftrag und den Energieverbrauch optimiert werden.

Organisatorische Massnahmen

Das VBS beabsichtigt die Geldmittel, die es zur Kompensation seines gesamten CO2-Ausstosses aufbringen müsste, in eigene Nachhaltigkeitsprojekte zu investieren. Diese haben zum Ziel, den Energieverbrauch zu reduzieren und den CO2-Ausstoss zu verringern. Mit dem investierten Geld werden entweder zusätzliche Projekte initiiert oder die Paybackdauer bestehender Projekte verkürzt.

Das Generalsekretariat VBS vereinbart mit den Departementsbereichen ausgleichende Massnahmen, wenn die festgelegten Ziele für die CO2-Emissionen im Jahr 2020 nicht erreicht werden. Der allenfalls zur Verfügung stehende Betrag soll ab 2021 für Massnahmen zur Förderung erneuerbarer Energien innerhalb des VBS genutzt werden.

Durch Controllingmechanismen und eine jährliche Berichterstattung wird die Umsetzung des Energiekonzeptes 2020 sichergestellt. Dank der frühzeitigen Feststellung von Abweichungen können mit einem Controlling rechtzeitig Korrekturmassnahmen eingeleitet werden. Dadurch ist gewährleistet, dass die gesteckten Ziele erreicht werden. Der Erfolg des Energiekonzeptes soll dabei an Folgendem gemessen werden:

  • umgesetzte Massnahmen (Umsetzungscontrolling),
  • neue oder geänderte Vorgaben und deren Anwendung (Anwendungscontrolling),
  • tatsächlich erreichte Reduktion des Energieverbrauches und der CO2-Emissionen (Wirkungscontrolling).


Innerhalb des VBS wird das Controlling des Energiekonzeptes durch das Generalsekretariat VBS wahrgenommen. 

Die Festlegungen der Armeeplanung und die Beschaffung von Systemen beeinflussen Energieverbrauch und CO2-Emissionen massgeblich. Daher sind sie diesbezüglich umfassend zu beurteilen. Die Aspekte Energie und CO2-Emissionen sowie die Energiekosten unter Berücksichtigung der Preisentwicklung über den gesamten Lebensweg sollen als Entscheidungskriterien systematisch in die Planung, Evaluation und Vergabe von Aufträgen aufgenommen werden.

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