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Helena Åström Boss

Helena Åström Boss, Ingenieur-Geometerin, Bundesamt für Landestopografie
Helena Åström Boss, Ingenieur-Geometerin, Bundesamt für Landestopografie

Recht, Technologie und Föderalismus verknüpfen  

Sie arbeiten als Geometerin, war das schon immer Ihr Wunschberuf?

Ich war schon immer sehr gerne draussen, hatte Freude an Karten und an Mathematik. Diese Kombination hat mich dann – nach einigen Gesprächen mit der Berufsberatung - an die ETH geführt. Dort habe ich Vermessungsingenieurin studiert. Ich habe meine Entscheidung bis heute nicht bereut.

Welche beruflichen Stationen haben Sie danach durchlaufen?

Nach dem Studium arbeitete ich zuerst in der Privatwirtschaft. Dort konnte ich das Handwerk der Vermessung in der Praxis anwenden. Im Anschluss daran folgten zehn Jahre beim Kanton Bern. Und nun bin ich seit ein paar Jahren beim Bundesamt für Landestopografie tätig. Diese verschiedenen Stationen haben mir ein gutes Verständnis für die Anliegen und Probleme meiner heutigen Partner gegeben. Denn ich habe im Alltag mit privaten Geometerbüros, Gemeinden und Kantonen zu tun. Ich erlebe Föderalismus jeden Tag hautnah.

Was ist denn Ihre Hauptaufgabe als Geometerin bei swisstopo?

Ich bin in der Eidgenössischen Vermessungsdirektion tätig. Wir begleiten und kontrollieren die amtliche Vermessung in den Kantonen und machen strategische Vorgaben. Die Schweiz ist noch nicht vollständig vermessen. Ältere Vermessungen sind noch grafisch gemacht worden, nun erneuern wir sie im digitalen Format.

Das tönt nach modernster Technologie. Prägt dies Ihren beruflichen Alltag?

Technologie spielt häufig mit, oft auch in Verbindung mit rechtlichen Fragen. Im Moment bin ich zum Beispiel stark im Projekt „3D Eigentum“ engagiert. Dort geht es um die Frage, wem eigentlich der Boden im Untergrund gehört und wer ihn wie nutzen darf, zum Beispiel für Tunnel oder Geothermie. Und wie sich diese dritte Dimension unter dem Boden vermessen lässt. Das sind neue juristische und technische Fragestellungen. Wobei auch hier die Kantone ein gewichtiges Wort mitzureden haben.

Konnten Sie sich beim VBS weiterentwickeln?

Rechtliche und technische Fragen habe ich soeben angesprochen. Ein anderes Thema sind die Sprachen. Ich betreue in meiner Funktion die Kantone Tessin und Graubünden. Bei Stellenantritt war es eine Bedingung, dass ich Italienisch lerne. Nach verschiedenen Sprachkursen verstehe ich inzwischen italienische Texte recht gut und beantworte E-Mails meist auf Italienisch. Deutsch, Französisch und Italienisch brauche ich hier bei swisstopo jeden Tag. Ich habe Freude an Sprachen. Man kann sie immer nutzen, ob im Büro oder privat.

Sie haben einen intensiven Job. Bringen Sie Berufliches und Privates unter einen Hut?

Ja, die Arbeitsbedingungen sind sehr gut. Viele berufstätige Leute kommen irgendwann in die Situation, wo die Eltern Unterstützung brauchen. Das ist bei mir nicht anders. Auch deshalb bin ich froh, nicht starre Arbeitszeiten zu haben. So kann ich geleistete Mehrarbeit nach Bedarf zwischendurch wieder kompensieren.