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Jürg Bühler

Jürg Bühler, Jurist, Vizedirektor Nachrichtendienst des Bundes
Jürg Bühler, Jurist, Vizedirektor Nachrichtendienst des Bundes

Auch «Agenten» können Beruf und Familie vereinbaren  

Agenten und Geheimnisse, der Stoff, aus dem Bubenträume sind! Wie nah ist Ihre Arbeit daran?

James Bond bin ich natürlich nicht. Doch es gibt ähnliche Aspekte, schliesslich befasse ich mich mit spannenden Themen wie der Abwehr von Terrorismus, Spionage, Proliferation von Massenvernichtungswaffen, Extremismus, militärischen Bedrohungen. Für mich ein Traumberuf.

Welche Wege führten Sie bis zu Ihrem Traumberuf?

Ich habe Jura studiert und ein Praktikum im Bundesamt für Justiz war mein Einstieg in die Bundesverwaltung. Nach vier Jahren im Rechtsdienst der Bundesanwaltschaft wurde ich stellver­tretender Chef der Bundespolizei und zuständig für gerichtpolizeiliche Ermittlungsverfahren. Irgendwann stand ich vor der Entscheidung: Kriminalpolizei oder Nachrichtendienst. Mein Entscheid fiel für den Nachrichtendienst. So eine Karriere lässt sich nicht planen. Ich hatte jedoch zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Fähigkeiten.

Wie sieht Ihr typischer Arbeitstag aus?

Wir haben die Aufgabe eine umfassende Bedrohungsbeurteilung der Schweiz bereitzustellen. Meine Arbeitstage sind dabei eine Mischung aus Führung, Koordination, Kommunikation, Austausch und Analyse. Sie beginnen mit dem Sich­ten von Informationen zur aktuellen Lage, gefolgt von der täglichen Lagebestimmung in der Geschäftsleitung, dann geht es über zum Tagesgeschäft (Sitzungen, politische Geschäfte, Reisen etc.).

Was motiviert Sie besonders?

Die Aufgabe an sich. Ich erbringe einen Dienst an der Öffentlichkeit, denn die Schweiz hat Anrecht auf Schutz und Sicherheit. Wir schü­t­z­en Menschen­leben, indem wir Gefahren frühzeitig erkennen und Massnahmen ergreifen. Die Mischung aus langfristigen und plötzlich aktuellen Themen macht meine Arbeit zusätzlich spannend.

Ihr Beruf ist zeitlich anspruchsvoll. Wie organisieren Sie Berufs- und Familienzeit?

Durch die flexiblen Arbeitszeitmodelle des Bundes, zum Beispiel die Vertrauensarbeitszeit, kann ich Beruf und Familie gut vereinbaren. Die Vertrauensarbeit erlaubt mir eine hohe Flexibilität. In der Familie sind wir natürlich auch gut organisiert und unterstützen uns gegenseitig.

Wie unterstützen Sie als Führungskraft Ihre Mitarbeitenden bei diesem Thema?

Die Arbeitszeitmodelle des Bundes ermöglichen es Beruf und Familie zu vereinbaren. Durch diese Modelle können die NDB Mitarbeitenden auch ausserberufliche Engagements, z.B. in Gemeindepolitik oder in Ehrenämtern, wahrnehmen.