Roland Kurzo

«Mir ist es sehr wichtig, eine gute Beziehung und Vertrauen zu den Lernenden aufzubauen.»

Roland Kurzo, Berufsbildner für Laborant/in Fachrichtung Chemie, Bundesamt für Bevölkerungsschutz, Labor Spiez
Roland Kurzo, Berufsbildner für Laborant/in Fachrichtung Chemie, Bundesamt für Bevölkerungsschutz, Labor Spiez

Was gefällt Ihnen an der Arbeit mit den Lernenden besonders?

Es «fägt» einfach! Ich werde immer älter und sie bleiben immer gleich jung. Es ist eine willkommene Abwechslung zum „normalen“ Arbeitsalltag. Die Jugendlichen sind voller Energie und Action. Für mich ist es sehr wertvoll, ihnen etwas beizubringen und mein Wissen und meine Erfahrungen an sie weitergeben zu können. Ich mag auch die Vielfalt, denn jeder Lernende ist anders in seiner Persönlichkeit und seinem Verhalten. Technisch und methodisch muss ich immer am Ball bleiben.

In welchen Momenten müssen Sie auch mal streng sein?

Wenn ich beispielsweise Anweisungen mehrmals wiederholen muss, kann dies nicht der richtige Weg sein. Ist dies der Fall, setze ich mich mit den Lernenden zusammen. Zudem lege ich viel Wert auf Pünktlichkeit, einen sauberen Arbeitsplatz und ein genaues Protokoll. Ich bin mir durchaus bewusst, dass administrative Aufgaben den Lernenden weniger gut gefallen, doch auch diese müssen erledigt werden.

Was ist Ihnen wichtig in Ihrer Funktion als Berufsbildner?

Sich für die Lernenden Zeit zu nehmen! Mir ist es sehr wichtig, eine gute Beziehung und Vertrauen zu den Lernenden aufzubauen. Wenn die Lernenden ihren ersten Tag bei mir im organischen Chemielabor verbringen, dann reserviere ich mir den ganzen Tag für sie. Ein kollegialer, respektvoller Umgang ist die Grundlage einer erfolgreichen Zusammenarbeit. Ein gesunder Abstand ist nötig. Dieser schliesst jedoch ein Unihockeyspiel mit den Lernenden über Mittag nicht aus.

Was möchten Sie den Lernenden für ihre berufliche Zukunft mitgeben?

Ich möchte sie sowohl auf die Abschlussprüfungen als auch für die Zeit nach der Lehre und für ihre weitere berufliche Karriere optimal vorbereiten. Sie sollten zuverlässige, selbständige und vertrauenswürdige Mitarbeitende werden, die auch in anderen Unternehmen bestehen können.

Wie stehen die Chancen auf dem Arbeitsmarkt im Bereich Chemielaborant/in?

Regional ist es sicherlich schwierig. Es gibt nur sehr wenige Labors, und für viele Stellen braucht es bereits einen gewissen Erfahrungsschatz. Wenn die Lernenden jedoch offen für andere Regionen sind, dann stehen die Chancen gut. Zudem sind die Weiterbildungsmöglichkeiten in dieser Sparte super.

Haben Sie einen Tipp für Jugendliche, die sich für eine Lehre im Labor Spiez interessieren?

Wichtig ist, dass sich die Jugendlichen über den Betrieb und den Beruf informieren und sich intensiv damit beschäftigen. Die Lernenden sollen selber spüren, ob die Lehre zum/r Chemielaborant/in überhaupt etwas für sie ist. Und sie müssen sich bewusst sein, dass die Lehre sehr mathematiklastig ist, viel Ausdauer und Konzentration sowie ein sauberes und genaues Arbeiten verlangt.