«Die kommenden Jahre versprechen ein äusserst spannendes Arbeitsumfeld»
Interview mit Albert Blarer, Wissenschaftlicher Projektleiter senior bei der armasuisse.
Was ist Ihre Aufgabe beim Bundesamt für Rüstung armasuisse?
Ich arbeite als Projektleiter im Cyber-Defence Campus bei armasuisse Wissenschaft + Technologie. Unsere Aufgabe liegt in der Umsetzung wissenschaftlicher und technologischer Erkenntnisse in angewandte Fragestellungen des VBS. Also zum Beispiel wie ich Desinformation in modernen Kommunikations-Medien erkenne. Für solche Fragestellungen arbeiten wir eng mit Hochschulen zusammen. Sie liefern uns die wissenschaftlichen Grundlagen. Für die Umsetzung profitieren wir vom technischen Know-how der Industrie.
Was ist das Einzigartige, das Spezielle Ihrer Aufgabe?
Die Interdisziplinarität; die Aufgaben aus verschiedenen Blickwinkeln und Disziplinen zu beleuchten, ist nicht nur lohnenswert, sondern auch faszinierend. Ich erhalte bei meiner Arbeit die Möglichkeit, eine komplexe Optimierungsaufgabe mit Hilfe biologisch inspirierter Algorithmen zu lösen oder ein neuartiges Entscheidungskonzept mit Hilfe der Schwarmintelligenz anzugehen. Solche fächerübergreifenden Ansätze sind für mich einzigartig.
Warum können Sie armasuisse als Arbeitgeberin empfehlen?
armasuisse bietet eine reiche Themenvielfalt mit sehr aktuellen und spannenden Fragestellungen. Die Komplexität der Aufgaben erfordert die Arbeit im Team. Darin liegt für mich der grosse Mehrwert: armasuisse schafft eine sehr angenehme, teamorientierte Atmosphäre. Die Zusammenarbeit mit Ingenieurinnen und Ingenieuren, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Domänen-Expertinnen und -Experten ist zudem sehr lehrreich.
Was möchten Sie uns sonst noch zum Thema Arbeitgeber VBS sagen?
Aktuelle Megatrends wie die Klimaveränderung, die Urbanisierung, der Wandel der Demographie oder die sprunghaften Innovationen in den Technologien wie beispielsweise in der Künstlichen Intelligenz, zeigen auch beim VBS grosse Wirkung. Aufgaben in den Bereichen Militär, Sport, Bevölkerungsschutz und Nachrichtendienst erfahren ganz neue Impulse durch solche Megatrends. Die kommenden Jahre versprechen ein äusserst spannendes Arbeitsumfeld.
Ist aus Ihrer Sicht als Experte nun künstliche Intelligenz eine Chance oder Gefahr?
Künstliche Intelligenz birgt Chancen und Gefahren zugleich. Sie besitzt das Potential, unsere Gesellschaft grundlegend zu verändern. Bemerkenswert ist, wie häufig wir künstliche Intelligenz im Alltag bereits nutzen, ohne uns dessen richtig bewusst zu sein. Wer heute ein Smartphone einsetzt, benutzt sie zum Beispiel zur Gesichtserkennung. Im Alltag gibt es immer mehr solche Anwendungen, die uns unterstützen, und dennoch verbreitet sich die Technologie recht unauffällig. Fehlendes Bewusstsein, zu was künstliche Intelligenz fähig ist, und fehlende Kontrolle über unsere Daten, die wir tagtäglich mit Smartphones oder selbst bei simplen Einkäufen produzieren, bergen auch erhebliche Gefahren.
Kann der Mensch mit der Entwicklung in der künstlichen Intelligenz überhaupt mithalten?
Manche Aufgaben erledigen künstliche Intelligenzen besser und schneller, als Menschen es je könnten. Dennoch gibt es Grenzen. Wenn künstliche Intelligenz in Entscheidungsprozessen genutzt wird, müssen solche Systeme sorgfältig geprüft werden. Moderne Algorithmen sind äusserst komplex. Ihre Entscheidungskriterien sind durch Menschen in der Regel nicht nachvollziehbar. Die Nachvollziehbarkeit erlangt grosse Bedeutung, wenn es um existentielle Entscheidungen geht. Insbesondere dann, wenn in einer autonom getroffenen Fehlentscheidung die rechtlichen oder ethischen Konsequenzen nicht absehbar sind.
Zur Person
Albert Blarer hat ein Studium der Biologie und anschliessend ein Doktorat in Biomathematik absolviert. Bei der armasuisse arbeitet er seit 2016. In seiner Freizeit widmet er sich der Imkerei oder verbringt entspannte Stunden im Faltboot auf Seen oder Flüssen.
