Munition in Schweizer Seen
In mehreren Schweizer Seen liegt alte Munition der Armee. Im Thunersee, im Brienzersee und in Teilen des Vierwaldstättersees sind es zusammen rund 8'000 Tonnen Munition und Munitionsreste. Ein grosser Teil davon sind Rückstände der Munitionsfabriken Thun und Altdorf.
Das VBS hat zwischen 2006 und 2010 mit Fachleuten und den Kantonen genau abgeklärt, ob davon eine Gefahr für Menschen oder die Umwelt ausgeht. Danach wurden regelmässige Kontrollen vereinbart. Von 2012 bis 2016 wurde das Seewasser alle zwei Jahre untersucht. Die Resultate zeigten keine Hinweise darauf, dass aus der versenkten Munition Stoffe ins Wasser gelangen. 2019 wurden zusätzlich die Sedimente geprüft - auch das bestätigte die früheren Ergebnisse. Darum werden die Sedimente künftig etwa alle 10 Jahre kontrolliert und das Seewasser alle 5 Jahre.
Im Neuenburgersee betrifft das Thema vor allem den Fliegerschiessplatz Forel. Dort liegen laut einer historischen Untersuchung rund 4'500 Tonnen meist unkritische Munitionsreste am Seegrund. Seit 2021 wird in Forel nicht mehr geschossen. Das VBS nimmt dort Wasser- und Sedimentproben und führt zusammen mit Kantonen und Umweltpartnern weitere Untersuchungen durch.
Ein spezieller Fall ist auch der Rotsee bei Luzern: Dort gab es 1916 eine Explosion in einem Munitionsdepot. Dabei wurden Handgranaten in die Umgebung und in den See geschleudert. Rund 1'500 Handgranaten konnten bisher geborgen werden; geschätzt liegen noch etwa 8'600 im See. Das VBS übernimmt hier neu die Zuständigkeit und untersucht den See systematisch. Die Arbeiten sollen im Herbst 2024 beginnen.
