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Veröffentlicht am 11. August 2025

Projekt TK A – Telekommunikation der Armee

Telekommunikation der Armee

Übersicht

Viele der im Einsatz stehenden Telekommunikationssysteme der Armee stammen aus den 1990er-Jahren und erreichen in den kommenden Jahren ihr Nutzungsende. Die Modernisierung soll jedoch nicht System für System, unter Beibehaltung der vielen Schnittstellen zu Nachbarsystemen erfolgen. Vielmehr sollen die zu ersetzenden Systeme in ein Gesamtkonzept integriert werden und damit als Teile einer Informations- und Kommunikationstechnologie-Plattform mit der erforderlichen Bandbreite funktionieren. Dies ermöglicht den durchgängigen Datenaustausch zwischen den Systemen, welcher zentral für das Vorhaben der digitalen Transformation des Sensor-Nachrichten-Führungs-Wirkungs-Verbunds (SNFW) ist. Mit dem Projekt TK A wird dabei die Übertragungs- und Vernetzungsleistungen in der Teilmobilität und Mobilität der Armee modernisiert. Dies ist zwingend notwendig, wenn Einsätze der Armee in einem digitalisierten Gefechtsfeld mit hohem Operationstempo erfolgreich sein sollen. Die Armee beabsichtigt deshalb, die derzeit vielfältige Systemlandschaft in mehreren Beschaffungsschritten in eine einheitliche Telekommunikationsplattform zu überführen. Wo nötig sind auch Nutzungsverlängerungsprojekte vorgesehen, um während der langen Beschaffungszeit der neuen Systeme, bestmögliche Voraussetzungen für den Weiterbetrieb der bestehenden Systeme zu gewährleisten.

Der erste Beschaffungsschritt beinhaltet die Anschaffung und Einführung von Richtstrahlgeräten mit erweiterter Funktionalität und konnte bereits abgeschlossen werden. Mit dem zweiten Beschaffungsschritt werden neue Generationen taktischer Funksysteme, neue Bordverständigungsanlagen und neue Sprechgarnituren beschafft. Der dritte Beschaffungsschritt enthält eine neue Generation Richtstrahlgeräte, den Ersatz für das Integrierte Militärische Fernmeldesystem (IMFS) sowie das Kommunikations-Technologie-Planungssystem. Der vierte Beschaffungsschritt umfasst die Systeme zur Mitnutzung ziviler Telekommunikationsnetze wie beispielsweise das Mobilfunknetz und wurde ebenfalls bereits abgeschlossen. In den nachfolgenden Beschaffungsschritten, ab Ende der 2020er Jahre, sollen Ergänzungen zu den vorhandenen Systemen als auch die Beschaffungen von zusätzlichen Kommunikationsmitteln wie Hochfrequenz-Funk und Satellitenkommunikation erfolgen.

Projektdauer

Projektbeurteilung

Hinweise zur Beurteilung

Die Zielerreichung des Gesamtprojekts ist aufgrund von Lieferschwierigkeiten und Qualitätsmängeln im Beschaffungsschritt 2 (Ersatz mobile Kommunikation) gefährdet. Dadurch kann der ursprüngliche Zeitplan nicht eingehalten werden. Eine Neubeurteilung der technischen Maturität für den Beschaffungsschritt 2 erfolgt per Ende 2025. Nach Vorliegen dieser Beurteilung wird die Neuplanung im 1. Quartal 2026 dem Projektausschuss zur Genehmigung beantragt. Um die Auswirkungen auf die Projekte mit Abhängigkeiten zu TK A (wie TASYS, Mörser16, WE Schützenpanzer 2000, etc.) zu minimieren, werden diese entsprechend priorisiert beziehungsweise Übergangslösungen erarbeitet.

Nachfolgend die Beurteilungen der einzelnen Beschaffungsschritte:

  • Schritt 1 (genehmigt mit zusätzlichem Rüstungsprogramm 2015): Die Beschaffung ist erfolgreich abgeschlossen.
  • Schritt 2 (genehmigt mit Rüstungsprogramm 2020): Die Lieferschwierigkeiten und Qualitätsprobleme seitens Lieferantin verunmöglichen die termingerechte Umsetzung des Beschaffungsschrittes 2, so dass aktuell eine Neuplanung in Erarbeitung ist. Sollte die geforderte technische Maturität nicht nachgewiesen oder die neue Terminplanung wieder nicht eingehalten werden können, wären die Auswirkungen auf die wichtigen Projekte mit Abhängigkeiten zu TK A gross und entsprechende Massnahmen müssten getroffen werden.
  • Schritt 3 (genehmigt mit Rüstungsprogramm 2020): Verläuft nach Plan, in den nächsten Monaten erfolgen wichtige Abnahmen des Systems.
  • ­Schritt 4 (genehmigt mit Rüstungsprogramm 2020): Die Mitnutzung zellularer Datenfunknetze wurde umgesetzt und das Projekt erfolgreich abgeschlossen. Im Schritt 4 ist geplant, die Anforderungen MzD Minimalausbau auf den MzD Teilbausbau zu erhöhen. (Vorzug der Inhalte aus dem Rüstungsprogramm 2032). Es geht darum, die militärischen Kommunikationsknoten an eine robuste zivile und durch die Armee kontrollierbare Infrastruktur anzubinden (swisscom), um die Integrationsabhängigkeiten neuer Applikationen vom Taktischen Funk auf den mobilen Militärischen Plattformen zu reduzieren.
  • ­Schritt 5: Der Projektauftrag wurde am 4. Juni 2025 erteilt, Grundlagenarbeiten und erste Industrieanfragen laufen. Die Lieferfähigkeit der Anbieter wird aktuell abgeklärt. Ein engmaschiger Test- und Integrationsplan soll die Zielerreichung absichern.
  • ­Für den Beschaffungsschritt 6 sind die Arbeiten für die Beauftragungen angelaufen.

Investitionen

Hinweise zu den Investitionen

Im Beschaffungsschritt 2 wurden teuerungsbedingte Mehrkosten seitens Lieferantin ausgewiesen, zu dessen Deckung aktuell ein Zusatzkredit als Option vorgesehen ist. Abklärungen bezüglich Vorgehen, Höhe und Zeitpunkt dieses Zusatzkredits sind im Gange.

In der 2. Jahreshälfte 2025 wird die Eidgenössiche Finanzkontrolle (EFK) das Teilprojekt Ersatz IMFS prüfen.

Weitere Informationen

Kommunikation Verteidigung

Eidgenössisches Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport VBS
Gruppe Verteidigung
Bundeshaus Ost
CH - 3003 Bern