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Veröffentlicht am 5. Juni 2026

Terrorismus

Der Nachrichtendienst des Bundes (NDB) publiziert halbjährlich die Anzahl Fälle, die er im Rahmen seiner Aufgabe der Terrorismusabwehr bearbeitet: Im Juni 2026 verzeichnet der NDB 44 Risikopersonen und 92 dschihadistisch motivierte Reisende. Die Anzahl der im Dschihad-Monitoring des NDB behandelten Fälle ist von 922 im November 2025 auf 958 im Juni 2026 gestiegen.

Anzahl Risikopersonen

Der Begriff «Risikoperson» bezeichnet Personen, die heute ein erhöhtes Risiko und eine primäre Bedrohung für die innere und äussere Sicherheit der Schweiz darstellen. Aktuell verzeichnet der NDB 44 Risikopersonen (46 im November 2025). Als Risikopersonen erfasst werden sowohl Dschihadisten als auch Personen, die andere Formen des Terrorismus unterstützen und dazu ermutigen.

Die Risikopersonen werden durch den NDB gemäss einer Kombination sehr präziser Kriterien bestimmt, wobei ein konkreter Gewaltbezug ausschlaggebend ist. Alle Risikopersonen werden ausserdem laufend dem Bundesamt für Polizei fedpol und der Bundesanwaltschaft gemeldet. Der NDB bearbeitet diese Fälle in Koordination mit den betroffenen Kantonen und Behörden und trifft präventive Massnahmen, die in seinem Zuständigkeitsbereich liegen. Die Liste der Risikopersonen wird stetig überprüft.

Dschihad-Monitoring: Die kumulative Anzahl der auffälligen Nutzer steigt von 922 auf 958

Im Rahmen der Terrorismusabwehr führt der NDB ein Monitoring einschlägiger, von Dschihadisten genutzten öffentlichen Internetseiten, sozialer Medien und Foren durch. Seit 2012 hat der NDB 958 Nutzer (922 im November 2025) identifiziert, die in oder aus der Schweiz im Internet dschihadistisches Gedankengut verbreiten oder sich mit Gleichgesinnten im In- und Ausland vernetzt haben.

Die Zahl von 958 entspricht der kumulierten Gesamtzahl verdächtiger Internetnutzer, die der NDB seit 2012 im Rahmen der Überwachung des Dschihadismus im Internet identifiziert hat. Das heisst nicht, dass alle diese 958 Personen vom NDB überwacht werden. Es bedeutet, dass seit November 2025 sechsunddreissig weitere Fälle festgestellt wurden. Es handelt sich dabei um Personen, die durch öffentlich zugängliche Online-Aktivitäten aufgefallen sind.

Wenn Anhaltspunkte vorliegen, dass sich eine Person radikalisiert hat, kann der NDB im Rahmen seines gesetzlichen Auftrages präventive Ansprachen durchführen und ausländerrechtliche Massnahmen wie Einreiseverbote, Ausweisungen, Widerrufe des Aufenthaltsstatus und Ausschreibungen zur Aufenthaltsnachforschung beantragen. Bei Verdacht auf strafbare Handlungen übergibt der NDB die Fälle an die Strafverfolgungsbehörden.

Keine neuen Fälle von dschihadistisch motivierten Reisenden seit der letzten Publikation

Im Rahmen der Terrorismusabwehr erfasst der NDB zur operativen Bearbeitung seit 2001 die Fälle von dschihadistisch motivierten Reisenden aus der Schweiz. Folglich handelt es sich dabei um kumulierte Zahlen. Die Zusammenarbeit mit den Behörden des Bundes (Bundesanwaltschaft, Bundesämter für Justiz und Polizei, Staatssekretariat für Migration, Grenzwachtkorps, Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten usw.) und der Kantone ist eng und kontinuierlich.

Die Anzahl der dschihadistisch motivierten Reisenden aus der Schweiz, die in Konfliktgebieten waren oder sich noch immer dort befinden, liegt bei 92 Fällen. Seit 2001 wurden 78 Abreisen mit Ziel Syrien und Irak, 13 Richtung Somalia, Afghanistan und Pakistan und 1 auf die Philippinen verzeichnet. Einige dieser Personen befinden sich noch vor Ort oder reisen in den Konfliktgebiet umher; 32 Personen sind gestorben. Die Anzahl der Rückkehrer beläuft sich auf 16. Unter den 92 Fällen befinden sich 30 Personen, die über eine schweizerische Staatsangehörigkeit verfügen (davon 15 Doppelbürger).

Halbjährliche Publikation

Bis im Mai 2019 publizierte der NDB die Zahlen zu den dschihadistisch motivierten Reisenden vierteljährlich. Aufgrund ihrer Stabilität – der NDB hat seit 2016 keine Abreise in das syrisch-irakische Konfliktgebiet festgestellt – werden diese Zahlen zweimal pro Jahr zusammen mit der Zahl der Risikopersonen und jener des Dschihad-Monitorings veröffentlicht.

Weitere Informationen

Kontakt für Medienschaffende

Nachrichtendienst des Bundes NDB
Linda von Burg, Chefin Kommunikation
Christoph Gnägi, stv. Chef Kommunikation
Papiermühlestrasse 20
CH - 3003 Bern