«Wir sind ein spezielles Völkli»
Pascal Mosimann ist Projektleiter Event beim Zentrum Digitale Medien der Armee DMA und hat im wahrsten Sinne des Wortes kein 9-to-5-Job. In welchem Moment sein Puls in die Höhe schnellt und mit wem er gerne auf Welttournee gehen würde, erzählt der 41-jährige aus Niederwangen BE in einem Interview.
Kommunikation VBS, Tanja Rutti
Pascal Mosimann, Sie sind Projektleiter Event beim Zentrum Digitale Medien der Armee DMA. Was ist Ihre Aufgabe?
Als Projektleiter Event decken wir die technischen, respektive audiovisuellen Bedürfnisse für die Anlässe der Bedarfsträger des VBS ab, namentlich für die verschiedenen Jahresrapporte, Konferenzen, Öffentlichkeitsanlässen sowie Special Events wie zum Beispiel Flugshows und Leadership Talks.
Von ungefähr wie vielen Anlässen sprechen wir hier pro Jahr?
Das sind jährlich zwischen 40 und 60 Anlässe, welche ich zusammen mit Geza Hiba, ebenfalls Projektleiter des DMA, und in Kooperation mit den WTO-Partnern, betreue.
Wie sind Sie in die Eventbranche reingerutscht?
Ich habe meine kaufmännische Ausbildung in der Automobilbranche absolviert und war dort schon immer sehr technikinteressiert. Zudem war ich bereits früh als Hobby-DJ tätig und hatte ein Flair für die Audiotechnik. Für mich war schnell klar, dass ich einmal etwas in Richtung Eventtechnik machen wollte und konnte nach ein paar Temporäranstellungen als Sachbearbeiter bei einer Veranstaltungsfirma meine ersten Erfahrungen sammeln.
Seit wann sind Sie beim VBS und wie kamen Sie zu dieser Stelle beim DMA?
Ich arbeite seit Juli 2019 beim VBS. Bis dahin war ich bei der besagten Berner Veranstaltungsfirma, in der Zwischenzeit nun als Projektleiter, tätig. Diese Firma ist langjähriger WTO-Partner des DMA und ich hatte somit bereits mit dem DMA zusammengearbeitet und verschiedene Armeeanlässe mitorganisiert. Nach 15 Jahren bei dieser Firma verspürte ich Lust nach einer Veränderung. Da traf es sich gut, dass das DMA aufgrund der wachsenden Auftragslage einen zweiten Projektleiter benötigte und ich von ihnen angefragt wurde.
Erfahrungen mit einer Arbeit im VBS hatten Sie aber schon früher gemacht.
Ja, einer meiner Temporärstellen führte mich damals auch ins HR der Luftwaffe. Das Umfeld hatte mir da schon sehr gefallen.
Was ist das Besondere an Ihrer Arbeit?
Kein Tag gleicht dem anderen, es wird einem nie langweilig und man steht jeden Tag wieder vor neuen Herausforderungen.
Es braucht sehr viel Herzblut und Bereitschaft über den Tellerrand zu schauen.
Was sind die Voraussetzungen, um Ihren Beruf ausüben zu können?
Es braucht sicherlich Organisationstalent, Interesse an der Technik und Freude am Umgang mit den verschiedensten Menschen. Weiter muss man vernetzt denken können, bereit für unregelmässige und häufig sehr lange Arbeitszeiten und für Dienstreisen in der ganzen Schweiz sein. Es ist auch wichtig, dass man über den Tellerrand schauen kann und es braucht sehr viel Herzblut. Man muss für diese Arbeit ein gewisses Flair haben und wir sagen unter uns immer, dass wir ein spezielles Völkli sind. (Lacht).
In welchen Situationen schnellt bei Ihnen der Puls in die Höhe?
Wenn zum Beispiel fünf Minuten vor Showbeginn plötzlich ein technischer Fehler auftritt und dieser noch ganz schnell und möglichst unauffällig behoben werden muss. Man darf sich die Nervosität aber möglichst nicht anmerken lassen, sonst überträgt sich diese auf alle Beteiligten. Das Credo ist also immer, sich ja nicht aus der Ruhe bringen zu lassen.
Was sind jeweils die speziellsten Momente an einem Anlass?
Auch nach über 18 Jahren in der Branche, sind die Anspannung kurz vor dem Start und während dem Event sowie die Erlösung, das Aufatmen und den Stolz, den man verspürt, wenn eine komplexe Veranstaltung erfolgreich über die Bühnen gegangen ist, immer wieder speziell. Und natürlich auch wenn man die Emotionen des Publikums spürt.
Gibt es ein Erlebnis, dass Ihnen ganz besonders in Erinnerung geblieben ist?
Spezielle Anlässe oder unvergessliche Begebenheiten waren sicherlich der Kadertag der Chefin VBS im Februar 2020, welcher ein paar Stunden vor der Aufführung wegen Corona abgesagt werden musste und dann allgemein die Einsätze während der Pandemie und die ganze Umplanung auf digitale Anlässe. In besonderer Erinnerung bleibt mir auch mein erster Job beim DMA: der Anlass «200 Jahre Waffenplatz Thun» mit einer weitläufigen Aussenbeschallung. Bei meiner vorherigen Stelle waren es zum Beispiel das Swiss Economic Forum in Interlaken, wo wir 30 Stunden durchgearbeitet hatten und ein Event in einer Basler Kunstgalerie von der allerschrägsten Sorte. (Lacht laut).
Was mögen Sie besonders an Ihrer Arbeit…
Mir gefällt das Reisen und dass man Orte und Locations kennenlernt, wo zu man sonst nie Gelegenheit hätte. Weiter sind es die spannenden Begegnungen mit den unterschiedlichsten Menschen, vom Soldaten bis zum Chef der Armee, vom durchschnittlichen Bürger bis hin zur Prominenz in Politik, Wirtschaft und Sport. Ich mag auch die Selbstständigkeit und die Freiheiten, die man in diesem Beruf hat und den Ausgleich zwischen Planungsarbeiten im Büro und dem Handanlegen vor Ort.
…und was weniger?
Ich bin ein Familienmensch und die teilweise langen Abwesenheiten von der Familie sind nicht immer einfach. Schwierig ist auch, dass man von der Technik abhängig ist und blind darauf vertrauen muss, dass alles klappt und es frustrierend ist, dass man auch trotz Wartung und mehrmaligen Prüfen nicht von einem plötzlichen Aussetzer gefeimt ist.
Toll wäre natürlich eine Welttournee mit einer grossen Rockband mitzumachen.
Für welchen Event würden Sie als Eventtechniker gerne mal im Einsatz stehen? Gibt es da einen Traum-Event?
Das gibt es einige. Zum Beispiel würde ich gerne bei einem grossen Sportevent mitarbeiten, wie zum Beispiel dem Superbowl, dem Final einer Fussball-WM oder dem NBA All-Star Game. Weiter wäre die Cirque du Soleil-Show in Las Vegas eindrücklich, wo die Bühnentechniker aus Sicherheitsgründen teilweise sogar angeseilt sein müssen. Toll wäre natürlich auch eine Welttournee mit einer grossen Rockband mitzumachen, der Traum jedes Eventtechnikers. (Sagt es mit glänzenden Augen und lacht verschmitzt).
Aufgabengebiet Projektleiter Event beim DMA
- Beratung und Hilfestellung bei Ablauf, Content und Kommunikation
- Organisation und Koordination der benötigen Ressourcen bezüglich Veranstaltungstechnik (Material, Personal, Transport)
- Koordination vor Ort zwischen Bedarfsträger und Techniker
- Mithilfe bei Beladen und Entladen, Koordination und Mithilfe bei Auf- und Abbau
- Ablaufregie während Event und/oder Bedienen eines Teils der Technik
- Controlling (Budget/Abrechnungen/Beschaffungen)
- Strategie DMA (Portfolio/Materialbewirtschaftung)
Je nach Grösse des Anlasses wird ein Team von durchschnittlich 10 Personen durch den Projektleiter geführt. Crewmitglieder: Audiotechniker, Videotechniker, Bildtechniker (Kameras), Kameraoperator, Lichttechniker, Contentverantwortlicher, Rigger und diverse Hilfskräfte/Trucker







