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Führungsinformationssystem Heer (FIS HE): Schadensbegrenzung eingeleitet

Bern, 21.08.2012 – Die Beschaffung von FIS HE erfolgte alles andere als optimal, so wurde denn auch das Rüstungsprogramm 2006 nur mit Stichentscheid gutgeheissen. Stationär hat sich das System sehr gut bewährt und deshalb soll als Know how behalten werden, was in der Zwischenzeit erarbeitet und investiert wurde. Dies hält das Eidg. Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport VBS in einem Bericht an die Sicherheitspolitischen Kommissionen fest.

Bereits in den Jahren 2000 bis 2002 hat sich der Bereich Führungsunterstützung des Generalstabes mit der Thematik elektronischer Führungssysteme befasst, und 2003 wurden die Zielvorstellungen der Armee konkretisiert. Unter Auflagen wurde im Frühjahr 2006 die Truppentauglichkeit erteilt, und die Beschaffungsreife konnte nur einen Tag vor der Verabschiedung der Rüstungsprogramm-Botschaft erreicht werden. Die Beschaffung war von Beginn weg politisch stark umstritten, und so wurde denn auch das Rüstungsprogramm 2006 nur mit Stichentscheid der Ratspräsidentin gutgeheissen. Infolge der im Projekt aufgetretenen Probleme hat das VBS im Jahr 2009 entschieden, auf den dritten Ausbauschritt zu verzichten und umfangreiche Prüfungsarbeiten in Auftrag zu geben.

Im bereits von der Sicherheitspolitischen Kommission des Nationalrats beratenen Bericht vom 31. Juli 2012 kommt das VBS zum Schluss, dass die Beschaffung von FIS HE alles andere als optimal erfolgte. Zwar wurde eine gut funktionierende und für die Bedürfnisse der Armee nützliche Soft- und Hardware gekauft, doch wurde bei der Planung und Beschaffung von FIS HE der Aspekt der Telekommunikation falsch beurteilt. Entgegen der bei der Beschaffung geäusserten Absicht können die einzelnen Systeme heute nicht zu einem Netz verbunden werden, ausser sie seien an einem festen Standort und an einem fixen Telekommunikationsnetz angeschlossen. FIS HE kann also im mobilen Einsatz kaum genützt werden.

In intensiver, sorgfältiger Detailarbeit hat das VBS in den letzten Jahren im VBS die Situation vertieft analysiert, die Lehren aus den begangenen Fehlern gezogen und Varianten für das weitere Vorgehen evaluiert, so dass heute die Grundlagen für einen angepassten Einsatz der eingesetzten finanziellen Mittel bestehen. Das ursprüngliche Ziel des mobilen Einsatzes ist frühestens mit der Beschaffung neuer Telekommunikationsgeräte und nicht vor 2018 möglich.

In Anbetracht der aktuellen und zukünftigen Rahmenbedingungen, insbesondere auch in Bezug auf die Weiterentwicklung der Armee hat sich der Chef VBS in enger Absprache mit dem Chef der Armee sowie dem Rüstungschef für eine temporäre Reduktion der Einsatztiefe entschieden, d.h. untere Hierarchiestufen der Armee sollen vorläufig nicht mit FIS HE ausgerüstet werden. Allerdings wird das System weiterhin für grosse Organisationen mit stationärem Einsatz aktiv und umfassend genutzt.

Weiterführende Informationen

Adresse für Rückfragen

Sonja Margelist
Sprecherin VBS
031 324 88 75

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