print preview

Herausforderungen bei zwei wichtigen Projekten zur sicheren Kommunikation

Bern, 16.02.2021 – Beim Werterhalt des Sicherheitsfunksystems Polycom sowie beim Aufbau des sicheren Datenverbundsystems (SDVS) ist es zu Verzögerungen gekommen. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BABS) hat deshalb Massnahmen ergriffen. Unter anderem wurde die Zusammenarbeit mit dem Ersteller der Polycom-Infrastruktur intensiviert. Für den Aufbau des SDVS wurden die Arbeiten im BABS neu organisiert. Weitere Massnahmen sind in Prüfung.

Bei den Arbeiten für den Werterhalt des Sicherheitsfunksystems Polycom (WEP2030) hat das BABS im Mai 2020 zwar mit der Fertigstellung der Schnittstellenlösung (Gateway) für die Kommunikation zwischen der alten und neuen Technologie einen grundlegenden Zwischenschritt erreichen können. Dennoch sind grössere Verzögerungen entstanden. Die zurzeit laufende Einbettung der neuen Funksystemkomponenten in die kantonalen Datennetzumgebungen stellt jedoch hohe Anforderungen an die Qualität und Sicherheit. Die Errichtung dieser gegen Cyber-Angriffe zu schützenden Netzzonen erfordert fundiertes und spezifisches Fachwissen. Dieses Wissen aufzubauen hat sich auf Seiten des Systemintegrators Atos Schweiz AG als komplexer und schwieriger, als ursprünglich angenommen, herausgestellt.

Vor diesem Hintergrund sind die geplanten Zeitreserven für die Vorbereitung der kantonalen Netzinfrastrukturen nahezu ausgeschöpft. Folglich erhöht sich das Risiko eines über 2025 hinausgehenden Parallelbetriebs der alten und neuen Komponenten, welcher zu Mehrkosten führen würde.

Zusammenarbeit auf allen Stufen intensiviert und zusätzliche Fachspezialisten

Damit sowohl die Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen als auch der enge Zeitplan eingehalten werden können, wurde die Zusammenarbeit zwischen dem BABS und Atos Schweiz AG seit Anfang Jahr intensiviert. Dazu gehören wöchentliche bilaterale Kontakte zwischen dem seit Anfang 2021 amtierenden CEO Atos Schweiz AG, Bruno Schenk, und der ebenfalls seit Anfang 2021 amtierenden Direktorin BABS, Michaela Schärer, um bei Bedarf mit Sofortmassnahmen reagieren zu können. Ebenfalls wöchentlich wird der Projektfortschritt zwischen der Projektleitung BABS und der Projektleitung Atos abgeglichen und gesteuert. Die Firma Atos Schweiz AG hat zudem angekündigt, ihre Projektorganisation mit zusätzlichen Steuerungsmassnahmen und Fachspezialisten zu verstärken und wird zusätzliche Spezialisten zuziehen.

Überführung des Projekts SDVS in ein Programm

Das Projekt SDVS wurde aufgrund der grossen technischen Komplexität einer Gesamtbeurteilung unterzogen, was zu einem verzögerten Start des Vorhabens führt. SDVS wird neu in drei Projekte (Sicheres Datenverbundnetz, Datenzugangssystem, Lageverbundservices) aufgeteilt und soll gesamthaft in ein Programm überführt werden. Dieses Vorgehen ermöglicht es, sich zunächst auf die dringenden und umsetzungsreifen Projektschritte zu konzentrieren und noch im März mit der Konzeptphase für die Projekte Sicheres Datenverbundnetz und Datenzugangssystem zu starten. Zudem erlaubt es die Organisation als Programm, besser auf die zahlreichen und unterschiedlichen Abhängigkeiten mit anderen Geschäftsfeldern und Projekten des BABS Rücksicht zu nehmen. Der dafür erforderliche personelle Aufbau beim BABS ist im Gange.

Die Erschliessung der kantonalen SDVS-Standorte bis Ende 2023 geniesst weiterhin hohe Priorität. Darüber hinaus prüft das BABS auch bei SDVS weitere Massnahmen, um die Erreichung der Projektziele sicherzustellen und steht in engem Kontakt mit den involvierten Partnerorganisationen von Bund und Kantonen.

Adresse für Rückfragen

Sandra Walker
Chefin Kommunikation BABS
+41 58 484 63 47

Herausgeber