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Bundesrätin und Sportministerin Viola Amherd empfängt Medaillengewinner

Am 24. Juni sind die erfolgreichsten Schweizer Athletinnen und Athleten der Einladung zum zweimal jährlich stattfindenden Sportlerempfang im Bernerhof gefolgt. Bei der 6. Ausgabe und zum ersten Mal hiess die Gastgeberin Viola Amherd. Die Sportministerin verfolgt das Sportgeschehen mit grossem Interesse und hat sich sehr über die verschiedenen spannenden Begegnungen mit den Sportbotschaftern unseres Landes gefreut.

25.06.2019 | Kommunikation VBS, Tanja Rutti

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Die Sportministerin umrahmt von Thomas Pfyl und Théo Gmür, beide mehrfache Medaillengewinner an der Para Ski Alpin WM 2019. Foto: VBS-DDPS Alex Kühni


Eine der zahlreichen Sportlerinnen, welche der Einladung der Bundesrätin gefolgt ist und welche auch bei den letzten Empfängen regelmässig zu Gast war, ist die 32-jährige Ausnahmeathletin Amélie Reymond. Sie betreibt das Skidisziplin Telemark seit Jahren auf höchstem Niveau. Der Palmarès, der in Sion aufgewachsenen und immer noch in der Stadt an der Rhône wohnhaften Amélie, sucht seinesgleichen. Sie ist 13-fache Weltmeisterin und hat insgesamt 38 Kristallkugeln und 141 Weltcupsiege auf ihrem Konto.

Nachdem sie schon als 13-jährige alpine Skiwettkämpfe bestritt, liess sie sich mit 17 Jahren von der Leidenschaft ihrer Trainer Françoise Matter und Jean-Jacques Dayer für den Telemark anstecken. «In meinem Hausskigebiet Thyon, welches nur 15 Autominuten von Sion entfernt liegt, gab es schon immer viele Telemarker. Ich war sofort fasziniert vom Spiel mit dem Gleichgewicht, welches beim Telemark noch viel ausgeprägter ist als beim alpinen Ski. Da die Absätze nicht fixiert sind, hat man auch eine viel grössere Bewegungsfreiheit.»

Der Rennkalender führt Amélie nun schon seit über 10 Jahren um den halben Globus, aber ihre Lieblingspiste bleibt die Piste «La Mura» in Thyon. «Wir trainieren dort sehr oft und die Weltcup-Rennen in Thyon sind für mich immer wieder aufs Neue sehr magische Momente.»

Walliser Connection

Die mit ihrem Heimatkanton sehr verbundene Amélie hat sich besonders gefreut, mit der Sportministerin aus dem Wallis zusammenzutreffen und sich über die Schweizer Sportpolitik auszutauschen: «Wir sind sehr stolz darauf eine Walliser Bundesrätin zu haben.» Beide Frauen waren unter anderem auch für «Sion2026» tätig. Bekanntlich ist das Projekt letzten Juni an der Urne gescheitert: «Es ist wirklich schade, dass wir es nicht geschafft haben, die Täler und Städte mit den Berggemeinden für eine gemeinsame Vision zusammen zu bringen. Dies hätte unter anderem einen einzigartigen Energieschub für diverse Sportprojekte bedeutet.»

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Walliser Connection: Die Sportministerin und die Telemarkerin Amélie Reymond. Foto: VBS-DDPS Alex Kühni

Neue Situation und die Zukunft

Seit letztem Jahr ist Amélie Reymond Mutter eines kleinen Mädchens. Dies bedeutet, dass sie das Zeitmanagement und die Organisation der Trainingseinheiten umkrempeln musste. «Im Sommer mache ich mein Krafttraining zum Beispiel während meine Tochter ihre Mittagsschläfchen macht. Zudem habe ich Glück, dass ich sehr viel Unterstützung von meinem Mann Christoph und meiner ganzen Familie bekomme.» Die Absolventin der ETH mit einem Master in Biomechanik arbeitet zu 70 Prozent für das Gesundheitsamt des Kantons.

Wie sieht die Zukunft für Amélie aus? Seit sich die Familie vergrössert hat, haben sich auch die Prioritäten verschoben. Momentan ist sie mitten in der Vorbereitung für die nächste Saison. Eine Entscheidung wird sie gegen Ende des nächsten Winters treffen. Bis dann freuen wir uns auf weitere Kristallkugeln, viele Weltcup-Punkte und Schweizer Erfolge. Vas-y fonce Amélie!

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Amélie Reymond in Aktion während des Parallelsprints am Telemark-Ski-Weltcup Oberjoch. Foto: Bernhard Krempl

Telemark

Das Telemarken ist eine ursprünglich aus Norwegen stammende Abfahrtsskitechnik, bei der lediglich die Spitzen der Skischuhe durch eine Bindung fixiert sind. Der Sportler kniet beim Fahren auf dem kurveninneren, bergseitigen Ski, indem er die Ferse des hinteren Fusses hochhebt und den Talski nach vorn schiebt. Telemarken als Wettkampftechnik wurde 1860 vom Norweger Sondre Norheim eingeführt. Telemark ist heute eine Sportart mit eigenem FIS-Kalender und einer elfköpfigen Equipe bei Swiss-Ski. Im Weltcup muss man insgesamt drei Disziplinen beherrschen: Riesenslalom (inkl. einem 25 Meter-Sprung), Classic (Skating, Sprung und Fahren einer 360 Grad Steilwandkurve) und den Parallelsprint.