print preview Zurück zur Startseite

Bedrohte Vögel nisten auf Waffenplätzen

Das Programm Natur-Landschaft-Armee des VBS zeigt Wirkung. So hat sich auf den Waffenplätzen Bure und Bière die seltene Heidelerche eingenistet. Diesem Erfolg widmet die Schweizerische Vogelwarte Sempach in ihrem Tätigkeitsbericht 2020 ein Kapitel.

03.09.2020 | Kommunikation VBS, Marco Zwahlen

 Waffenplatz Bure
Waffenplatz Bure

Die Heidelerche bewohnt halboffene Lebensräume mit lückiger Vegetation. Da diese in der Schweiz zunehmend rar geworden sind, ist auch die Heidelerche vielerorts verschwunden. Heutige Vorkommen konzentrieren sich hauptsächlich auf den Jurakreten, den Schaffhauser Randen und das Wallis. «Allerdings besteht Hoffnung, denn ganz unerwartete Orte haben es der Heidelerche angetan: Die Waffenplätze der Armee in Bure (JU) und Bière (VD)», schreibt die Schweizerische Vogelwarte Sempach in ihrem Tätigkeitbericht 2020.

Die Waffenplätze würden aufgrund der umherfahrenden Panzer ein Mosaik aus offenen und halboffenen Lebensräumen mit kaum bewachsenen Flächen, sogenannten Pionierstandorten, aufweisen. Der Boden werde nicht gedüngt, die Vegetation sei lückig und vielfältig und biete ideale Lebensbedingungen für verschiedene Insektenarten. Damit gebe es für die Heidelerche nicht nur reichlich, sondern auch gut zugängliche Nahrung.

Heidelerche
Heidelerche

Zählungen der Vogelwarte belegen, dass die Dichte der Heidelerche auf den Waffenplätzen von Bure und Bière sehr hoch ist: Jede achte Heidelerche der Schweiz brütet hier. Auch andere bedrohte Vogelarten wie Neuntöter oder Dorngrasmücke bewohnen diese Biodiversitäts-Hotspots.

Mit seinem Programm «Natur-Landschaft-Armee» strebt das VBS an, diese Vielfalt mit der militärischen und landwirtschaftlichen Nutzung zu vereinen. Die Vogelwarte unterstützt das VBS dabei mit Vorschlägen, wie die Biodiversität zukünftig noch weiter gefördert werden kann.

Natur-Landschaft-Armee

Seit 1999 hat das VBS im Zuge des Programms Natur-Landschaft-Armee auf 150 Armeearealen die schützenswerten Lebensräume kartiert. Auf jedem Areal sind die Militär-, Landwirtschafts- und Freizeit-Nutzungen der Waffen-, Schiess- und Militärflugplätze und die Naturwerte in einem Dossier aufeinander abgestimmt. Dieses Engagement lohnt sich: Auf Armeearealen gibt es gleich viele Brutvogelarten wie auf Zivilarealen (38 bis 40/km²). Darüber hinaus sind 2/3 der systematisch kartierten Vogel- und Pflanzenarten, die gemäss Roter Liste bedroht sind, auf Armeearealen überdurchschnittlich viel anzutreffen. Ebenso 4/5 der Vögel, die typischerweise in Landwirtschaftsgebieten anzutreffen sind.

Dossier Umweltschutz