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Honigbienen auf dem Bundeshaus

In einem Pilotprojekt zur urbanen Bienenzucht wurde Anfang Mai 2021 auf der Dachterrasse des Bundeshaus Ost ein Bienenstock installiert. Bundesrätin Viola Amherd unterstützt das Projekt, das von einem Mitarbeiter des VBS initiiert wurde, und hat das Patronat für die Honigbienen übernommen. Das Engagement ist ein konkreter Beitrag zur Nachhaltigkeit und den Erhalt der Artenvielfalt, denn Bienen sind essenziell für unser Ökosystem und unsere Landwirtschaft.

20.05.2021 | Kommunikation VBS, Carolina Bohren

Stéphane Rapaz installiert den Bienenstock auf der Dachterrasse des Bundeshaus Ost
Stéphane Rapaz installiert den Bienenstock auf der Dachterrasse des Bundeshaus Ost. Foto: VBS/DDPS, Carolina Bohren

Seit Anfang Mai 2021 ist die Dachterrasse des Bundeshaus Ost das Zuhause von einigen tausend Honigbienen. Das Pilotprojekt zur urbanen Bienenzucht wurde durch Oberst Stéphane Rapaz, Chef Flugverkehrsmanagement und Infrastruktur bei der Militärluftfahrtbehörde (MAA, Military Aviation Authority), initiiert. Die Idee kam dem Berufsmilitärpiloten, der die Imkerei seit fünf Jahren als Hobby betreibt, anlässlich eines Symposiums im Ausland: Auf dem Gebäudedach des «Centre National des Armées» in Paris wurde eine Bienenzucht betrieben.

«Bienen sind soziale Insekten, für die das Motto ‘Eine für alle, alle für eine’ gilt», so Stéphane Rapaz. «Die Einzelne ist für sich allein nicht lebensfähig und die Gemeinschaft ist wiederum auf die spezifischen Aufgaben einer jeden Biene angewiesen, damit sie überleben kann – von der Arbeitsbiene bis zur Königin braucht es alle». Ein Bienenvolk sei das, was Biologen einen Superorganismus nennen, sagt Rapaz, «und das finde ich faszinierend».

Also fragte er Bundesrätin Viola Amherd, Chefin des Eidgenössischen Departementes für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport, an, ob es möglich wäre, auch auf der Terrasse des Bundeshaus Ost einen solchen Versuch mit einem Bienenvolk zu starten.

Kein funktionierendes Ökosystem ohne Bienen

Die Chefin VBS unterstützt dieses Engagement, das einen konkreten Beitrag für die Nachhaltigkeit und den Erhalt der Artenvielfalt darstellt, mit einem Patronat. Die Bedeutung der Bienen und ihre Rolle als Bestäuber ist für unser Ökosystem essenziell: Drei Viertel der weltweiten Nutzpflanzen sind von bestäubenden Insekten abhängig. Die Wild- und Hausbienen machen davon etwa 80 Prozent aus.

Der Bienenstock auf der Dachterrasse des Bundeshaus Ost – für den übrigens eine Bewilligung des Amtes für Veterinärwesen des Kantons Bern nötig ist – wird von einer Kolonie Carnica-Honigbienen bewohnt. Dies ist die häufigste Rasse in der Schweiz.

Wie Stéphane Rapaz erklärt, zählt das Bienenvolk eines solchen Bienenstocks je nach Jahreszeit zwischen 10 000 und 45 000 Arbeiterinnen (im Frühjahr und Sommer sind sie zahlreicher) und bis zu 2000 Männchen. Letztere sind im Herbst und im Winter völlig abwesend. Jede Kolonie zählt nur eine einzige Königin. Sie ist für das Überleben der Kolonie und den regelmässigen Austausch der Arbeiterinnen verantwortlich; dazu legt sie bis zu 2000 Eier pro Tag. Das entspricht ungefähr ihrem eigenen Körpergewicht.

Erster Honig vielleicht schon im Juli

Klappt alles, kann der erste Honig bereits im kommenden Juli geschleudert werden. Die Honigmenge, die ein Bienenvolk jährlich produziert, ist wetterabhängig und kann deshalb stark variieren: Ein gutes Honigjahr kann bis zu 15 oder sogar 20 Kilogramm pro Bienenvolk einbringen, ein schlechtes weniger als 5 Kilogramm. Neben Wachs und Honig produziert ein Bienenstock auch Pollen, Gelée Royale und Propolis, die ebenfalls verzehrt oder in der Pharmaindustrie verwendet werden können.

Entwickelt sich diese Kolonie auf der Dachterrasse des Bundeshaus Ost positiv, so ist gemäss Stéphane Rapaz angedacht, allenfalls noch einen weiteren Bienenstock aufzustellen.