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Neue Kampfflugzeuge: Bewertung der Kandidaten mit der AHP-Methode

Die Bewertung der Kampfflugzeugkandidaten basiert auf der AHP-Methode. Diese erfüllt die beschaffungsrechtlichen Vorgaben und hat erhebliche Vorteile gegenüber einer einfacheren Nutzwertberechnung. Die Methode vereinfacht komplexe Bewertungsprobleme und führt zu belastbaren und nachvollziehbaren Resultaten.

17.08.2021 | Kommunikation VBS, Andy Abächerli


Die AHP-Methode (Analytic Hierarchic Process-Methode) wurde Ende der 1970er-Jahre durch den US-amerikanischen Mathematiker Thomas Saaty entwickelt. Sie war seitdem Gegenstand zahlreicher wissenschaftlichen Arbeiten und wurde laufend weiterentwickelt. Die Methode wird heute von Beschaffungsbehörden anderer Staaten und in der Privatwirtschaft eingesetzt.

Die AHP-Methode basiert darauf, dass Eigenschaften zu Bewertungskriterien von Kandidaten paarweise miteinander verglichen werden. Bei vier Kandidaten ergeben sich so sechs paarweise Vergleiche, woraus mittels der Berechnungsmethode die zu verteilenden Punkte ermittelt werden. Der grosse Vorteil der Methode ist, dass mit dem paarweisen Vergleich die Bewertung in kleine Schritte zerlegt wird. Zudem errechnet die Methode nicht nur die Punktzahl, sondern deckt in einem Auswahlverfahren mit mehreren Kandidaten auch Widersprüche bei der Bewertung auf.

Robuste und nachvollziehbare Resultate

Für die Bewertung der Kampfflugzeugkandidaten hat das VBS auch deshalb die AHP-Methode gewählt, weil bei der einfacheren Nutzwertanalyse die Festlegung von Notenskalen und die Notenbeschreibung teilweise schwer nachvollziehbar sind. Mit der AHP-Methode vereinfacht sich diese Festlegung. Die AHP-Methode ist zwar mathematisch etwas aufwändiger als eine einfachere Nutzwertberechnung, dafür ist sie einfacher anzuwenden.

Bei den paarweisen Vergleichen zeigen sich die unterschiedlichen Stärken und Schwächen der Kandidaten, welche sich dann als Grundlage für eine Berichterstattung auch nachvollziehbar dokumentieren lassen.

Unverzerrte Bewertung

Mit der verwendeten AHP-Methode werden die Kandidaten entsprechend ihrer Unterschiede bewertet: Grosse Unterschiede zwischen den Kandidaten führen zu grossen, nicht aber zu überproportional grossen Unterschieden in der Punktzahl. Umgekehrt führen kleine Unterschiede zwischen den Kandidaten zu kleinen, nicht aber zu überproportional kleinen Unterschieden in der Punktzahl. Zudem können kleine Unterschiede nicht ein grosses Gewicht bekommen. Gibt es keine Unterschiede zwischen den Kandidaten, erhalten diese die gleiche Anzahl Punkte.

Im Einklang mit dem Beschaffungsrecht

Die AHP-Methode entspricht dem Beschaffungsrecht. Dieses schreibt keine bestimmte Bewertungsmethode vor. Die vergaberechtlichen Grundsätze, insbesondere der Gleichbehandlungs- und Transparenzgrundsatz, müssen jedoch gewahrt werden. Bei der AHP-Methode ist dies der Fall. Zudem wurden die Kandidaten bereits zum Zeitpunkt der Ausschreibung transparent über die verwendete Bewertungsmethode und die Zuschlagskriterien informiert.