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Offset F-35A: Lockheed Martin beschliesst Zusammenarbeit mit Mercury Systems Schweiz

Beim Verkauf des F-35A muss Lockheed Martin Aufträge an Unternehmen und Forschungseinrichtungen in der Schweiz vergeben. Das stärkt die Schweizer Industrie und Autonomie. Diese Woche hat sich Lockheed Martin mit Mercury Systems Schweiz über eine Zusammenarbeit im Bereich der Sensorverarbeitung-Technologie geeinigt.

11.05.2022 | Kommunikation VBS, Andy Abächerli

iStockphoto/blackdovfx

 

Bei der Beschaffung der 36 neuen Kampfflugzeuge F-35A verpflichtet die Schweiz den Hersteller Lockheed Martin 60 Prozent des Vertragswertes durch Offsetgeschäfte zu kompensieren: 20 Prozent durch die Vergabe von Unteraufträgen im Zusammenhang mit dem Flugzeug (direkte Offsetgeschäfte) und 40 Prozent durch die Vergabe davon unabhängiger Aufträge (indirekte Offsetgeschäfte). Bei der Auftragsvergabe müssen alle Regionen der Schweiz angemessen berücksichtigt werden.

Spitzentechnologie für die Schweiz

Diese Woche hat Lockheed Martin zusammen mit der in Genf ansässigen Mercury Systems Schweiz ein «Agreement to Collaborate» unterzeichnet. Die Zusammenarbeit im Umfang von rund 40 Millionen Franken ermöglicht die Entwicklung und Herstellung verschiedener Anwendungen in der Sensorverarbeitung-Technologie in der Schweiz. So zum Beispiel in den Bereichen Radarsignalverarbeitung, Multi-Sensor Datenfusion und künstliche Intelligenz.

Die Zusammenarbeit mit Lockheed Martin ermöglicht Mercury Systems Schweiz den Zugang zu Spitzentechnologien und den Aufbau neuer Fähigkeiten. Das stärkt die Industrie in der Westschweiz, ermöglicht ihr einen langfristigen Zugang zu neuen Absatzmärkten und sichert Ausbildungs- und Arbeitsplätze. Zudem fördert das Offsetgeschäft die wehrtechnische Autonomie und die sicherheitspolitische Handlungsfreiheit der Schweiz.

Offsetprojekte auch bei Triebwerken, Cockpithauben und im Cyber-Bereich

Lockheed Martin hat bereits mit der Offerte im November 2020 ein Offsetkonzept mit verschiedenen Projekten eingereicht. Dazu gehören unter anderem die Wartung der Schweizer Triebwerke, die Herstellung von Cockpithauben für die Schweiz und für Dritte sowie der Aufbau eines F-35A Cyber Centers zur Erkennung von Cyber-Bedrohungen. Die Offsetprojekte werden nun laufend weiterentwickelt bis die Offsetverpflichtung restlos erfüllt ist.

Überwachung und Transparenz

Die Erfüllung der Offsetverpflichtung wird durch armasuisse in Zusammenarbeit mit dem von der ASIPRO (Association for Swiss Industry Participation in Security and Defence Procurement Programs) betriebenen Offset-Büro Bern überwacht. Diese prüfen die von Lockheed Martin gemeldeten Offsetgeschäfte auf deren Konformität mit den Offsetvorgaben. Neben der schweizerischen Wertschöpfung wird auch die Zusätzlichkeit, die wirtschaftliche Nachhaltigkeit und die Sicherheitsrelevanz der Offsetgeschäfte beurteilt. Zudem führt armasuisse ein öffentliches Offsetregister. In diesem werden alle Unternehmen aufgeführt, die Offsetaufträge erhalten haben.


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