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Das VBS verbessert die Abläufe bei den Rüstungsbeschaffungen

Mit dem Ziel, die Abläufe der Rüstungsbeschaffungen zu verbessern, hat Bundesrätin Viola Amherd 2019 eine externe Analyse in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse und Empfehlungen der Firma Deloitte AG werden im VBS konsequent umgesetzt. Im Vordergrund stehen die Verbesserung von Effizienz und Wirksamkeit der Beschaffungen sowie wie die Stärkung der Rolle des Parlaments bei der strategischen Ausrichtung der Armee.

10.06.2022 | Projekte, Planung und Controlling VBS

Die Chefin VBS Viola Amherd hat sich zum Ziel gesetzt, die Abläufe der Rüstungsbeschaffungen zu verbessern. Sie hat hierfür im Herbst 2019 eine externe Analyse in Auftrag gegeben. Es ging darum zu prüfen, ob und wie sich die Beschaffungsprozesse, insbesondere bei Rüstungsmaterial mit hohem IT-Anteil, verbessern lassen. Nach Vorliegen der Analyse hat die Chefin VBS im Herbst 2020 den Auftrag erteilt, die Empfehlungen des Berichts schrittweise umzusetzen, um die heutigen Beschaffungsabläufe insbesondere mit Blick auf Zeit, Qualität und Kosten in Zukunft effizienter zu gestalten und die Rolle des Parlaments bei der strategischen Ausrichtung der Armee zu stärken. Das periodische Reporting zum Umsetzungsstand zeigt, dass einige Massnahmen bereits erfolgreich umgesetzt wurden.

Mehr Verantwortung für die Armee

Neu übernehmen die Organisationseinheiten in der Gruppe Verteidigung, die das zu beschaffende Rüstungsgut oder das System einsetzen, mehr Verantwortung und stellen sicher, dass die Projekte inhaltlich, zeitlich und finanziell planmässig umgesetzt werden. Zudem wurde ein übergeordnetes Project Management Office im Armeestab per 1. Januar 2022 in Betrieb genommen, um die Gesamtsicht über die einzelnen Projekte und deren Abhängigkeiten zu verbessern. Die Prozesse zwischen der Gruppe Verteidigung und der armasuisse konnten im Rahmen eines neuen digitalen Workflows verbessert werden, was die Effizienz und Transparenz bei den laufenden Beschaffungen deutlich steigert. Die armasuisse ihrerseits hat ihr Betriebsmodell geschärft. Die Beschaffung von Warengruppen erfolgt neu aus einer Hand und ein Business Partner Modell wurde aufgebaut, welches es armasuisse ermöglicht, bereits in einer frühen Phase der Beschaffung in Kontakt mit dem Bedarfsträger zu treten und ihn entsprechend zu unterstützen.

«Fähigkeitsbasierte Armeebotschaft» pro Legislatur

Eine der Schlüsselempfehlungen aus dem Deloitte-Bericht will die Rolle des Parlaments bei der strategischen Ausrichtung der Armee stärken. Der Bundesrat zieht das Parlament in Zukunft auf einer übergeordneten Ebene noch stärker ein. Konkret ist vorgesehen, dass das das Parlament einmal pro Legislatur sich mit der Frage befasst, wie die Armee ihre Aufträge mittel- bis längerfristig erfüllen soll. Die Gruppe Verteidigung plant per 2024, dem Parlament die erste «fähigkeitsbasierte Armeebotschaft» vorzulegen. Es handelt sich dabei um Entscheidungsgrundlagen für die Frage, welche Fähigkeiten der Armee künftig zu priorisieren sind. Die Gruppe Verteidigung erarbeitet hierfür aktuell unterschiedliche Planszenarien und Varianten für die Ausrichtung der Armee und stellt dabei die entsprechende Fähigkeitsentwicklung auf der Zeitachse dar.

Beschleunigung des Beschaffungsablaufs

In enger Zusammenarbeit zwischen der Gruppe Verteidigung und der armasuisse laufen zudem Initiativen, um Innovationen im Rüstungsbereich zu fördern, deren Beschaffung rascher und unkomplizierter zu ermöglichen und die dafür notwendige Fehler- und Verantwortungskultur aufzubauen. Hierfür kommen auch von anderen Nationen erfolgreich erprobte und auf die Schweiz adaptierte Innovationsinstrumente zum Einsatz.

Die VBS-Chefin hat Anfang März 2022 der Initiierung einer ämterübergreifenden Projektorganisation zur Weiterausgestaltung der «Innovationsräume VBS» unter dem Lead von armasuisse Wissenschaft und Technologie zugestimmt. Durch die Innovationsräume sollen Industrie und Hochschulen offen und wettbewerblich in die Lösungsfindung einbezogen werden. Zudem wurde in der Gruppe Verteidigung ein Innovationsboard eingeführt, welches das Ziel verfolgt, innovative Ansätze und Lösungen für die Armee rasch erschliessen zu können.

Der Stand der Massnahmenumsetzung wurde den Sicherheitspolitischen Kommissionen des Parlaments kommuniziert. Das VBS plant im vierten Quartal 2022, die genannten Kommissionen und die Öffentlichkeit erneut zu informieren.


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