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Im Dialog zu mehr Sicherheit in der Zusammenarbeit

Damit das VBS alle seine Aufgaben erfüllen kann, ist es auf Dienstleistungen von Unternehmen aus der Privatwirtschaft angewiesen. Zum Teil müssen beauftrage Unternehmen Einsicht in klassifizierte Informationen erhalten und gewisse Sicherheitsregeln einhalten. Für den korrekten Umgang mit diesen sensiblen Daten brauchen die Firmen das nötige Know-how und den Dialog wie an den Industrietagen des VBS.

22.11.2022 | DCS, Ruth van der Zypen

Stefan Bircher ist Jurist und Chef der Fachstelle Industriesicherheit innerhalb des Bereichs Digitalisierung und Cybersicherheit VBS. Sein Bereich organisiert alle paar Jahre die Industrietage.
Stefan Bircher ist Jurist und Chef der Fachstelle Industriesicherheit innerhalb des Bereichs Digitalisierung und Cybersicherheit VBS. Sein Bereich organisiert alle paar Jahre die Industrietage. Foto: VBS/DDPS, Alex Kühni

 

Das VBS ist für seine Aufgabenerfüllung auf eine enge Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft und der Industrie angewiesen. Dies zum Beispiel für Waren, Informatik, Dienstleistungen, Know-how und Bauten. Diese Zusammenarbeit kann es mit sich bringen, dass beauftragten Dritten Zugang zu schutzwürdigen Informationen oder Informatikmitteln gewährt werden muss. Das Geheimschutzverfahren stellt sicher, dass diese Firmen die dafür geltenden Sicherheitsmassnahmen einhalten.

Für das Geheimschutzverfahren und die Einhaltung der Sicherheitsregeln ist im VBS die Fachstelle Industriesicherheit zuständig. Dort kümmern sich zwei Sicherheitsexperten um die Kontrolle der Unternehmen und deren Schulung im Umgang mit klassifizierten Informationen.

Gegenseitiger Austausch an Industrietagen

Sämtliche Firmen, welche für das VBS klassifizierte Informationen bearbeiten, müssen eine Geheimschutzbeauftragte oder einen Geheimschutzbeauftragten haben, die oder der für die Umsetzung der konkreten Sicherheitsmassnahmen im Betrieb verantwortlich ist.

Die langjährige Erfahrung zeigt, dass die Zusammenarbeit in Sicherheitsbelangen besser läuft, wenn sich Unternehmen und VBS besser kennen. Deshalb organisiert die Fachstelle Industriesicherheit alle paar Jahre die Industrietage, an denen sich die Geheimschutzbeauftragten der Unternehmen mit den Sicherheitsexperten des VBS treffen. Die Industrietage dienen dem gegenseitigen Austausch und beinhalten Vorträge zu Sicherheit und neuen Entwicklungen im Sicherheitsbereich.

Dieses Jahr finden die Industrietage am 22. und 23. November sowie am 30. November und 1. Dezember statt.

Nachgefragt

Stefan Bircher, Chef Fachstelle Industriesicherheit

Was ist der grösste Herausforderung in Ihrem Job?

Stefan Bircher: Die beiden Sicherheitsexperten der Fachstelle Industriesicherheit betreuen zusammen rund 500 Firmen vom börsenkotierten Grosskonzern bis zur Einzelunternehmung. Die grösste Herausforderung ist, die Mitarbeitenden so einzusetzen, dass durch deren Arbeit die grösstmögliche Wirkung, das heisst, der grösstmögliche Sicherheitsgewinn, erzielt wird und zugleich die Risiken auf ein Minimum reduziert werden.

Wie kontrollieren Sie, dass die Regeln eingehalten werden?

Die Fachstelle verfügt über die üblichen Aufsichtsinstrumente einer Verwaltungsbehörde. Diese reichen von der unangemeldeten Kontrolle vor Ort über angekündigte Besuche bis zu strukturierten mehrtägigen Audits. Letztere sind vor allem im Bereich der Informatiksicherheit mittlerweile ein unverzichtbares Element.

Was passiert, wenn eine Firma die Regeln nicht einhält?

Werden die Regeln nicht eingehalten, ist die Fachstelle gehalten, die entsprechenden Massnahmen zur Wiederherstellung eines rechtskonformen Zustandes zu treffen. Die schärfste Sanktion wäre in letzter Konsequenz der Entzug der Betriebssicherheitserklärung. Das hiesse, der Firma würde offiziell die Fähigkeit abgesprochen, für das VBS klassifizierte Informationen zu bearbeiten. Unter Umständen müssten in der Folge sogar bestehende Verträge aufgelöst werden.

Wo platzieren Sie die Zusammenarbeit mit den Industriepartnern?

Die Fachstelle muss in ihrer Arbeit ein ausgewogenes Verhältnis zwischen ihrer Eigenschaft als Sicherheitsbehörde (Polizeibehörde) und als Dienstleistungserbringerin im Bereich der Informationssicherheit finden. Speziell bei der Informatiksicherheit beispielsweise muss die Sicherheit als Prozess verstanden werden, in dessen Verlauf zwischen Firma und Fachstelle ein ständiger Austausch zu relevanten Sicherheitsthemen stattfinden muss. Aus diesem Dialog kann durchaus auch für das VBS ein Lerneffekt entstehen. Sicherheitslösungen aus der Wirtschaft können nicht selten als Vorbild für die Sicherheit im VBS dienen.

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