Dschihadreisende

Dschihadistisch motivierte Reisebewegungen – Zahlen Februar 2019

Dschihadistisch motivierte Reisebewegungen – Zahlen Februar 2019

Die Anzahl der dschihadistisch motivierten Reisenden aus der Schweiz, die in Konfliktgebieten waren oder sich noch immer dort befinden, beläuft sich auf 92 Fälle (ein Fall weniger als im November 2018). Unter diesen Fällen befinden sich 31 Personen, die über eine schweizerische Staatsangehörigkeit verfügen (davon 18 Doppelbürger) sowie ein Dutzend Frauen mit Verbindungen zur Schweiz.

Die terroristische Bedrohung in der Schweiz bleibt angesichts der in den letzten Monaten in Europa stattgefundenen Angriffe erhöht. Der Modus Operandi dieser Angriffe bestätigt die Vorhersagen des NDB: Bei den Angreifern handelt es sich meistens um isolierte Einzeltäter oder kleine Gruppen, die sich radikalisiert haben ohne in eine Konfliktzone zu reisen.

Der NDB geht davon aus, dass sich aktuell rund zwanzig dschihadistisch motivierte Reisende (Männer, Frauen und Kinder), die Schweizer oder Doppelbürger sind, im syrisch-irakischen Konfliktgebiet aufhalten. Aufgrund der politischen Instabilität, die in dieser Region vorherrscht, könnte sich diese Zahl jedoch noch verändern.

Im Rahmen der Terrorismusbekämpfung erfasst der NDB seit 2001 die Anzahl der dschihadistisch motivierten Reisenden aus der Schweiz. Der NDB bearbeitet diese Fälle in Koordination mit den betroffenen Kantonen und Behörden und trifft präventive Massnahmen, die in seinem Zuständigkeitsbereich liegen.

Der NDB publiziert die Zahlen zu den dschihadistisch motivierten Reisebewegungen vierteljährlich – oder wenn sich grössere Veränderungen zeigen sollten. Im Mai 2013 gab der NDB bekannt, dass seit 2001 rund 20 Dschihadreisende aus der Schweiz in Konfliktzonen zu verzeichnen waren. Ein Jahr später, im Mai 2014, erhöhte sich diese Zahl auf 40 und im November 2018 auf 93.

Die Anzahl der dschihadistisch motivierten Reisenden aus der Schweiz, die in Konfliktgebieten waren oder sich noch immer dort befinden, beläuft sich auf 92 Fälle (ein Fall weniger als im November 2018). Dieser eine Fall betrifft eine Person, die bisher unter den unbestätigten Reisenden aufgeführt war und bei der mittlerweile klar ist, dass sie sich nicht in eine Konfliktzone begeben hat. Von 2001 bis heute begaben sich 77 Reisende nach Syrien und in den Irak sowie 15 nach Somalia, Afghanistan und Pakistan, und eine Person reiste auf die Philippinen. Da es sich hierbei um kumulierte Zahlen handelt, muss hervorgehoben werden, dass 31 Personen gestorben (davon 25 bestätigt) sowie einige in die Schweiz zurückgekehrt sind, weitere in den Konfliktgebieten umherreisen oder sich noch vor Ort befinden. Die Anzahl der Rückkehrer beläuft sich auf 16 (davon 13 bestätigt).

Eine enge und kontinuierliche Zusammenarbeit unter den zuständigen Behörden

Unter den 92 Fällen befinden sich 31 Personen, die über eine schweizerische Staatsangehörigkeit verfügen (davon 18 Doppelbürger). Weitere Angaben zu Identität, Alter, Nationalität und Wohnsitz dieser Personen gibt der NDB nicht bekannt. Der NDB stellte seit 2016 keine neuen Dschihadreisen nach Syrien und in den Irak fest. Die Zusammenarbeit mit den Behörden des Bundes (Bundesanwaltschaft, Bundesämter für Justiz, Migration und Polizei, Grenzwachtkorps, Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten usw.) und der Kantone ist eng und kontinuierlich.

Der NDB schätzt, dass unter den Dschihadreisenden, die er seit 2001 erfasst, ein Dutzend Frauen mit Verbindungen zur Schweiz nach Syrien und in den Irak gereist sind. Des Weiteren geht der NDB davon aus, dass mehr als 20 Minderjährige unter zwölf Jahren von dieser Problematik betroffen sind, wovon sechs Kinder, die zumindest einen Elternteil mit Schweizer Bürgerrecht haben. Die Zahlen betreffend die Minderjährige unter zwölf Jahren und Kinder sind weder in der Statistik noch in der Infografik berücksichtigt.

Der NDB publiziert die Zahlen zu den dschihadistisch motivierten Reisebewegungen vierteljährlich – oder aber wenn sich grössere Veränderungen zeigen sollten.

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