Wirtschaftsspionage

Unternehmen in der Schweiz sind zunehmend Ziel von Wirtschaftsspionage und Cyber-Attacken. Mit dem Präventions- und Sensibilisierungsprogramm Prophylax informiert der Nachrichtendienst des Bundes gezielt Unternehmen und Bildungsinstitutionen unter anderem darüber, wie Gefahren und illegale Geschäfte erkannt und verhindert werden können.

Schweizer Industrieunternehmen haben einen hohen technologischen Standard, führende Forschungsinstitute und wichtige internationale Organisationen sind hierzulande ansässig: Sie alle sind attraktive Ziele für ausländische Spione.

Mit Blick auf diese Bedrohung führt der Nachrichtendienst des Bundes seit 2004 das Präventions- und Sensibilisierungsprogramm Prophylax. Es ist auf den Schutz des Schweizer Werk- und Forschungsplatzes vor ungewollten Datenabflüssen und illegalen Beschaffungsbemühungen ausgerichtet. Mit Prophylax sensibilisiert der NDB Unternehmen, Hochschulen und Forschungsinstitute für Bedrohungen, die von Spionage und Proliferation (Verbreitung von Massenvernichtungswaffen und deren Trägermittel sowie von Dual-use-Gütern) ausgehen. Der NDB berät die Unternehmen und Institutionen und zeigt Präventionsmassnahmen auf, mit denen illegale Aktivitäten besser erkannt und abgewehrt werden können.

Hohe Bedrohung

Prophylax hat bereits wichtige Erkenntnisse gebracht. So ist gerade im Bereich der Wirtschaftsspionage von einer hohen Dunkelziffer auszugehen. Spionageversuche werden manchmal nicht erkannt oder nicht gemeldet. Gerade für kleinere Unternehmen ist es oft schwierig, Spionage zu erkennen, weil ihnen häufig das Bewusstsein dafür fehlt und die nötigen Sicherheitsmassnahmen zum Schutz der sensiblen Daten nicht vorhanden sind. Wird ein Spionageversuch hingegen erkannt, so verzichtet manches Unternehmen darauf, den Vorfall den zuständigen Behörden zu melden. Es befürchtet eine Offenlegung seines Geschäfts- oder Fabrikationsgeheimnisses sowie einen Reputationsverlust und, daraus folgend, einen Verlust an Marktanteil. Die systematische Sensibilisierung dafür, was einem Unternehmen passieren kann, wie es solche Angriffe abwehren kann und was es bei Anzeichen für einen Spionageversuch tun kann, sind daher zentral.

Für Unternehmen, Hochschulen und Forschungsinstitute

Neben den Sensibilisierungsgesprächen und einer Broschüre, die Ausführungen zu den Themen Spionage und Proliferation beinhaltet, soll neu auch ein Kurzfilm Informationen zum Thema Wirtschaftsspionage vermitteln. «Im Visier» wurde zu Ausbildungszwecken im Rahmen von Prophylax für Unternehmen, Hochschulen und Forschungsinstitute produziert. Der Film zeigt eine Auswahl operativer Methoden und Mittel, die private oder staatliche Akteure einsetzen, um sich Zugang zu Geschäftsgeheimnissen zu verschaffen. Solche Methoden werden nicht nur im Bereich der Wirtschaftsspionage verwendet, sondern z. B. auch im politischen Nachrichtendienst. Der Film soll dazu führen, dass sich die Zuschauerin und der Zuschauer Gedanken darüber macht, wie ihr oder sein Unternehmen mit Informationen und Daten umgeht bzw. wie diese vor unberechtigten Zugriffen geschützt werden können. Auf Wunsch der Ansprechpartner ergänzt und erläutert der NDB bei Sensibilisierungsgesprächen die in diesem Film vorgestellten Spionagemethoden.

Der Film ist in deutscher Originalfassung wie auch in deutscher Originalfassung mit französischen, italienischen oder englischen Untertiteln abrufbar. Detaillierte Erläuterungen zu den im Film gezeigten Spionagemethoden und Vorgehensweisen stehen Ihnen in einem entsprechenden Dokument zur Verfügung.

Ansprechpartner bei einem Spionageverdacht oder konkreten Fall

Der Nachrichtendienst des Bundes sammelt und wertet Hinweise aus. Er sorgt für eine diskrete Behandlung und Bearbeitung des Spionagefalls. Die Kantonspolizei informiert den NDB und arbeitet eng mit diesem zusammen.