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MitteilungVeröffentlicht am 12. Februar 2026

Top-Projekte VBS Dezember 2025

Wie schreiten die Top-Projekte des Departementes voran? Der Überblick zum Stand Ende Dezember 2025.

Gesamteinschätzung durch die Stufe Departement

Herausforderungen in den Beschaffungsvorhaben

  • Die geopolitische Lage und die Situation auf dem Rüstungsmarkt haben sich weiter verschärft. Die Schweiz geniesst aufgrund ihrer Grösse und der geopolitischen Bedeutung weiterhin eine tiefe Priorität bei der Belieferung mit Rüstungsgütern. Deshalb bleiben Lieferengpässe, Verzögerungen und Preiserhöhungen bei Rüstungsvorhaben weiterhin wahrscheinlich. Nebst diesen externen Herausforderungen wird der planmässige Fortschritt durch finanzielle und personelle Engpässe stark erschwert. Die Ausrichtung der Armee auf das «prioritär notwendige Szenario» kann nicht nur durch Umpriorisierung erreicht werden. Mit dem Entscheid des Bundesrats vom 28. Januar 2026 wurde das VBS beauftragt, dem Bundesrat bis Ende März 2026 eine Vernehmlassungsvorlage über die Finanzierung der prioritär notwendigen Stärkung der Sicherheit und Verteidigung der Schweiz vorzulegen.
  • Wesentliche Beschaffungsprojekte bleiben sehr komplex und anspruchsvoll. Es bestehen nach wie vor erhebliche Unsicherheiten hinsichtlich des Liefertermins der Patriot-Systeme.

Eingeführte Massnahmen

  • Beim Projekt ADS-15 wurde ein Richtungsentscheid für das weitere Vorgehen gefällt.
  • Die Validierung des Berichts Luftverteidigung der Zukunft wurde abgeschlossen und das weitere Vorgehen an der Medienkonferenz des Chefs VBS am 12. Dezember 2025 vorgestellt. Der Bundesrat hat das VBS beauftragt, die maximal mögliche Anzahl Flugzeuge des Typs F-35A innerhalb des von der Stimmbevölkerung beschlossenen Finanzrahmens von 6 Milliarden Franken zu beschaffen. Aufgrund der weiter verschlechterten Bedrohungslage richtet der Bundesrat die Sicherheitspolitik der Schweiz für die kommenden Jahre neu aus. Dazu erarbeitete er eine sicherheitspolitische Strategie. Die Vernehmlassung dazu wurde am 12. Dezember 2025 eröffnet.
  • Die GS-Vertretungen in den Top-Projekten VBS wurden etabliert. Durch einen direkten und kontinuierlichen Dialog konnten die Transparenz erhöht sowie das gegenseitige Verständnis zwischen den beteiligten Stellen weiter gestärkt werden.
  • Der WTO-Prozess für die externe Besetzung der Qualitäts- und Risikomanagement-Rollen ist abgeschlossen. Damit stehen bei neuen Projekten bzw. auslaufenden Verträgen rasch qualifizierte Experten zur Verfügung.
  • Mit dem Entscheid zum Kriegsmaterialgesetz hat das Parlament einer Lockerung der Waffenexporte zugestimmt. Ziel ist die Stärkung der heimischen Rüstungsindustrie.
  • Das VBS hat für die prioritär notwendige Stärkung der Sicherheit und der Verteidigung der Schweiz eine Task Force eingesetzt, welche Massnahmen ausarbeitet, um kritische Lücken im Hinblick auf die aktuelle und wahrscheinlichste (auch hybride) Bedrohung rasch zu schliessen.
  • Im Projekt zur Verbesserung der Projektsteuerung und zur Bündelung der Projektmanagementkompetenzen im VBS (KPM VBS) wurden in der Initialisierungsphase ausgewählte Projekte von externer Stelle untersucht. Aus den Erkenntnissen werden bis Mitte März konkrete Umsetzungsmassnahmen erarbeitet, welche bis 2027 umgesetzt werden.
  • Basierend auf der Governance Portfoliomanagement VBS, haben die Verwaltungseinheiten die mehrjährige, finanzielle Portfoliosicht geschärft. Weiter haben sie mit einer thematischen Kaskade die Durchgängigkeit aus der Strategie über ihre Portfolios zu ihren Projekten sichergestellt. Zwischen der Stufe Departement und der Stufe Verwaltungseinheit haben erstmals so genannte Portfolioreviews stattgefunden, womit weitere Schritte zur Erarbeitung aussagekräftiger Portfolios festgelegt werden konnten.
  • Die Strategie des VBS wurde gezielt weiterentwickelt.

Massnahmen für das folgende Halbjahr

  • Nach Air2030 werden unter Einbezug verschiedener Stakeholder bei weiteren Projekten bzw. Programmen Auslegeordnungen vorgenommen. Ziel ist es, Herausforderungen und externen Umstände, welche den Projekterfolg gefährden, frühzeitig zu erkennen, und wo möglich proaktiv Korrekturmassnahmen einzuleiten. Das weitere Vorgehen zur Gewährleistung der Luftverteidigungsfähigkeit wird geprüft.
  • In Absprache mit den Sicherheitspolitischen Kommissionen wird das VBS künftig wieder für alle Top- Projekte von einem vierteljährlichen auf ein halbjährliches Reporting wechseln. Gleichzeitig werden den Kommissionen Veränderungen in den Projekten proaktiv und zeitnah mitgeteilt.
  • Künftig sollen vermehrt auch Projekte bzw. Vorhaben vor Abschluss der Initialisierungsphase (MS20) durch die Stufe VBS begleitet werden. Dieses Monitoring erfolgt u.a. durch eine GS-Vertretung in den entsprechenden Aufsichtsgremien.
  • Das Controlling VBS wird vermehrt einen strategischen Fokus einnehmen. Dazu werden Ziele präziser formuliert, passende Indikatoren zur Messung der Zielerreichung entwickelt und bestehende Daten systematischer ausgewertet.
Obige Abbildung ist eine vereinfachte Darstellung von ausgewählten Projekten und -Systemen der Armee und des Bevölkerungsschutzes. Unten links sind die drei Landesknoten zu sehen. Zwei Immobilienvorhaben, jenedes Rechenzentrums Campus (C) und jene des Rechenzentrums Fundament (F), sind bereits realisiert. Das dritte Immobilienvorhaben, das Rechenzentrum Kastro II (KII), wurde mit der Armeebotschaft 24 bewilligt undbefindet sich in Planung. In diesen Rechenzentren wird die Neue Digitalisierungsplattform (NDP) aufgebaut (vgl. «Pltf» (Plattform) und «App» (Applikation)). Das Führungsnetz Schweiz (Fhr Netz CH; dunkelgrüne Platte)stellt die Vernetzung der ortsfesten Infrastrukturen und damit auch der Rechenzentren sicher. An das Führungsnetz Schweiz sind verschiedene Nutzerstandorte, die Armeelogistikcenter (ALC), aber auch Kommandopostenund Radarstationen sowie Flugplätze angeschlossen.Die Datenanbindung von teilmobilen und mobilen Standorten wird mittels der Systeme aus dem Projekt Telekommunikation der Armee (Tk A) erreicht. Tk A ist dargestellt als hellblaue Platte. Die Truppen, die sich inBewegung befinden oder temporär an einem Standort verbleiben, können so Daten mit der NDP oder mit ortsfesten Nutzern austauschen. Führungs- und Informationssysteme nutzen diese Infrastruktur um Daten zusammeln, zu verarbeiten und wieder zu verteilen. Sensoren oder auch Waffensysteme können je nach Bedürfnis und technischen Möglichkeiten ortsfest mit dem Führungsnetz oder teilmobil mit Tk A angebunden werden.Die blaue Platte oben links zeigt, dass Teile des Führungsnetzes auch dazu dienen, das Sichere Datenverbundnetz (SDVN+) zu realisieren. Dieses Netz nutzt die Infrastruktur des Führungsnetzes. Die dunkelblaue Platte«Polycom» zeigt denjenigen Teil der Infrastruktur, der für die Alarmierung der Bevölkerung genutzt wird und ebenfalls das Fhr Netz CH als Transportmedium nutzt.SDVN+ macht weiter den Brückenschlag zu den Kantonen und den Betreibern kritischer Infrastrukturen.