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MitteilungVeröffentlicht am 20. August 2026

Top-Projekte VBS Juni 2026

Wie schreiten die Top-Projekte des Departementes voran? Der Überblick zum Stand Mitte 2026.

Gesamteinschätzung durch die Stufe Departement

Herausforderungen in den Beschaffungsvorhaben

  • Die geopolitische Lage und die Situation auf dem Rüstungsmarkt haben sich durch den Krieg im Iran nochmals weiter verschärft. Aufgrund ihres vergleichsweise geringen Beschaffungsvolumens, ihrer Neutralitätspolitik sowie ihrer begrenzten geopolitischen Bedeutung hat die Schweiz bei der Belieferung mit Rüstungsgütern nach wie vor eine tiefe Priorität. Lieferengpässe, Verzögerungen, Preissteigerungen sowie eine eingeschränkte Planbarkeit bei Rüstungsvorhaben gehören zum Alltag. Auch bei bereits vertraglich gesicherten Beschaffungen bestehen weiterhin Unsicherheiten hinsichtlich der termingerechten Auslieferung.
  • Die Schweizer Rüstungsindustrie verfügt nur über begrenzte Kapazitäten. Die Schweiz ist deshalb in wesentlichen Bereichen der Verteidigung auf ausländische Anbieter angewiesen, insbesondere bei militärischen Systemen, Lenkwaffen und Munition.
  • Die politische Diskussion über die Finanzierung der prioritär notwendigen Stärkung der Sicherheit und Verteidigung der Schweiz hat sich im ersten Halbjahr 2026 intensiviert.
  • Wesentliche Beschaffungsvorhaben bleiben aufgrund ihrer technischen, finanziellen und organisatorischen Komplexität anspruchsvoll. Die hohe technische Komplexität verschiedener Systeme trifft weiterhin auf begrenzte personelle Ressourcen in Schlüsselrollen. Besonders herausfordernd bleibt die bodengestützte Luftverteidigung grösserer Reichweite. Die Fähigkeit zur Abwehr von Bedrohungen aus der Distanz ist für die Schweiz sicherheits- und aussenpolitisch von zentraler Bedeutung.

Eingeführte Massnahmen

  • Aufgrund der sich weiter verschärfenden sicherheitspolitischen Lage hat der Bundesrat in seinen Leitlinien zur Verteidigung entschieden, die Armee konsequent auf die Verteidigungsfähigkeit auszurichten. Die Armee soll von einer Ausbildungs- zu einer Einsatzarmee transformiert werden. Die dazugehörige Rüstungsplanung bis 2039 sieht vor, dass 80% der Investitionen in die Abwehr der wahrscheinlichsten Bedrohungen, d.h. hybride Aktionen und Angriffe aus der Distanz, fliessen sollen. Im Vordergrund stehen dabei insbesondere die Stärkung der Luftverteidigung, der Schutz der Angehörigen der Armee, der Einsatz und die Abwehr von Drohnen sowie der Schutz von Netzwerken, Daten und kritischen Systemen. Die entsprechenden Vorgaben wurden in die Armeeplanung und die Vorbereitung der Armeebotschaft 2026 integriert.
  • Die Umsetzung der Rüstungspolitischen Strategie wurde weiter vorangetrieben. Mit dem Aktionsplan konnten erste Massnahmen eingeleitet und teilweise bereits umgesetzt werden. Mehrere Beschaffungsentscheide der vergangenen Monate unterstreichen die strategische Absicht, die Beschaffung verstärkt auf die Schweiz und Europa auszurichten. Gleichzeitig wurde die Zusammenarbeit mit europäischen Partnerstaaten sowie mit Forschung und Industrie weiter ausgebaut. Das VBS und der ETH-Bereich haben ihre Zusammenarbeit im Rahmen des «Research Program Security» vertieft, um Forschung und Innovation im Bereich Sicherheit und Verteidigung gezielt zu stärken.
  • Die Aufsicht über die Top-Projekte des VBS wurde weiter verstärkt. Zusätzliche Projekte wurden in das Top-Projekt-Portfolio aufgenommen und entsprechende Vertretungen des Generalsekretariats in den entsprechenden Aufsichtsgremien etabliert. Gleichzeitig wurde das Monitoring auf ausgewählte Themen bzw. Vorhaben vor der eigentlichen Projektphase ausgeweitet, um Risiken früher zu erkennen und bei Bedarf rechtzeitig Gegenmassnahmen zu verlangen.
  • Im Projekt zur Verbesserung der Projektsteuerung und zur Bündelung der Projektmanagementkompetenzen im VBS (KPM VBS) wurde im April 2026 die Realisierungsphase 1 gestartet. In mehreren Arbeitspaketen werden Governance- und Entscheidungsstrukturen weiterentwickelt, die departementsweite Vorhabensplanung initialisiert sowie die Grundlagen für eine verbesserte Projektsteuerung und Risikosicht geschaffen. Die Arbeiten werden weitergeführt.
  • Basierend auf der Governance Portfoliomanagement VBS haben die Verwaltungseinheiten ihre Portfoliosichten weiterentwickelt. Zur Verbesserung der Entscheidungsgrundlagen wurden sie beauftragt, die Struktur und Qualität ihrer Portfoliodaten weiter zu schärfen und die Datenerfassung systematisch zu führen. Zudem wird die Nutzung der vorhandenen SAP-Systeme verstärkt. Zwischen Departement und Verwaltungseinheiten wurden mehrere Portfolioreviews als Pilot durchgeführt. Diese Führungsdialoge haben wertvolle Erkenntnisse geliefert und werden evaluiert sowie in geeigneter Form weitergeführt. Trotz anspruchsvoller Rahmenbedingungen konnten wesentliche Fortschritte erreicht werden. Einige Beispiele: Die technischen Maturitätstests im Beschaffungsschritt 2 des Projekts TK A wurden erfolgreich abgeschlossen; das Gesamtprojekt befindet sich damit auf deutlich verbessertem Kurs. Beim Projekt SDVN+ konnten nach einer Gesamtanalyse zusammen mit den Kantonen Handlungsfelder definiert und erste Entscheide getroffen werden. Beim Vorhaben zum Ersatz der Richtfunkverbindungen innerhalb des Projekts Führungsnetz Schweiz sind die Voraussetzungen für eine zukunftsorientierte Lösung geschaffen worden.

Vorgesehene Massnahmen für das folgende Halbjahr

  • Im Bereich der Luftverteidigung werden die Ergebnisse der laufenden Prüfungen verschiedener Handlungsoptionen ausgewertet und Entscheidungsgrundlagen für das weitere Vorgehen erarbeitet. Dabei stehen insbesondere Lösungen zur Sicherstellung der Fähigkeit zur Abwehr von Bedrohungen aus der Distanz im Vordergrund.
  • Die Umsetzung der Rüstungspolitischen Strategie wird konsequent weitergeführt. Schwerpunkte bilden die Operationalisierung des Buy-Swiss- und Buy-European-Prinzips, die Weiterentwicklung des Zugangs zu europäischen Rüstungskooperationsformaten, der Ausbau von Forschung und Entwicklung sowie die Stärkung der verteidigungskritischen Industriebasis in der Schweiz. Parallel dazu werden Massnahmen zur Erhöhung der Resilienz kritischer Lieferketten und zur Diversifizierung von Lieferanten vorangetrieben.
  • Die verstärkte Begleitung risikobehafteter Beschaffungsprojekte wird fortgesetzt.
  • Im Projekt Kompetenzzentrum Projektmanagement VBS soll im zweiten Halbjahr 2026 die Phase 1 abgeschlossen und die Freigabe der Phase 2 erreicht werden. Parallel dazu werden während eines Jahres verschiedene Optimierungsmassnahmen unter realen Bedingungen erprobt und evaluiert. Ziel bleibt die nachhaltige Verbesserung der Projektsteuerung, der Risikotransparenz sowie der Entscheidungsfähigkeit auf Stufe Departement.
  • Das Controlling VBS wird seine strategische Ausrichtung weiter stärken. Dazu werden die Ziele weiter präzisiert, geeignete Indikatoren zur Messung der Zielerreichung etabliert und die vorhandenen Daten systematischer ausgewertet. Die Weiterentwicklung des Portfolio- und Projektmanagements soll damit eine noch bessere Grundlage für die Steuerung der prioritären Vorhaben des VBS schaffen.
Obige Abbildung ist eine vereinfachte Darstellung von ausgewählten Projekten und -Systemen der Armee und des Bevölkerungsschutzes. Unten links sind die drei Landesknoten zu sehen. Zwei Immobilienvorhaben, jenedes Rechenzentrums Campus (C) und jene des Rechenzentrums Fundament (F), sind bereits realisiert. Das dritte Immobilienvorhaben, das Rechenzentrum Kastro II (KII), wurde mit der Armeebotschaft 24 bewilligt undbefindet sich in Planung. In diesen Rechenzentren wird die Neue Digitalisierungsplattform (NDP) aufgebaut (vgl. «Pltf» (Plattform) und «App» (Applikation)). Das Führungsnetz Schweiz (Fhr Netz CH; dunkelgrüne Platte)stellt die Vernetzung der ortsfesten Infrastrukturen und damit auch der Rechenzentren sicher. An das Führungsnetz Schweiz sind verschiedene Nutzerstandorte, die Armeelogistikcenter (ALC), aber auch Kommandopostenund Radarstationen sowie Flugplätze angeschlossen.Die Datenanbindung von teilmobilen und mobilen Standorten wird mittels der Systeme aus dem Projekt Telekommunikation der Armee (Tk A) erreicht. Tk A ist dargestellt als hellblaue Platte. Die Truppen, die sich inBewegung befinden oder temporär an einem Standort verbleiben, können so Daten mit der NDP oder mit ortsfesten Nutzern austauschen. Führungs- und Informationssysteme nutzen diese Infrastruktur um Daten zusammeln, zu verarbeiten und wieder zu verteilen. Sensoren oder auch Waffensysteme können je nach Bedürfnis und technischen Möglichkeiten ortsfest mit dem Führungsnetz oder teilmobil mit Tk A angebunden werden.Die blaue Platte oben links zeigt, dass Teile des Führungsnetzes auch dazu dienen, das Sichere Datenverbundnetz (SDVN+) zu realisieren. Dieses Netz nutzt die Infrastruktur des Führungsnetzes. Die dunkelblaue Platte«Polycom» zeigt denjenigen Teil der Infrastruktur, der für die Alarmierung der Bevölkerung genutzt wird und ebenfalls das Fhr Netz CH als Transportmedium nutzt.SDVN+ macht weiter den Brückenschlag zu den Kantonen und den Betreibern kritischer Infrastrukturen.