Stefan Arn

«Wir halten uns auf dem aktuellsten Stand und lernen immer wieder Neues dazu.»

Stefan Arn, Leiter Berufsbildung Kartografie, Berufsbildner Geomatik, swisstopo
Stefan Arn, Leiter Berufsbildung Kartografie, Berufsbildner Geomatik, swisstopo

Was muss man sich unter dem Beruf Geomatiker/in genau vorstellen?

Geomatiker/in ist ein technischer Beruf, der vor allem im Schwerpunkt Kartografie auch wesentliche grafische Anteile beinhaltet. Seit 2010 gibt es ein neues Ausbildungsprogramm. Die Bereiche Amtliche Vermessung, Kartografie und Geoinformatik wurden neu als Schwerpunkte zum Ausbildungsberuf Geomatiker/in vereint.

Wie viele Lernende betreuen Sie hier im Bereich Geomatik?

Insgesamt bilden wir zurzeit 18 Lernende aus, pro Jahr also vier bis fünf Lernende. Wir haben die Anzahl der Ausbildungsplätze in den letzten Jahren laufend erhöht. Leider haben wir wenig Frauen, die eine Lehre zur Geomatikerin machen, was wir bedauern. Aktuell sind es drei.

Was gefällt Ihnen an der Arbeit mit den Lernenden?

Die Arbeit mit den Jugendlichen ist sehr vielfältig. Jeder Mensch hat individuelle Bedürfnisse. Diese erlebe ich bei den Jugendlichen als besonders ausgeprägt. Deshalb habe ich an mich und mein Team den Anspruch flexibel zu sein und in unterschiedlichen Situationen schnell und professionell zu handeln. Es ist sehr schön, mit jungen Menschen zu arbeiten und zu sehen, wie sie sich weiterentwickeln und schlussendlich nicht mehr auf uns angewiesen sind.

Was haben Sie durch die Arbeit mit den Jugendlichen gelernt?

Ich lerne immer wieder Neues dazu. Wenn man den Lernenden fachlich etwas beibringen will, muss man natürlich selber sattelfest und auf dem aktuellsten Stand sein. Wir sind aber auch offen, uns von den Lernenden unterrichten zu lassen. So organisierten die Lernenden vor kurzem einen Trigonometriekurs für die Berufs- und Praxisausbildner/innen.

Wie läuft bei Ihnen das Bewerbungsverfahren ab?

Interessierte können an unseren Informationsanlässen teilnehmen und sich für eine Eignungsabklärung direkt anmelden. Diese dauert einen Tag. Bei positivem Ausgang laden wir die Bewerbenden zu einem dreitägigen Schnuppern ein. Nach diesen drei Tagen entscheiden wir, ob eine Kandidatin oder ein Kandidat eine Lehrstelle erhält.

Wie stehen die Chancen auf dem Arbeitsmarkt?

Die Chancen stehen gut, da der Geodatenmarkt ein wachsender Markt ist und eine wichtige Rolle für die Volkswirtschaft spielt. Nach der Lehre kann man sich weiter spezialisieren und weiterbilden, beispielsweise auf Stufe Eidgenössicher Fachausweis in Geomatiktechnik oder auf Stufe Fachhochschule im Geomatikingenieurwesen.