Studie «Sicherheit 2018»: Schweizerinnen und Schweizer sind armeefreundlich

Eine klare Mehrheit der Schweizerinnen und Schweizer erachtet die Schweizer Armee als notwendig. Die Zufriedenheit mit der Leistung der Armee ist durchschnittlich und das Milizsystem wird von der Bevölkerungsmehrheit unterstützt. Die Hälfte der Befragten empfindet die Höhe der Verteidigungsausgaben gerade richtig. Dies zeigt die Studie «Sicherheit 2018» des Center for Security Studies, ETH Zürich und der Militärakademie an der ETH.

2018 fühlen sich Schweizerinnen und Schweizer im Allgemeinen sehr sicher. Zudem wird die Zukunft der Schweiz signifikant optimistischer und die zukünftige Entwicklung der weltpoliti-schen Lage weniger pessimistisch eingeschätzt. Die Angst vor Kriminalität ist gering und hat sich gegenüber dem Vorjahr nicht verändert. Signifikant mehr Schweizerinnen und Schwei-zer fühlen sich 2018 im öffentlichen Raum sicher gegenüber dem Vorjahr.

Notwendigkeit der Armee

Die markant positive Einstellung gegenüber der Schweizer Armee setzt sich auch 2018 fort. Aktuell erachten 81% (–1%) der Befragten die Armee als notwendig. In der Altersgruppe der 18 – 29-Jährigen finden 79%, dass die Schweizer Armee notwendig sei, was im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg um 10% bedeutet. Damit bekunden sie die gleiche Zustimmung wie die 30 – 59-Jährigen mit 77% (–6%). Die ab 60-Jährigen (87%, –1%) sehen wie in früheren Jahren die Notwendigkeit der Schweizer Armee signifikant stärker als die beiden anderen Altersgruppen. Während die Armee deutlich als notwendig erachtet wird, ist der Kenntnisstand gegenüber dem Reformprojekt Weiterentwicklung der Armee (WEA) gering. Im Januar 2018 gaben 48% der Befragten an, noch nie etwas über die WEA gehört zu haben. 39% der SchweizerInnen hatten zumindest davon gehört oder gelesen. 10% wissen im Grossen und Ganzen, um was es bei der WEA geht und nur 2% haben sehr grosse Kenntnisse der WEA, welche am 1. Januar 2018 in Kraft gesetzt wurde.

Gesellschaftliche Rolle der Armee

Mit den drei Antwortvorgaben, das Militär als zentralen Teil der Gesellschaft, als ein notwendiges Übel oder als eine abschaffungswürdige Institution einzuschätzen, wird seit 1976 die gesellschaftliche Rolle der Schweizer Armee gemessen. Für 43% (–3%) der Schweizerinnen und Schweizer spielt das Militär 2018 eine zentrale Rolle. Gleichzeitig sehen 44% (+2%) das Militär als ein notwendiges Übel an. Für 12% (+1%) stellt das Militär eine abschaffungswürdige Institution dar. Die Werte haben sich gegenüber 2017 nicht verändert.

Zufriedenheit mit der Leistung der Armee

Seit 2011 wird die Zufriedenheit mit der Leistung der Armee auf einer Skala von 1 bis 10 er-fragt. Dabei bedeutet 1 «überhaupt nicht zufrieden» und 10 «sehr zufrieden». Während die Zufriedenheit zwischen 2011 und 2012 etwas anstieg, sank sie 2013 leicht. Ab 2014 stieg die Zufriedenheit mit der Leistung der Armee leicht an. 2018 ist diese leicht aber signifikant ge-sunken und liegt nun bei 6.3 (–0.2). Aktuell entspricht die Zufriedenheit somit dem langjährigen Mittel (2011 – 2018) von 6.3.

Milizarmee versus Berufsarmee

Seit 2013 favorisiert die Bevölkerungsmehrheit eine Milizarmee gegenüber einer Berufsarmee. 2018 unterstützt wiederum eine Mehrheit von 56% (–3%) die Milizarmee. Eine Minder-heit von 40% (+3%) spricht sich indes für eine Berufsarmee aus. Die Zustimmung zur Berufsarmee bei der Kohorte der Wehrpflichtigen (18 – 29-Jährige) liegt aktuell bei 46% (+1%). Auch 2018 sind die 18 – 29-Jährigen bei der Frage nach der Wehrform nach wie vor gespalten.

Abschaffung der Wehrpflicht

Die Zustimmung zur Abschaffung der Wehrpflicht bleibt gegenüber dem Vorjahr gleich. 2018 sprechen sich 36% (±0%) für die Abschaffung der Wehrpflicht aus. Im Mehrjahresvergleich ist dies ein unterdurchschnittlicher Wert. Seit 2013 steht die Schweizer Bevölkerung wieder viel deutlicher hinter dem Prinzip der Wehrpflicht.

Verteidigungsausgaben

Die Einstellungen zu den Verteidigungsausgaben haben sich 2018 nicht signifikant verändert. Seit 2017 verharrt der Anteil derer, welche die Verteidigungsausgaben als «gerade richtig» bemessen, konstant bei 49% (±0%). Ausserdem bleibt die Auffassung, dass die Schweiz «viel zu viel / zu viel» Geld für ihre Verteidigung ausgebe, mit 36% (+2%) auf Vorjahresniveau. 11% (–1%) finden, dass die Schweiz «zu wenig / viel zu wenig» Geld für ihre Verteidigung ausgebe. Wird die Bejahung von gleichen oder höheren Ausgaben zusammengezählt, erreicht sie wie in den letzten drei Jahren einen Höchststand.

Terrorismusbekämpfung

Auch 2018 geniesst die Terrorismusbekämpfung in der Bevölkerung hohe Priorität. Sowohl die Zustimmung zur verstärkten Bekämpfung des Rechts- als auch des Linksextremismus sind hoch. Schweizerinnen und Schweizer haben differenzierte Ansichten zum Terrorismus. Fast einstimmig unterstützen Befragte die Ansicht, dass es «keine hundertprozentige Sicher-heit gibt und dass wir lernen müssen mit einer Restunsicherheit zu leben». Bei der Terrorismusbekämpfung vertraut die Schweizer Stimmbevölkerung den Sicherheitsbehörden. Eine Mehrheit gibt an, dass durch die «Erhöhung der Sicherheitsvorkehrungen terroristische Anschläge verhindert werden können».

Die Datenerhebung fand zwischen dem 4. Januar und dem 30. Januar 2018 statt. Dabei wurden insgesamt 1209 Stimmbürgerinnen und Stimmbürger in den drei grossen Sprachregionen der Schweiz (Deutschschweiz, Westschweiz, Tessin) telefonisch durch das Mei-nungsforschungsinstitut LINK befragt.