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Armeebotschaft 2021



Übersicht

Mit der Armeebotschaft 2021 beantragt der Bundesrat dem Parlament Verpflichtungskredite in Höhe von 2,3 Milliarden Franken für das Rüstungsprogramm, die Beschaffung von Armeematerial und das Immobilienprogramm VBS. Dabei setzt er fünf Schwerpunkte.

Führungs- und Kommunikationssysteme ausbauen

Erstens will der Bundesrat Führungs- und Kommunikationssysteme ausbauen. Damit ist die Armee rasch einsatzbereit und kann das gesamte Spektrum ihrer Aufträge erfüllen. Für 178 Millionen Franken soll das Führungsnetz Schweiz ausgebaut werden. Noch nicht verbundene, einsatzrelevante Standorte der Armee und des Bundes werden erschlossen. Auch sollen für 79 Millionen Franken die Ausstattung der Rechenzentren erneuert und für weitere 66 Millionen Franken Führungsinfrastrukturen der Luftwaffe angepasst werden. Diese Investitionen ermöglichen eine krisenresistente, geschützte und störungsfreie Kommunikation, die besser gegen Cyberangriffe geschützt ist als bisher.

Mobilität verbessern

Zweitens will der Bundesrat die Mobilität verbessern. Die Bodentruppen sollen künftig vermehrt mobil und im hybriden Konfliktumfeld eingesetzt werden können. Zum einen will er für 360 Millionen Franken die Fahrzeuge für die Panzersappeurinnen und -sappeure erneuern. Mit diesen Fahrzeugen können Hindernisse rasch entfernt und Absperrungen gebaut werden. Zum anderen will er 1- und 2-achsige Anhänger für 66 Millionen Franken ersetzen.

Schutz der Armeeangehörigen erhöhen

Den dritten Schwerpunkt setzt der Bundesrat beim Schutz der Armeeangehörigen. Die in den 1990er-Jahren beschafften Schutzausrüstungen gegen atomare, biologische und chemische Kampfmittel sollen für 120 Millionen Franken ersetzt werden. Der individuelle Schutz der Armeeangehörigen kann damit erhöht werden.

Logistikinfrastrukturen an die höhere Bereitschaft anpassen

Viertens will der Bundesrat Logistikinfrastrukturen an die höhere Bereitschaft anpassen. Er beantragt, für 163 Millionen Franken die Logistikinfrastruktur in Burgdorf auszubauen. Das bestehende Werkstattgebäude soll saniert und ein neues Logistikgebäude soll erstellt werden. Dieses bietet Platz für rund 2000 Fahrzeuge und 6000 Materialpaletten für die Ausrüstung der Truppen. Die Aussenstandorte in Rüdtligen-Alchenflüh und Bern können aufgegeben werden.

Ausbildungsinfrastrukturen modernisieren

Fünftens beabsichtigt der Bundesrat, Ausbildungsinfrastrukturen zu modernisieren. Er will die Waffenplätze in Frauenfeld (3. Etappe, 69 Mio. Fr.) und Drognens (2. Etappe, 45 Mio. Fr.) weiter verdichten. Zudem will er sich an der Indoor-Schiessanlage in Sion beteiligen (26 Mio. Fr.), das Ausbildungszentrum des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz in Schwarzenburg sanieren (34 Mio. Fr.) und Simulatoren für schultergestützte Mehrzweckwaffen beschaffen (51 Mio. Fr.).

Laufender Ausbau des Informatikschutzes

Der Bundesrat beantragt auch dieses Jahr die Beschaffung von Armeematerial. Es sind Kredite für die persönliche Ausrüstung der Armeeangehörigen, die Munition und die Informatik vorgesehen. Letzterer enthält wichtige Massnahmen zur Cyberabwehr. Die Armee braucht geschützte Informatikmittel und Netze. Deshalb wird der Informatikschutz laufend ausgebaut.

Armee erhöht Energieeffizienz

Mit der Armeebotschaft 2021 wird auch dem Klimaziel des Bundesrates Rechnung getragen. Das VBS spielt bei der Erreichung dieses Ziels eine wichtige Rolle. Insbesondere soll die Armee die Energieeffizienz erhöhen und zukünftig noch mehr erneuerbare Energie produzieren. Dazu ist der CO2-Ausstoss bis 2030 gegenüber 2001 um mindestens 40 Prozent zu reduzieren.

Die Armeebotschaft 2021 weist neu aus, wie viel die Investitionen zur Erreichung der Klimaziele beitragen. Mit Gebäudesanierungen konsequent im Minergie-Standard oder der Erneuerung der Fahrzeugflotte soll die Armee ihre Energieeffizienz verbessern. Zum Beispiel kann mit der Anpassung von Führungsinfrastrukturen der Luftwaffe der CO2-Ausstoss um jährlich rund 28 Tonnen gesenkt werden. Weiter werden mit dem Immobilienprogramm 2021 Photovoltaikanlagen mit einer Fläche von insgesamt 18 000 Quadratmetern an 13 Standorten gebaut. Diese erzeugen pro Jahr 2,8 Gigawattstunden elektrische Energie, was dem Verbrauch von 650 Haushalten entspricht.

Nutzen für die Volkswirtschaft

Das Rüstungsprogramm 2021 führt voraussichtlich zu Aufträgen an Schweizer Unternehmen von 697 Millionen Franken (82 Prozent der Verpflichtungskredite) und Kompensationsgeschäften von 134 Millionen Franken (15 Prozent). Damit führen 97 Prozent der Verpflichtungskredite zu zusätzlichen Aufträgen an die Unternehmen in der Schweiz. Zudem wird das Immobilienprogramm VBS 2021 vorwiegend in der Schweiz beschäftigungswirksam. Insbesondere die sicherheitsrelevante Industrie- und Technologiebasis sowie die Baubranche profitieren damit von Aufträgen im Umfang von 1,5 Milliarden Franken. Die Beschaffung von Armeematerial wurde dabei nicht berücksichtigt.

Schwerpunkte der Armeebotschaft 2021

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Führungs- und Kommunikationssysteme ausbauen, Mobilität verbessern, Schutz der Armeeangehörigen erhöhen, Logistikinfrastrukturen an die höhere Bereitschaft anpassen und Ausbildungsinfrastrukturen modernisieren.

Fitania

Telekommunikation der Armee, Führungsnetz Schweiz und Rechenzentren VBS/Bund.


Stand des Geschäftes

Der Nationalrat behandelt das Geschäft in der Sommersession, der Ständerat in der Herbstsession.

RP

Rüstungsprogramm 2021

Der Bundesrat beantragt mit dem Rüstungsprogramm 2021 Verpflichtungskredite im Umfang von 854 Millionen Franken.

Ausbau des Führungsnetzes Schweiz

Militärische Verbände benötigen ein unabhängiges und krisensicheres Kommunikationsnetz, damit sie in allen Lagen miteinander kommunizieren können. Das sogenannte Führungsnetz Schweiz ist ein standortgebundenes, fixes Datentransportnetz mit Glasfaserkabeln und Richtfunk-Verbindungen. Dessen Basis bildet ein bestehendes Kernnetz, das bereits weite Teile der Schweiz erschliesst.

Das Führungsnetz Schweiz können auch Betreiber von kritischen Infrastrukturen und zivile Behörden (z. B. Kantone, Grenzwachtkorps) nutzen.

Seit 2006 wird das Führungsnetz Schweiz laufend ausgebaut, modernisiert und vereinheitlicht. Bisher wurden Verpflichtungskredite von 720 Millionen Franken bewilligt (inkl. Immobilien). Das Datenvolumen nimmt laufend zu und damit auch die benötigte Rechnerleistung und Speicherkapazität. Die nun geplante Investition von 178 Millionen Franken soll die erforderlichen Bandbreiten schaffen. Zudem sollen noch nicht verbundene, einsatzrelevante Standorte der Armee und des Bundes an das Datennetz angeschlossen, weitere Anschlusspunkte zur Telekommunikation der Armee erstellt sowie bestehende Anschlusspunkte modernisiert werden. Die Systemvielfalt der militärischen Systeme wird reduziert. Schliesslich wird die Infrastruktur besser gegen physische Zerstörung und Zugriffe geschützt. Diese und weitere Massnahmen verbessern den Schutz gegen Cyber-Angriffe.

Bis Ende der 2020er-Jahre sind weitere Verpflichtungskredite von rund 175 Millionen Franken vorgesehen. Im Endausbau wird das Führungsnetz knapp 3000 Kilometer und mehr als 300 Benutzerstandorte umfassen. Die Datenübertragung erfolgt verschlüsselt.

Das Führungsnetz Schweiz ist Teil des Programms Führungsinfrastruktur, Informationstechnologie und Anbindung an die Netzinfrastruktur der Armee (Fitania). Dieses bündelt mit den weiteren Projekten Rechenzentren VBS/Bund (geschützte Datenverarbeitungs- und Speicher-Infrakstrukturen) sowie Telekommunikation der Armee (mobile und teilmobile Telekommunikation) die Informations- und Kommunikationsbedürfnisse der Armee. Verpflichtungskredite für die Projekte werden unabhängig voneinander beantragt.

Beschaffungsumfang (171,9 Mio. Fr.):

  • Netzkomponenten, Chiffriergeräte, Software, Lizenzen usw.;
  • Konzeptarbeiten, Integrationsleistungen, Installationen, Dokumentationen usw.

Risikozuschlag (3,6 Mio. Fr.) und Teuerung (2,5 Mio. Fr.)

Für das Führungsnetz Schweiz werden mit Ausnahme der Chiffriergeräte ausschliesslich zivile Komponenten verwendet. Da die Komponenten eine kurze Nutzungsdauer aufweisen, werden sie fortlaufend evaluiert und beschafft.

Bei der Konzipierung des Führungsnetzes wurden 2012 vier Varianten geprüft: erstens die Beibehaltung des bestehenden Netzes; zweitens die Entflechtung durch die physische Trennung sämtlicher Infrastrukturen, die gemeinsam mit anderen genutzt werden; drittens ein Outsourcing mit Erschliessung der einsatzrelevanten Standorte durch externe Anbieter und viertens die gewählte Erweiterung, Modernisierung und Vereinheitlichung des Führungsnetzes Schweiz. Die ersten drei Varianten wurden aus den folgenden Gründen verworfen: Mit der ersten hätten einsatzrelevante Standorte nicht erschlossen und Netzkomponenten nicht modernisiert werden können. Die zweite Variante wäre mit hohen Kosten verbunden und die dritte mit Unsicherheiten bezüglich Krisenresistenz behaftet gewesen.

Der jährliche Aufwand für die Instandhaltung wird sich auf 13 Millionen Franken belaufen – 4 Millionen Franken mehr als heute. Der Mehraufwand entsteht durch die 29 zusätzlich erschlossenen Standorte.

Durch den Ausbau des Führungsnetzes Schweiz werden zusätzliche Standorte der Armee erschlossen und Anschlusskästen erstellt oder umgerüstet. Zudem müssen Führungsinfrastrukturen angepasst und Glasfaserleitungen verlegt werden. Die geschätzten Ausgaben in den kommenden 10–15 Jahren von rund 100 Millionen Franken werden mit späteren Immobilienprogrammen des VBS beantragt.

Die zu beschaffende Ausrüstung soll von 2022 bis mindestens 2028 genutzt werden. Mit dem beantragten Ausbau kann das Führungsnetz bis Ende der 2020er-Jahre weiterbetrieben werden.

Da die Komponenten eine kurze Nutzungsdauer aufweisen, werden sie fortlaufend evaluiert und beschafft.

Ausstattung der Rechenzentren VBS

Für eine krisenresistente, geschützte und störungsfreie Kommunikation sind neben dem Führungsnetz auch moderne Rechenzentren erforderlich, um sowohl im Alltag wie auch bei erhöhten Spannungen oder in Krisen Daten zu verarbeiten und zu speichern.

Mit drei neuen Rechenzentren wird ein wesentliches Element der Informatikinfrastruktur des Bundes erneuert und besser gegen Cyberangriffe geschützt. Davon soll die Armee künftig zwei unterirdische Rechenzentren betreiben («Fundament» und «Kastro II»). Diese stellen den Einsatz armeerelevanter Applikationen und Systeme nicht nur im Alltag sicher, sondern auch im Falle von Krisen, Katastrophen und bewaffneten Konflikten. Das dritte Rechenzentrum «Campus» erfüllt zivile Schutzanforderungen und wird von der Armee und zivilen Bundesstellen genutzt. Die erforderlichen Kapazitäten der Rechenzentren werden laufend überprüft und bei Bedarf angepasst.  Die Bauten für die Rechenzentren «Fundament» und «Campus» wurden mit den Immobilienprogrammen 2013 und 2016 bewilligt. Das Rechenzentrum «Kastro II» soll in den nächsten Jahren gebaut und ausgestattet werden.

Die Armee benötigt umfangreiche Informatik- und Telekommunikationsleistungen, um ihre Aufträge zu erfüllen und die Führungsfähigkeit der Behörden von Bund und Kantonen zu unterstützen. Ihre Systeme müssen einen sicheren, krisenresistenten, autonomen und permanenten Austausch ermöglichen sowie Informationen aller Art (Sprache, Daten, Bilder usw.) verbreiten und speichern können. Eine standardisierte IKT-Infrastruktur und die Integration militärischer Systeme und Anwendungen sind für die Armee zentral: Nur so kann sie die bestehenden Rechenzentren- und IKT-Infrastrukturen in einem bereinigten und möglichst homogenen, effizienten und effektiven Zustand betreiben. Sie erreicht dies durch Standardisierung, Modularisierung und Erhöhung von Verfügbarkeit und Sicherheit.

Die Rechenzentren VBS/Bund sind des Programms Führungsinfrastruktur, Informationstechnologie und Anbindung an die Netzinfrastruktur der Armee (Fitania). Dieses bündelt mit den weiteren Projekten Führungsnetz Schweiz (Erschliessung ortsfester Standorte) sowie Telekommunikation der Armee (mobile und teilmobile Telekommunikation) die Informations- und Kommunikationsbedürfnisse der Armee. Verpflichtungskredite für die Projekte werden unabhängig voneinander beantragt

Die Bauten für die Rechenzentren «Fundament» und «Campus» wurden mit den Immobilienprogrammen 2013 und 2016 bewilligt. Die jeweilige Ausstattung mit den Informatikkomponenten erfolgt für die Armee über Rüstungsprogramme. Eine Erstausstattung wurde mit den Rüstungsprogrammen 2014 und 2017 beschlossen – sie wird schrittweise und modular realisiert. Nun sollen diese Rechenzentren mit weiteren Servern, Netzknoten, usw. ausgerüstet werden. Bei den zu beschaffenden Informatikkomponenten wie auch bei der Software handelt es sich um marktübliche Standardprodukte. Mit dem Rüstungsprogramm 2021 soll die Rechenkapazität erhöht werden. Dies im Einklang mit der Konzeption über den Verbund der Rechenzentren des Bundes. Zudem werden militärische Systeme wie das Führungssystem der Luftwaffe und Anwendungen wie SAP in die Rechenzentren überführt.

Beschaffungsumfang (75 Mio. Fr.):

  • Hard- und Software;
  • Konzeptarbeiten, Installationen vor Ort, Migration von Software, Inbetriebnahmen, Dokumentationen, usw.

Risikozuschlag (4 Mio. Fr.)

Das zu beschaffende Material ist auf dem Markt erhältlich. Der Lieferant wurde ausgewählt.

Verworfen wurde die Weiterentwicklung bestehender Systeme mit unterschiedlicher Architektur an mehreren Standorten (hohe jährliche Kosten, längere Interventionszeiten bei Störungen). Auch die Auslagerung von Betrieb und Instandhaltung einer einheitlichen Rechenzentren-Architektur an externe Partner wurde ausgeschlossen. Grund sind Zusatzkosten durch den erhöhten Koordinationsbedarf.

Der jährliche Aufwand für die Instandhaltung der beantragten Komponenten beläuft sich auf 6 Millionen Franken.

Die Ausstattung der Rechenzentren VBS erfordert keine zusätzlichen Massnahmen an den Immobilien. Das dritte Rechenzentrum VBS, «Kastro II», wird voraussichtlich mit dem Immobilienprogramm VBS 2023 beantragt.

Die zu beschaffende Ausrüstung soll von 2023 bis 2028 genutzt werden.

Die Rechenzentren werden von 2022 bis 2024 ausgestattet.

Erneuerung der Fahrzeuge für die Panzersappeurinnen und -sappeure

Bodentruppen sollen künftig vermehrt mobil und im hybriden Konfliktumfeld eingesetzt werden können. Panzersappeurinnen und -sappeure als Teil der Bodentruppen stellen die Mobilität der eigenen Verbände sicher. Sie beseitigen Hindernisse, entfernen Sperren oder öffnen Minengassen. Gleichzeitig errichten sie Hindernisse und schränken damit die Beweglichkeit gegnerischer Verbände ein.

Die Panzersappeurinnen und -sappeure verwenden gegenwärtig noch Raupenfahrzeuge, die seit 1963 im Dienst stehen. Diese Schützenpanzer erreichen 2030 ihr Nutzungsende und müssen ersetzt werden. Mit der Neubeschaffung sollen die Fähigkeiten der Panzersappeurinnen und -sappeure den aktuellen Bedrohungen angepasst werden, insbesondere dem gewandelten Konfliktbild und dem immer stärker überbauten Gelände.

Die zu beschaffenden Fahrzeuge (Piranha IV) zeichnen sich durch einen hohen Schutz der Truppe aus und sind mindestens so beweglich und mobil wie vergleichbare Raupenfahrzeuge. Zudem erfüllen neue Fahrzeuge strengere Abgasnormen und verbrauchen deutlich weniger Treibstoff. Sie sind damit umweltfreundlicher und energieeffizienter als die alten.

Die Beschaffung von Piranha IV entspricht dem Richtungsentscheid des Bundesrates, mechanisierte Verbände in Zukunft leichter und mobiler auszugestalten. Mit der Wahl dieses Radschützenpanzers für den 12-cm-Mörser 16 wurde ein geschütztes Standard-Fahrzeug etabliert, das je nach Bedarf ausgerüstet werden kann. Auch die künftigen Verbände der Panzersappeurinnen und -sappeure sollen einheitlich mit solchen Fahrzeugen ausgerüstet werden. Dies reduziert Betriebs- und Unterhaltskosten.

Beschaffungsumfang (307 Mio. Fr.):

  • 60 Panzersappeur-Fahrzeuge mit Waffenstation;
  • Räumschilde, Greifarme, Ausbildungsmittel usw.

Logistik (40 Mio. Fr.):

  • Ersatzmaterial, Dokumentation und Ausbildungsmaterial

Risikozuschlag (4 Mio. Fr.) und Teuerung (9 Mio. Fr.).

Geprüft wurde eine Nutzungsverlängerung der bestehenden Fahrzeuge. Diese Alternative hätte hohe Investitionen in ein bald 60-jähriges Fahrzeug zur Folge gehabt und wurde verworfen. Zudem schützen neue Fahrzeuge die Mannschaft besser und die Panzersappeurinnen und -sappeure werden flexibler einsetzbar.

Ein späterer Ersatz wurde geprüft und ebenfalls verworfen, denn der Aufwand für die Instandhaltung der vorhandenen Fahrzeuge nimmt laufend zu. Ersatzteile und Baugruppen sind kaum mehr erhältlich.

Fahrzeuge vom Typ Piranha IV wurden 2018 von der Truppe als Gefechtsfahrzeug erprobt und für truppentauglich befunden. Nach Kreditfreigabe wird die Serienproduktion vorbereitet.

Der jährliche Aufwand für die Instandhaltung wird sich auf 3 Millionen Franken belaufen – eine Million Franken mehr als für die zu ersetzenden Fahrzeuge aufgewendet wird.

Die Erneuerung der Fahrzeuge für die Panzersappeurinnen und -sappeure erfordert Anpassungen der bestehenden Ausbildungs- und Logistikinfrastruktur. Die nötigen Massnahmen werden im Rahmen des Projektes definiert und allenfalls in einem späteren Immobilienprogramm VBS beantragt.

Die zu beschaffenden Fahrzeuge sollen von 2026 bis 2055 genutzt werden. Ungefähr nach der Hälfte der Nutzungsdauer wird ein Werterhalt erforderlich.

Die Fahrzeuge werden voraussichtlich ab 2025 ausgeliefert.

1- und 2-achsige Anhänger

Die Armee ist in den vergangenen Jahrzehnten mobiler geworden. Um Einsätze erfüllen zu können und die Truppe auszubilden, benötigt sie ausreichende Transportkapazitäten. Material wird oft mit Anhängern transportiert. Damit werden Fahrten mit Motorfahrzeugen eingespart und die Umweltbelastung wird reduziert.

Heute verfügt die Armee über 5600 1-achsige Anhänger. Mehr als die Hälfte stammt aus den 1980er-Jahren und muss erneuert werden. Mit den Rüstungsprogrammen 2013 und 2016 wurde der Ersatz von 2500 1-achsigen Anhängern bewilligt. Nun sollen 1000 weitere Anhänger beschafft werden.

Ebenfalls erreichen 1000 2-achsige Anhänger nach 30 Jahren ihr Nutzungsende. Sie erfüllen die verkehrstechnischen Anforderungen teilweise nicht mehr. Mit vorliegendem Rüstungsprogramm soll ein Teil dieser Anhänger durch moderne 2-achsige Anhänger ersetzt und damit die Sicherheit im Strassenverkehr erhöht werden.

Beschaffungsumfang (60 Mio. Fr.):

  • 1000 1-achsige Anhänger;
  • 500 2-achsige Anhänger

Logistik (3,7 Mio. Fr.):

  • Ersatzmaterial, Dokumentation und Ausbildungsmaterial

Risikozuschlag (1,8 Mio. Fr.) und Teuerung (0,5 Mio. Fr.).

Die folgenden Alternativen wurden geprüft und verworfen:

  • Eine Requisition oder die Einmietung von geeigneten Anhängern ist nur sehr beschränkt möglich, da im zivilen Transportsektor nicht genügend Anhänger verfügbar sind und diese den militärischen Anforderungen nicht entsprechen (z. B. nicht koppelbar mit den Zugfahrzeugen, unpassendes Wannenprofil für Materialgestelle usw.).
  • Eine flächendeckende Ausrüstung der Verbände wurde verworfen, weil auch die Zugfahrzeugflotte nicht flächendeckend vorhanden ist.
  • Ein vollständiger Verzicht auf die Beschaffung wurde ebenfalls geprüft und verworfen, weil die Armee so nicht mehr über genügend Transportkapazitäten verfügen würde.

Die Beschaffung von 1-achsigen Anhängern wurde 2016 öffentlich ausgeschrieben. Der daraufhin abgeschlossene Vertrag kann für die vorliegende Beschaffung verlängert werden.

Die 2-achsigen Anhänger werden ebenfalls nach dem öffentlichen Beschaffungsrecht evaluiert. Die Lieferantenwahl erfolgt Mitte 2021 nach dem wirtschaftlich günstigsten Angebot.

Der jährliche Aufwand für die Instandhaltung wird sich auf 2,4 Millionen Franken belaufen – 0,9 Millionen Franken mehr als heute. Der höhere Aufwand wird durch zusätzliche 1-achsige Anhänger und durch elektronische Komponenten bei den 2-achsigen Anhängern begründet.

Die 1- und 2-achsigen Anhänger erfordern keine Massnahmen an den Immobilien, da es sich um die Ablösung einer bestehenden Flotte handelt.

Die zu beschaffenden Anhänger sollen von 2023 bis 2043 im Einsatz stehen.

Die Auslieferung erfolgt ab 2023.

Individuelle ABC-Schutzausrüstung

Der Schutz vor atomaren, biologischen und chemischen (ABC) Kampfmitteln ist eine wichtige Fähigkeit der Armee, damit sie ihre Aufträge unter allen Bedingungen erfüllen kann. Die wahrscheinlichste Bedrohung besteht in der Freisetzung von ABC-Kampf- und Gefahrstoffen und terroristischen Anschlägen mit toxischen Chemikalien. Auch technische Unfälle bei der Herstellung, Lagerung und beim Transport von Gefahrstoffen sind möglich. Armeeangehörige benötigen deshalb eine Ausrüstung, mit der sie gegen Kampf- und Wirkstoffe wie chemische Kampfstoffe, radiologische und toxische Substanzen, Bakterien, Viren, Toxine und Reizstoffe geschützt sind.

Vertiefte Untersuchungen im Labor Spiez haben ergeben, dass die aktuelle, in den 1990er-Jahren beschaffte Schutzausrüstung im Vergleich zu heutigen Textilien entscheidende Nachteile aufweist. Moderne, einteilige Anzüge schützen besser vor Kampf- und Gefahrstoffen, insbesondere auch gegen B-Agenzien und aerosolförmig ausgebrachte Kampfstoffe. Ausserdem ermöglichen sie einen beweglicheren Einsatz, weil sie aus flexibleren Materialien bestehen und eine höhere Atmungsaktivität aufweisen.

Der neue ABC-Schutzanzug entspricht der heutigen Technologie. Er schützt mindestens 6 Stunden lang vor chemischen Agenzien sowie vor der Kontamination und der Inkorporation von radioaktivem Material (Staub, Aerosole) sowie vor biologischen Wirkstoffen. Die Schutzleistung bleibt auch unter mechanischer Beanspruchung gewährleistet.

Alle Armeeangehörigen müssen sich im Einsatz gegen ABC-Bedrohungen schützen können. Dazu sollen sie im Bedarfsfall mit Einsatzanzügen ausgerüstet werden. Die Einsatzfähigkeit unter ABC-Bedingungen muss auch über längere Zeit gewährleistet sein. Deshalb werden beispielsweise für 17 000 Armeeangehörige in Milizformationen mit hoher Bereitschaft oder Berufsorganisationen drei Anzüge eingelagert.

Parallel zum Einsatz- wird ein Ausbildungsanzug beschafft. Die Handhabung und die Klimabedingungen dieser Anzüge sind gleich, sie bieten jedoch keinen ABC-Schutz und kosten rund ein Drittel der Einsatzanzüge.

Nein. Die ABC-Schutzmaske 90 gehört technologisch nach wie vor zu den weltweit besten Modellen und wird aktuell noch nicht ersetzt.

Beschaffungsumfang (112 Mio. Fr.):

  • 160 000 Einsatzanzüge;
  • 57 000 Ausbildungsanzüge.

Logistik (0,2 Mio. Fr.):

  • Ersatzmaterial, Dokumentation und Ausbildungsmaterial

Risikozuschlag (2,4 Mio. Fr.) und Teuerung (5,4 Mio. Fr.).

Geprüft wurden ein- und zweiteilige Schutzanzüge. Die zweiteilige Variante wurde verworfen, weil sie einen schlechteren Schutz bietet als die einteilige. Auch eine Nachbeschaffung der bestehenden Schutzanzüge wurde geprüft und verworfen. Der B-Schutz wäre nicht gewährleistet und könnte auch nicht nachgerüstet werden.

Für die Beschaffung wurde das Einladungsverfahren gewählt. Die Schutzanzüge wurden technisch geprüft und einem Truppenversuch unterzogen. Neben operationellen Aspekten wie Schutzwirkung, Funktionalität und Bewegungsfreiheit wurden auch wirtschaftliche Aspekte beurteilt wie Anschaffungs- und Nutzungskosten, Zuverlässigkeit und Termintreue der Lieferanten. Es verbleiben zwei mögliche Lieferanten in der Auswahl, der Typenentscheid wird 2021 gefällt.

Der jährliche Aufwand für die Instandhaltung wird sich auf 1,2 Millionen Franken belaufen – 0,8 Millionen Franken mehr als heute. 

Die zu beschaffende Ausrüstung soll von 2023 bis 2048 genutzt werden.

Simulatoren für schultergestützte Mehrzweckwaffen

Mit dem Rüstungsprogramm 2016 wurden schultergestützte Mehrzweckwaffen in drei Ausführungen beschafft. Sie unterscheiden sich nach Einsatzart: kurze Distanz, mittlere Distanz und hochmobile Einsätze. Sie erlauben es, Gegner in gepanzerten Fahrzeugen und in befestigten Stellungen oder Häusern zu bekämpfen. Die Mehrzweckwaffen werden ab 2020 eingeführt.

Diese für den Einsatz bestimmten Lenkwaffen eignen sich nicht für die Ausbildung. Um Soldaten und Gruppen effizient und realitätsnah auszubilden, werden deshalb Simulatoren beschafft. Die Ausbildung mit Simulatoren ist nicht nur sicherer, sondern auch um ein Mehrfaches günstiger und umweltschonender als mit echten Waffen. Durch ihren Einsatz gibt es zudem weniger Schäden an der Trainingsinfrastruktur und die Lärmemissionen werden reduziert.

Infanterie- und Panzertruppen setzen schultergestützte Mehrzweckwaffen ein. Damit sie ausgebildet werden können, müssen folgende Verbände gleichzeitig über Simulatoren verfügen: je ein Bataillon in den zwei Gefechtsausbildungszentren, Rekruten- und Kaderschulen der Infanterie und der Panzertruppen sowie zwei zusätzliche Bataillone, die ihren Wiederholungskurs ausserhalb der Gefechtsausbildungszentren leisten. Dazu braucht es 320 Simulatoren mittlerer Distanz und 425 kurzer Distanz. Zusätzlich sind bereits vorhandene Trefferauswerteanlagen anzupassen. Zu den Waffen für hochmobile Einsätze werden keine Simulatoren beschafft.

Beschaffungsumfang (45,9 Mio. Fr.):

  • 320 Laserschusssimulatoren für mittlere Distanzen;
  • 425 Laserschusssimulatoren für die Nahverteidigung;
  • 75 Zielscheiben für Laserschusssimulatoren.

Logistik (4,2 Mio. Fr.):

  • Ersatzmaterial, Dokumentation und Ausbildungsmaterial

 und Risikozuschlag (0,9 Mio. Fr.).

Neben der beantragten Variante wurde auch eine Vollausrüstung geprüft. Diese Variante wurde aus Kostengründen verworfen.

Ein Verzicht auf die Simulatoren wurde nicht geprüft. Die Verbandsausbildung mit Echtsystemen wäre auf den Schiessplätzen in der Schweiz nicht möglich.

Als Lieferantin wurde die Ruag AG gewählt. Sie hat Versuchsmuster entwickelt und diese 2020 geliefert. Truppenversuche wurden durchgeführt und die Truppentauglichkeit wurde erreicht.

Der jährliche Aufwand für die Instandhaltung wird sich auf 0,4 Millionen Franken belaufen. Damit sinkt der Aufwand gegenüber den heute eingesetzten Laserschusssimulatoren für die Panzerfaust, die durch die schultergestützten Mehrzweckwaffen abgelöst wird, um 0,2 Millionen Franken. 

Die zu beschaffenden Simulatoren sollen von 2024 bis 2039 genutzt werden.

Die Simulatoren sollen ab 2022 beschafft und ab 2024 eingeführt werden.

Bis zur Einführung der beantragten Simulatoren wird die Truppe in Schiesskinos und mittels dem bisherigen Simulator der Panzerfaust ausgebildet.

Allgemein

Das Rüstungsprogramm 2021 führt voraussichtlich zu Aufträgen an Schweizer Unternehmen von 697 Millionen Franken (82 Prozent der Verpflichtungskredite) und Kompensationsgeschäften von 134 Millionen Franken (15 Prozent). Damit führen 97 Prozent der Verpflichtungskredite zu zusätzlichen Aufträgen an die Unternehmen in der Schweiz.

Zudem wird das Immobilienprogramm VBS 2021 vorwiegend in der Schweiz beschäftigungswirksam.

Insbesondere die sicherheitsrelevante Industrie- und Technologiebasis sowie die Baubranche profitieren damit von Aufträgen im Umfang von 1,5 Milliarden Franken. Die Beschaffung von Armeematerial wurde dabei nicht berücksichtigt.

Die sicherheitspolitische Lage hat sich im vergangenen Jahr tendenziell weiter verschärft. Die Rivalität zwischen den USA, China und Russland und die damit einhergehenden Spannungen und Konflikte haben sich akzentuiert. Sie sind eine bestimmende Grösse der globalen Politik. Die multinationalen Organisationen, die seit dem Zweiten Weltkrieg die globale und europäische Ordnung prägen und auch für die schweizerische Sicherheits- und Verteidigungspolitik wichtig sind, zeigen deutliche Bruchlinien. Im Südosten Europas manifestieren sich offene Spannungen zwischen einzelnen Nato-Staaten, und auch das Verhältnis zwischen einzelnen europäischen Nato-Staaten und den USA ist weiterhin getrübt. Krieg und Krisen an der Peripherie Europas dauern an, haben sich teilweise verschlimmert und sorgen für Instabilität und Spannungen. Mit der Covid-19-Pandemie ist eine Krise dazugekommen, die zusätzlich destabilisierend wirkt. Sie hat kurzfristig bestehende Spannungen zwischen einzelnen Grossmächten verstärkt; die längerfristigen Auswirkungen auf die internationale Lage sind noch ungewiss.

Auch wenn sich die Sicherheitslage generell verschlechtert hat, bleibt ein bewaffneter Konflikt im unmittelbaren Umfeld der Schweiz in näherer Zukunft wenig wahrscheinlich. Er ist aber im weiteren Umfeld möglich. Die Schweiz muss alles unternehmen, damit sie auch in Zukunft nicht direkt Ziel eines militärischen Angriffs wird. Zunehmende Spannungen und militärische Konflikte an der Peripherie Europas haben direkte Konsequenzen für die Schweiz, beispielsweise durch die Verstärkung von Migrationsbewegungen oder die Begünstigung von Terrorismus. Der Trend steigender Verteidigungs- und insbesondere Rüstungsausgaben setzt sich auch in Europa fort. So haben sich die Nato-Mitgliedstaaten 2014 verpflichtet, bis Mitte der 2020er-Jahre zwei Prozent des Bruttoinlandprodukts für die Verteidigung aufzuwenden. Die meisten von ihnen dürften dieses Ziel erreichen. Inwieweit die Covid-19-Pandemie und ihre Folgen diesen Trend einer verstärkten militärischen Aufrüstung beeinflussen, bleibt abzuwarten.

Trotz der Modernisierung und des Ausbaus militärischer Potenziale in Europa ist eine direkte militärische Konfrontation zwischen der Nato und Russland in absehbarer Zukunft wenig wahrscheinlich. Stärker als militärische Gewaltanwendung herkömmlicher Art betreffen sogenannte «uneindeutige Kriege» und «hybride Bedrohungen» die Sicherheit der europäischen Staaten – und damit direkt und indirekt auch jene der Schweiz. Bei diesen Formen der Konfliktführung sollen ein Staat und seine Gesellschaft destabilisiert und gelähmt werden. Der Aggressor will seine Ziele erreichen, möglichst ohne die Armee des Verteidigers direkt zu konfrontieren. Dazu zielt er bevorzugt auf kritische Infrastrukturen ab, die sich häufig in städtischen, dicht überbauten Gebieten befinden. Sie lassen sich entweder mit Cyberangriffen, Sabotage und Terroranschlägen oder auch mit Aktionen von Sonderoperationskräften beeinträchtigen. Eine Störung oder gar ein Ausfall kritischer Infrastrukturen würden das ordentliche Funktionieren von Gesellschaft, Wirtschaft und Staat massiv beeinträchtigen. In der Logik dieser hybriden Konfliktführung erfolgt ein Angriff mit militärischen Kräften erst dann, wenn mit keiner koordinierten Abwehr mehr gerechnet werden muss.

Typisch für diese Form von Konflikten ist, dass sie nicht nur am Boden und im Luftraum ausgetragen werden, sondern auch im elektromagnetischen Raum und im Cyber-Raum sowie über sämtliche, auch neuen Kommunikationskanäle im Informationsraum, z. B. durch Verbreiten von Falschmeldungen und Propaganda. Wie aggressiv solche Beeinflussungsoperationen von einzelnen Staaten geführt werden, hat sich auch im Zuge der Covid-19-Pandemie gezeigt. Diese neuen, hybriden Formen der Konfliktführung haben die herkömmlichen nicht verdrängt, sondern mit zusätzlichen Mitteln (z. B. Cyberangriffe) erweitert.

Unmittelbar bleibt die Sicherheit der Schweiz durch Bedrohungen herausgefordert, die praktisch ohne Vorwarnzeit entstehen können. Die Covid-19-Pandemie ist ein Beispiel einer solchen unvorhergesehenen Krise. Die Palette möglicher Bedrohungen bleibt aber breit, die seit Jahren bestehende Terrorbedrohung unverändert. Anschläge sind grundsätzlich jederzeit möglich. Ähnliches gilt für Bedrohungen im Cyberraum, aus dem Weltraum und auch aus dem Luftraum: Cyberangriffe durch staatliche und nichtstaatliche Akteure sind bereits täglich Realität, ebenso Beeinflussungsoperationen und Spionagetätigkeiten via Satellitenaufklärung. In vielen Staaten befinden sich die Luftstreitkräfte in einer ständig hohen Bereitschaft. Sie können rasch grosse Distanzen überwinden, auch weit entfernte Lufträume verletzen und Ziele mit weitreichenden Waffen auf Dutzende oder gar Hunderte von Kilometern präzise bekämpfen.

Neben der aktuellen Pandemie bleiben auch andere Gefahren für die Sicherheit der Menschen relevant. Wegen ihrer Topografie ist die Schweiz Naturgefahren besonders stark ausgesetzt. Eine grosse Herausforderung ist der Klimawandel: Er dürfte vermehrt zu Überschwemmungen, Murgängen und Rutschungen führen, was sich nicht nur im Gebirge auswirkt, sondern auch das Mittelland in Mitleidenschaft ziehen kann. Zudem können Hitzewellen oder Trockenheit zu Waldbränden und Wassermangel führen.

Wichtige Grundlagen für die mittel- und längerfristige Ausrichtung der Armee sind die Berichte «Luftverteidigung der Zukunft – Bericht der Expertengruppe Neues Kampfflugzeug» (2017) und «Grundlagenbericht Zukunft der Bodentruppen» (2019). Gemäss diesen Analysen soll die Armee ihre Fähigkeiten in den kommenden zehn Jahren stärker auf ein hybrides Konfliktbild ausrichten – sowohl bei der Verteidigung in einem bewaffneten Konflikt wie auch bei der subsidiären Unterstützung der zivilen Behörden.

Die Verteidigung, die Kernkompetenz der Armee, umfasst sowohl defensive als auch offensive Einsatzverfahren und den Einsatz verschiedener Mittel im Verbund. Daneben muss die Armee auch in der Lage sein, zivile Behörden zu unterstützen, sei es bei Katastrophen, sei es bei Herausforderungen im Bereich der Sicherheit wie etwa beim Schutz internationaler Konferenzen, sei es bei der Bewältigung von Pandemien. Zudem engagiert sie sich auch weiterhin in der internationalen Friedensförderung, in erster Linie mit «High Value Assets», also spezialisierten Beiträgen, die für den Erfolg einer Friedensmission besonders bedeutsam und deshalb stark nachgefragt sind. Im Fokus stehen dabei Leistungen in den Bereichen Aufklärung, Überwachung von Räumen, taktischer Lufttransport und Kampfmittelbeseitigung. Die Armee soll auch fähig sein, zum Beispiel Genie- oder Logistikkontingente bis circa Kompaniestärke in internationale Friedensmissionen zu entsenden.

Zur längerfristigen, zielgerichteten Ausrichtung der Armee sind in den kommenden zehn Jahren Rüstungsinvestitionen in der Grössenordnung von 15 Milliarden Franken erforderlich. Das Ziel ist es, in den 2030er-Jahren schrittweise ein vollständiges, ausgeglichenes und kohärentes Streitkräftemodell entwickeln und erhalten zu können. Der Bundesrat hat deshalb beschlossen, die Ausgaben der Armee ab 2021 jährlich real um 1,4 Prozent zu erhöhen. Dies entspricht in etwa dem geplanten realen Wachstum der Ausgaben des Bundes.

Luftraum

Die Armee muss über den Luftpolizeidienst hinaus befähigt sein, während einer beschränkten Zeit und in einem beschränkten Raum eine gegnerische Luftüberlegenheit zu verunmöglichen oder zu erschweren. Gleichzeitig muss die Luftwaffe die Armee mit Luft-Boden-Einsätzen und Aufklärung aus der Luft unterstützen.

Neben der Beschaffung neuer Kampfflugzeuge und Mittel zur bodengestützten Luftverteidigung grösserer Reichweite sollen in den nächsten Jahren Fähigkeiten zur Luftlagedarstellung erhalten und weiterentwickelt werden (inkl. elektronische Aufklärung). Dafür sind Investitionen in Sensoren, Fliegerabwehrwaffen und Führungssysteme notwendig. Zudem sollen nicht nur Räume auf grössere Distanzen verteidigt werden können. Auch Systeme, Objekte und Verbände gilt es auf kürzere Distanzen gegen Bedrohungen aus der Luft zu schützen. Die heute vorhandenen Fliegerabwehrwaffen gelangen ans Ende ihrer Nutzungsdauer, was weitere Investitionen in Mittel zur bodengestützten Luftverteidigung unabdingbar macht.

Cyber

Kaum ein Bereich hat sich in den letzten Jahren so rasch und vielschichtig entwickelt wie der Cyber-, der Informations- und der elektromagnetische Raum. Dieser verbindet die physischen Wirkungsräume Boden, Luft und Weltraum. Darin werden Daten und Informationen zwischen Sensoren, Führungseinrichtungen und Wirkmitteln ausgetauscht und verknüpft. Erst so werden Einsätze der Armee plan- und durchführbar. Gleichzeitig finden im Cyber- und im Informationsraum sowie im elektromagnetischen Raum auch eigenständige militärische Operationen statt.

Die Armee muss zum Eigenschutz gegen sie gerichtete Aktionen im Cyberraum entdecken und neutralisieren können. Dazu soll sie ihre Fähigkeiten zur Erstellung des Lagebilds weiterentwickeln. Um sich im Cyberraum schützen und verteidigen zu können, muss die Armee selbst aktive Massnahmen durchführen können. Zudem muss sie in Krisen und bei Cyberattacken handlungsfähig bleiben. Dazu benötigt sie moderne Geräte und Systeme für die Sprachkommunikation und die Datenübermittlung. Dafür wird nicht nur in Material und Infrastruktur investiert; es muss auch konsequent Personal aufgebaut werden.

Bodentruppen

In einem hybriden Konfliktumfeld muss die Armee am Boden zu wirkungsvollen, präzisen und verhältnismässigen Aktionen fähig sein, insbesondere im überbauten Gelände, das für die Schweiz charakteristisch ist. Im Gegenzug kann sie Fähigkeiten abbauen, die in der Vergangenheit erforderlich waren, um raumgreifende Aktionen mechanisierter Grossverbände im offenen Gelände durchzuführen.

Die Armee benötigt in Zukunft noch mehr Fähigkeiten, mit denen sie einen Gegner vor allem im überbauten Gelände präzise bekämpfen kann. Gegnerische Kampffahrzeuge und Geniemittel muss sie mit indirektem Feuer bekämpfen können, sei es mit der Artillerie, mit Kampfflugzeugen oder mit weitreichenden Panzerabwehrwaffen. Besonders herausfordernd in überbautem Gelände ist die Nachrichtenbeschaffung. Dazu braucht die Armee neue Sensoren. Erhalten werden sollen zudem jene Fähigkeiten, mit denen sich Hindernisse im überbauten und offenen Gelände überwinden lassen. Zudem sollen die Bodentruppen mobiler sein, besser geschützt werden und mehr Wirkung erzielen können als heute. Dazu will die Armee veraltete Raupenfahrzeuge durch möglichst einheitliche und besser geschützte Radfahrzeuge ersetzen.

Innerhalb der Schweiz und im Rahmen von militärischen Friedensförderungsmissionen auch im Ausland werden Bodentruppen und Material über die Luft transportieren. Damit dies weiterhin möglich ist, sind Investitionen in neue Helikopter vorgesehen, weil sich Teile der heutigen Flotte ihrem Nutzungsende nähern.

Vernetzung

Militärische Einsätze bedingen heute einen hohen Grad an Vernetzung. Sind Führung, Sensoren und Wirkmittel miteinander vernetzt, können Aktionen gegen einen ebenfalls vernetzten Gegner erfolgreich sein. Dazu müssen Wirkungen in verschiedenen Räumen (Luft, Boden, Cyberraum, elektromagnetischer Raum) eng aufeinander abgestimmt sein.

Nebst hohem internen Vernetzungsgrad benötigt die Armee auch Fähigkeiten, mit denen sie in allen Lagen mit den zivilen Behörden zusammenarbeiten kann. Wichtig ist dabei der Nachrichtenverbund, bei dem grosse Datenmengen systemübergreifend bearbeitet werden.

Notwendig sind daher Investitionen in ein neues Informations- und Führungssystem, in die Rechenzentren, in verschiedene Kommunikationsmittel und in Fahrzeuge zur Führungsunterstützung. Zeitgleich prüft die Armee, wie sie vermehrt den Weltraum nutzen kann, insbesondere in den Bereichen Kommunikation und Nachrichtenbeschaffung.

AM

Beschaffung von Armeematerial 2021

Der Bundesrat beantragt für die Beschaffung von Armeematerial Verpflichtungskredite von 772 Millionen Franken. Diese umfassen die «Projektierung, Erprobung und Beschaffungsvorbereitung» (PEB), den «Ausrüstungs- und Erneuerungsbedarf» (AEB) sowie die «Ausbildungsmunition und Munitionsbewirtschaftung» (AMB).

Projektierung, Erprobung und Beschaffungsvorbereitung (PEB)

Die Armee hat mittel- und langfristig ihre Fähigkeiten weiter zu entwickeln. Dazu sind Systeme und Material der aktuellen Technologie anzupassen. Mit dem Verpflichtungskredit PEB werden Beschaffungen vorbereitet. Er wird für den Bau von Prototypen, für Tests, für Entwicklungsaufträge und für den Bereich Wissenschaft verwendet. Weiter werden Studien und Konzepte erarbeitet, technische Analysen erstellt, Software-Anwendungen entwickelt sowie Truppenversuche und Verifikationen durchgeführt. Dies alles reduziert die Risiken für später beantragte Beschaffungen.

Die Simulatoren zu den Fahrzeugen sowie zur persönlichen Ausrüstung und Bewaffnung wurden in den frühen 2000er-Jahren entwickelt und beschafft. Beide Simulatoren kommen gegenwärtig sowohl in den Gefechtsausbildungszentren (GAZ) für die Gefechtsausbildung sowie ausserhalb der GAZ für die Schiessausbildung zum Einsatz. Sie erreichen das Ende ihrer Nutzungsdauer und sollen abgelöst werden. Damit können Armeeangehörige bis in die 2040er-Jahre in- und ausserhalb der GAZ ausgebildet werden. Der Kredit ist für die Entwicklung und die Beschaffung von Prototypen, für technische Erprobungen und Truppenversuche vorgesehen.

In absehbarer Zeit werden das Panzerabwehrlenkwaffensystem TOW und der Panzerjäger 90 ausser Dienst gestellt (mit der Armeebotschaft 2018 bewilligt). Damit kann die Armee keine gepanzerten Fahrzeuge auf grosse Distanzen mehr abwehren. Um auch künftig über diese Fähigkeit zu verfügen, will sie ein neues System erproben. In einer ersten Phase ist ein fahrzeugunabhängig einsetzbares Waffensystem zu beschaffen. Eine allfällige Integration der Panzerabwehrlenkwaffe in Fahrzeuge ist erst in einer späteren Phase mit der Beschaffung von neuen Einsatzfahrzeugen geplant. Der Kredit soll für die Evaluation von Waffen- und Trainingssystemen sowie technische Erprobungen und Truppenversuche verwendet werden.

Die Armee setzt ihre Fähigkeiten im Cyberbereich derzeit primär zentral an ihren jeweiligen Standorten ein. Zukünftig soll sie dies auch dezentral tun. Um auf Bedrohungen im Cyberraum reagieren zu können, will sie ihren Cyberteams mobile Mittel zur Führung von taktischen Einsätzen im Bereich Cyberabwehr und Cyberoperationen zur Verfügung stellen. Der vorliegende Kredit wird für die notwendigen Studien, die Beschaffung eines Prototyps, technische Erprobungen und Truppenversuche verwendet.

Ausserdem soll die Armee künftig simulationsgestützte Schulungen für die Cyberabwehr und für Angriffe im Cyberraum durchführen können. Das Cybertrainingscenter, das ab 2025 operationell sein soll, deckt den Bedarf an Ausbildung und Training von Spezialistinnen und Spezialisten zur Bewältigung von Cyberangriffen ab. Neben der Schulung von praxisbezogenen Fähigkeiten der Vorfallbewältigung sollen neue Konzepte und Verfahren im Cyberbereich überprüft und validiert werden. Der Kredit wird für Studien, Materialbeschaffung, technische Erprobungen und Truppenversuche verwendet.

Der Panzer 87 Leopard kann nach aktueller Planung noch bis Mitte der Dreissigerjahre genutzt werden. Einzelne ältere Komponenten wie Beobachtungsmittel, Steuerposten und Motorkontrolleinheit sollen deshalb erneuert werden. Ausserdem treten altersbedingt vermehrt Schäden an den Getrieben der Fahrzeuge auf. Der Kredit wird für die Beschaffung von Baugruppen, Entwicklungen von Anpassungen, den Bau eines Prototyps sowie dessen technischer Erprobung und Truppenversuche verwendet.

Die Armeeangehörigen sind bei ihren Einsätzen bestmöglich zu schützen und mit technischen Hilfsmitteln zu unterstützen. Roboter können sie entlasten, indem sie beispielsweise die Bergung von Verwundeten oder den Nachschub von Gütern übernehmen. Dadurch werden Personen besser geschützt. In einem Projekt will die Armee deshalb marktreife Systemlösungen von ferngesteuerten, automatisierten und autonomen Systemen evaluieren und gegebenenfalls entwickeln. Das Projekt schafft zudem die Grundlagen, dass mit einer einheitlichen, modularen und multimissionsfähigen Plattform weitere Aspekte der Robotik untersucht werden können. Der Kredit wird für Studien, die Materialbeschaffung, Entwicklungen sowie technische Erprobungen und Truppenversuche verwendet.

Ausrüstungs- und Erneuerungsbedarf (AEB)

Neben den Rüstungsprogrammen macht der Verpflichtungskredit Ausrüstungs- und Erneuerungsbedarf (AEB) einen wesentlichen Anteil des Rüstungsaufwands aus. Dazu gehören beispielsweise die persönliche Ausrüstung, die Bewaffnung der Armeeangehörigen sowie das Material für die Führungsunterstützung. Auch Ersatz- und Nachbeschaffungen für bereits eingeführtes Armeematerial sind im Kredit enthalten. Weiter werden Änderungen vorgenommen, um das Armeematerial einsatzbereit zu halten. 

Artilleriematerial

Die Nutzungsdauer der Panzerhaubitze M109 soll von 2025 bis mindestens 2030 verlängert werden. Damit verhindert die Armee eine Fähigkeitslücke beim indirekten Feuer, bis sie ein Nachfolgesystem einführen kann. Mit dem beantragten Kredit werden Ersatz- und Verschleissteile für 5 Jahre nachbeschafft.

Flugmaterial

Das zweisitzige Schulungsflugzeug Pilatus PC-7 kommt bei der Grundausbildung von Pilotinnen und Piloten der Luftwaffe zum Einsatz. Die Flugzeuge wurden 1981 beschafft und letztmals 2008 modernisiert. Die Nutzungsdauer soll nun bis Ende der 2030er-Jahre verlängert werden. Mit dem Kredit will die Armee dringende Massnahmen wie die Aufrüstung der Kollisionswarnsysteme zur Sicherstellung der Lufttüchtigkeit realisieren. Weitere Massnahmen wird sie mit einem späteren Rüstungsprogramm beantragen.

Material für die Führungsunterstützung

Um den Betrieb und die Einsätze der Armee zu ermöglichen, müssen Informationen aller Klassifizierungsstufen zwischen IKT-Systemen aus unterschiedlichen Sicherheits- und Zuständigkeitsbereichen ausgetauscht werden können. Zum Schutz dieser Informationen soll ein redundanter Standort aufgebaut werden.

Der Informationsschutz spielt auch bei Einsatzsystemen eine wichtige Rolle. Für die F/A-18-Kampfflugzeuge, für Helikopter wie auch für die neu eingeführte Aufklärungsdrohne werden Krypto-Schlüssel verwendet, um den Datenaustausch zu verschlüsseln. Bisher wurden diese Schlüssel physisch verwaltet. Künftig sollen sie elektronisch verwaltet werden. Beantragt wird eine zweite Teilbeschaffung eines elektronischen Schlüsselverwaltungssystems, das eine schnellere und zuverlässigere Verschlüsselung ermöglicht.

Mit dem «Cyber-Fusion-Center» verfügt die Armee seit 2020 über eine permanent betriebene Überwachung von Cyberangriffen auf die militärischen Netzwerke und Systeme. Mit dem beantragten Kredit will sie die Effizienz und die Effektivität in der Bearbeitung von IKT-Sicherheitsvorfällen steigern, indem sie ein «Security Operations Center» errichtet.

Das Vorhaben «e-Pers-Miliz» soll den Angehörigen der Armee und des Zivilschutzes den digitalen Zugang zu ihren Dienstbüchlein und Leistungsausweisdaten ermöglichen. Es ersetzt künftig das physische Dienstbüchlein und den Leistungsausweis. Damit verbundene administrative Arbeiten und Verwaltungsprozesse sollen so vereinfacht und nur noch digital abgewickelt werden.

Die heutigen Aktivradare, auf deren Daten auch das Luftlagebild basiert, sind durch ihre elektromagnetische Abstrahlung leicht zu orten. Mit dem Passivradar «Silenzio» sollen ergänzende Sensoren und Ausrüstung beschafft werden. Sie erlauben es künftig, Objekte im Luftraum ohne eigene elektromagnetische Abstrahlung aufzuspüren und zu orten.

Die Alarmzentrale des VBS empfängt und verarbeitet durchgehend telefonisch oder elektronisch übermittelte Alarme wie Notrufe, Lift-, Brand- oder Einbruchalarme sowie technische Störungen. Diese Informationen werden auch von der Militärpolizei genutzt. Die bestehenden IT-Systeme der Alarmzentrale des VBS und der Führungs- und Einsatzleitzentrale der Militärpolizei sollen durch ein neues, gemeinsames System ersetzt werden.

Sanitätsmaterial und ABC-Material

Zur persönlichen ABC-Schutzausrüstung gehören Autoinjektoren, die bei C-Kampfstoffvergiftungen eingesetzt werden. Nach ihrem Verfalljahr 2022 müssen sie ersetzt werden. Ebenso müssen das Entgiftungspulver zur Dekontamination von Personen und persönlicher Ausrüstung sowie die Entgiftungslösung für Fahrzeuge, Waffen oder Geräte ersetzt werden.

Material für Versorgungs- und Transportdienst

Derzeit im Einsatz stehende Stromerzeugungsaggregate haben das Ende ihrer Nutzungsdauer erreicht und müssen ersetzt werden. Einen Ersatz braucht es auch für jene Aggregate, die alterungsbedingt einen zu hohen Wartungsaufwand und damit überdurchschnittliche Kosten verursachen.

Die heute auf den Militärflugplätzen eingesetzten Pistenreinigungs- und Pistenenteisungssysteme wurden zwischen 1996 bis 2000 beschafft. Sie erreichen das Ende ihrer Nutzungsdauer. Zudem erfordert der Luftpolizeidienst 24 eine effizientere Pistenreinigung und Pistenenteisung: Um die permanente Einsatzbereitschaft von zwei bewaffneten Kampfjets innert höchstens 15 Minuten zu erhalten, sollen die neuen Systeme spätestens 2024 beschafft werden.

Gepäck und besondere Ausrüstungsgegenstände

Viele der vor mehr als 50 Jahren beschafften Zelte sind beschädigt oder abgenützt. Sie sollen durch die Zeltplane 21 abgelöst werden.

Das Scharfschützengewehr 04 soll wegen Abnutzungserscheinungen durch das bereits eingeführte Scharfschützengewehr 18 ersetzt werden. Ein Ersatz dieser Systeme ist günstiger als ihre Aufrüstung, durch die Vereinheitlichung sinkt zudem der logistische Aufwand.

Ja. Die Beschaffungsvorbereitung wurde über den PEB-Kredit beantragt und die Beschaffung (Werterhalt) über den AEB-Kredit bzw. über den AMB-Kredit (Munitionsanteil).

Ausbildungsmunition und Munitionsbewirtschaftung (AMB)

In Friedenszeiten wird Munition grundsätzlich in der Ausbildung verschossen. Die verbrauchte Munition wird laufend ersetzt, Munitionsvorräte werden bewirtschaftet, revidiert oder teilweise liquidiert. Dafür wird mit dem jährlichen AMB-Kredit der ordentliche Bedarf gedeckt.

Rund 40 Prozent der jährlich beantragten Munition ist für die Ausbildung an der persönlichen Waffe der Armeeangehörigen bestimmt. Davon geht ein Drittel an die Schiessvereine für Schiessübungen, die sie mit Ordonnanzwaffen durchführen. Zudem wird jährlich Munition für die Ausbildung an anderen Waffensystemen eingekauft. Weiter beschafft die Armee auch Munition für den Einsatz.

Mit dem diesjährigen Kredit will die Armee insbesondere Gewehr- und Pistolenpatronen für die persönliche Waffe beschaffen. Weiter benötigt sie Übungshandgranaten für die infanteristische Ausbildung. Zudem ist der heutige, für den Einsatz vorgesehene Bestand an Nebelpatronen für Fahrzeuge überaltert und muss aus Sicherheitsgründen vollständig ersetzt werden.

Die Munitionsvorräte umfassen die Munition für die Ausbildung und den Einsatz. Sie werden unter Berücksichtigung militärischer und wirtschaftlicher Rahmenbedingungen bewirtschaftet. Da die Munition einem Alterungsprozess unterliegt, ist ihre Funktionssicherheit zeitlich befristet. Bei nahezu optimalen Lagerungsbedingungen in entsprechenden Munitionslagern kann die Funktionssicherheit auf teilweise mehr als 30 Jahre erstreckt werden. Während dieser Zeit wird die Munition systematisch überwacht und geprüft. Gibt es Anzeichen, dass ihre Sicherheit oder Wirksamkeit in Frage gestellt sind, so wird die Nutzung mit Auflagen versehen oder verboten. In der Folge wird die Munition revidiert oder entsorgt.

Veraltetes Armeematerial und veraltete Munition werden entsorgt, wenn die Anforderungen an den Schutz, die Sicherheit und die Wirkung nicht mehr erfüllt werden. Die Munition wird auch dann entsorgt, wenn das dazugehörige Waffensystem ausser Dienst gestellt wird. In den nächsten Jahren betrifft dies beispielsweise die Lenkwaffen zum Panzerjäger, zum Fliegerabwehrsystem Rapier oder zum Kampfflugzeug F-5-Tiger.

Vom Verpflichtungskredit werden 12 Millionen Franken für die Entsorgung von Armeematerial und 1,3 Millionen Franken für die Entsorgung von Munition verwendet. 

Die Entsorgung (Shreddern, Reststoffrückgewinnung usw.) oder der Verkauf von überzähligem, noch marktfähigem Armeematerial führt die Industrie durch. Der Ertrag aus dem Verkauf von Armeematerial überstieg in den letzten Jahren den Aufwand für die Entsorgung von Munition und Armeematerial. Ein Ertragsüberschuss fliesst in die allgemeine Bundeskasse.

Der Bund unterstützt die anerkannten Schiessvereine für die mit Ordonnanzwaffen und Ordonnanzmunition durchgeführten Schiessübungen (Art. 62 Abs. 2 MG). Das Schiesswesen ausser Dienst ergänzt und entlastet die Schiessausbildung an der persönlichen Waffe in den militärischen Kursen und Schulen. Es fördert auch die Schiessfertigkeit der Armeeangehörigen ausser Dienst und das freiwillige Schiessen (vgl. Art. 2 der Schiessverordnung vom 5. Dezember 2003). Dies steht im Interesse einer Milizarmee, die bei Bedarf rasch einsatzbereit sein muss.

Die Schiessvereine erhalten Abgeltungen in Form von Beiträgen (Entschädigungen) für das Durchführen des obligatorischen Schiessprogramms, des Feldschiessens und der Jungschützenkurse. Diese Beiträge nach Artikel 38 Bst. c der Schiessverordnung werden in der Bundesrechnung im Transferkredit «Beiträge Schiesswesen» ausgewiesen. 2019 beliefen sich diese Beiträge auf 8,6 Millionen Franken.

Die Schiessvereine erhalten vom Bund auch sogenannte Gratismunition und Ordonnanzmunition (verbilligte Kaufmunition; Art. 38 Buchstabe a und b der Schiessverordnung). Sie verwenden die Gratismunition für das obligatorische Schiessprogramm, das Feldschiessen und für die Jungschützenkurse.

Bei der Abgabe von Gratismunition und beim Verkauf von verbilligter Munition kann von einer Subvention gemäss Subventionsgesetz vom 5. Oktober 1990 ausgegangen werden. 2019 gab die Armee solche Munition im Wert von 17,9 Millionen Franken ab (Lager- und Transportkosten nicht eingerechnet). Die Schiessvereine bezahlten für diese Munition 7,7 Millionen Franken und erhielten damit Abgeltungen von 10,2 Millionen Franken.

Allgemein

Die jährlich notwendigen Verpflichtungskredite für die Projektierung und Erprobung, für den Ausrüstungs- und Erneuerungsbedarf sowie für die Munition wurden bis 2016 mit dem Budget unterbreitet. Mit der Armeebotschaft 2017 wurden sie erstmals als Kredite zum Armeematerial vorgelegt. Zusammen mit dem Rüstungsprogramm und dem Immobilienprogramm VBS werden damit die bedeutenden Verpflichtungskredite der Armee gemeinsam beantragt. Sie beeinflussen rund 40 Prozent der finanzierungswirksamen Voranschlagskredite des Armeebudgets. Damit kann sich das Parlament eine bessere Gesamtsicht über die Materialbedürfnisse der Armee machen.

Die Botschaft umschreibt den allgemeinen Zweck dieser Verpflichtungskredite. Dabei werden auch einige wesentliche Vorhaben oder Sammelpositionen erläutert. Eine Planung der anstehenden Beschaffungen liegt vor, die detaillierte Spezifikation erfolgt später. Die Spezifikationsbefugnis soll an das VBS delegiert werden. Die Planung wird den Sicherheitspolitischen Kommissionen und den Finanzkommissionen der beiden Räte vorgelegt.

Nein. Das Parlament beschliesst über den Zahlungsrahmen die maximalen Ausgaben der Armee. Der Bundesrat beantragt mit den Verpflichtungskrediten, für welche Investitionen die finanziellen Mittel verwendet werden sollen.

IP

Immobilienprogramm VBS 2021

Der Bundesrat beantragt mit dem Immobilienprogramm VBS 2021 Verpflichtungskredite im Umfang von 628 Millionen Franken.

Anpassung von Führungsinfrastrukturen der Luftwaffe

Das Luftraumüberwachungssystem Florako wird gegenwärtig modernisiert. Das Parlament bewilligte mit den Rüstungsprogrammen 2016 und 2018 die Erneuerung der Radare. Mit dem Rüstungsprogramm 2020 beschloss das Parlament zudem den Ersatz der Führungssysteme von Florako. In diesem Zusammenhang ist auch geplant, die Führungsinfrastrukturen von Florako an mehreren Standorten anzupassen. Diverse technische Einrichtungen, insbesondere im Bereich Brandschutz, entsprechen nicht mehr dem heutigen Stand der Technik und den gültigen Normen. Ersatzteile für die Anlagen der Gebäudetechnik sind teilweise nicht mehr verfügbar. Eine der beiden Anlagen muss zudem im Zuge der Sanierung auf den künftigen Betrieb ausgerichtet sowie an die Erfordernisse der dort betriebenen Systeme angepasst werden. Die Nutzung durch Dritte soll aus Sicherheitsgründen vom militärisch genutzten Bereich getrennt werden.

In den zwei Einsatzzentralen von Florako sollen Gebäudeteile instand gestellt, Einbauten rückgebaut sowie die Gebäudetechnik und der Innenausbau angepasst werden. Um Florako während der Bauarbeiten ohne Unterbruch redundant betreiben zu können, braucht es eine zusätzliche vollwertige Einsatzzentrale an einem provisorischen Standort. Weiter sind zwei Anlagen aus der Mitte des 20. Jahrhunderts sind zu sanieren, damit sie weiter genutzt werden können.

Eine der beiden Anlagen muss auf künftige Bedürfnisse ausgerichtet werden. Der Unterkunfts- und Verpflegungsbereich wird optimiert. Für das Führungsnetz Schweiz und das Flugfunk-Bodensystem werden Räumlichkeiten und Supportsysteme bereitgestellt. Die militärische Nutzung wird von der zivilen vollständig getrennt. Zudem soll der Schutz gegen aktive und passive Gefährdung verbessert werden. Für etwa einen Drittel der Anlagenfläche kann die Schutzstufe reduziert oder gar aufgehoben werden. Ausserdem werden im Zuge der Sanierung Sicherheits- und Personenschutzmassnahmen umgesetzt und Schadstoffe beseitigt.

In der anderen zu sanierenden Anlage wird die Erdbebenertüchtigung verbessert und die technische Infrastruktur in den Bereichen Elektro und Zutrittskontrollsystem erneuert. Der Schutz von Erschliessungsleitungen wird verbessert und nicht mehr benötigte Anlageteile werden stillgelegt. Auch in dieser Anlage werden Sicherheits- und Personenschutzmassnahmen umgesetzt und Schadstoffe beseitigt.

Auf einer Fläche von 120 Quadratmetern werden Photovoltaikmodule installiert. Diese werden pro Jahr rund 22 500 Kilowattstunden elektrische Energie produzieren.

Die Abwärme der neuen Kälteanlagen wird mittels Wärmerückgewinnung für die Beheizung und Warmwasseraufbereitung weitergenutzt.

Durch konsequente Nutzung der Abwärme mittels Wärmepumpe anstelle reinem Netzstrom und der Steigerung der Energieeffizienz durch neue Geräte sinkt der jährliche CO2-Ausstoss um rund 28 Tonnen.

Nebst der Variante mit Beibehaltung der bisherigen Raumanordnung ohne Reduktion der Schutzstufen wurden Varianten mit unterschiedlichen Raumanordnungen und -aufteilungen geprüft. Diese bieten jedoch keine relevanten Kostenvorteile und wurden verworfen. Für die beantragte Lösung haben nebst den wirtschaftlichen Vorteilen auch die betrieblichen Vereinfachungen den Ausschlag gegeben.

Die Realisierung soll in den Jahren 2022–2027 erfolgen.

Mit der Umsetzung des Projekts reduziert sich der Betriebsaufwand um jährlich 0,1 Millionen Franken. Die Bruttomietkosten der militärischen Anlage steigen durch die wertvermehrenden Bauarbeiten um rund 1 Million Franken pro Jahr.

Ausbau der Logistikinfrastruktur in Burgdorf

Die Erhöhung der Bereitschaft der Armee zieht Anpassungen der Logistikinfrastruktur nach sich. Die Armee benötigt zusätzliche Lager- und Betriebsflächen. Die in der Region dezentral vorhandene Infrastruktur soll in der Logistikinfrastruktur in Burgdorf konzentriert werden. Der Standort Burgdorf ersetzt den ehemaligen Logistikstandort Bern, der unter anderem zugunsten der Infrastruktur-Entwicklung der zivilen Bundesverwaltung aufgegeben wurde. Der Standort Burgdorf liegt nahe von Bern. Er verfügt über genügend Flächen.  Material und Fahrzeuge können vorschriftsgemäss gelagert werden. Zudem steht die erforderliche gedeckte Fläche zur Verfügung, damit Materialübergaben und Materialrücknahmen rasch und übersichtlich ablaufen. Die Logistikinfrastruktur stammt jedoch aus der Mitte der 1960er-Jahre. Die Hallen sowie das Werkstattgebäude haben ihr Nutzungsende erreicht. Hinsichtlich Statik und Erdbebensicherheit sind sie mangelhaft. Sie erfüllen ausserdem die gesetzlichen Normen und Standards sowie die Anforderungen an die Nutzung nicht mehr.

Der Ausbau der Logistikinfrastruktur in Burgdorf umfasst im Wesentlichen den Neubau eines Logistikgebäudes und die Gesamtsanierung des bestehenden Werkstattgebäudes. Die Aussenanlagen sowie der Schutz des Perimeters werden angepasst und eine neue Loge wird gebaut. Vier Hallen werden rückgebaut, eine davon nur teilweise.

Das zukunftsorientierte Nutzungskonzept der Logistikinfrastruktur für die militärische Ausrüstung ist polyvalent: Sie muss sehr flexibel und umnutzungsfähig sein. Die innere Verdichtung – kombiniert mit einer hohen Flächeneffizienz – erlaubt einen sparsamen Umgang mit dem Boden. Die hohe Nutzungsflexibilität des mehrgeschossigen Logistikgebäudes wird durch Nutzlastreserven in der Statik erreicht.

Das neue Logistikgebäude umfasst vier Geschosse für rund 2000 Fahrzeuge und 6000 Materialpaletten für die Ausrüstung der Truppen. Daneben werden Bereitstellungsflächen, Sicherheitsräume sowie zwei Prüfstrassen angeordnet. Das zu sanierende angrenzende Werkstattgebäude wird weiterhin als Instandhaltungswerkstatt für Radfahrzeuge und Verwaltungstrakt mit Büros und Rapporträumen verwendet.

Das geplante neue Logistikgebäude soll im Minergie-Eco-Standard gebaut und mit Rücksicht auf das Ortsbild gestaltet werden. Seine rund 2 Hektaren grosse, extensiv begrünte Dachfläche – einer Fläche von rund 3 Fussballfeldern oder rund ein Drittel der Arealfläche – schafft einen ökologischen Ausgleich zu den überwiegend versiegelten Umgebungsflächen. Das Dach dient zugleich als Rückhaltebecken mit verzögertem Abfluss für Regenwasser. Das Projekt liefert einen wertvollen Beitrag zur Biodiversität, zur ökologischen Vernetzung und zum schonenden Umgang mit dem anfallenden Regenwasser. Die zukünftige Grundwasserschutzzone der Grundwasserfassung Burgschachen wird im aktualisierten generellen Entwässerungsplan berücksichtigt.

Auf drei bestehenden Gebäuden werden Photovoltaikmodule mit einer Gesamtfläche von rund 6000 Quadratmetern installiert. Die produzierte Strommenge liegt bei 870 Megawattstunden pro Jahr – dem Bedarf von rund 220 Haushalten.

Als Alternative zum vorgeschlagenen Ausbau der Logistikinfrastruktur in Burgdorf wurde geprüft, ob der Bedarf mit den bestehenden Bauten in Burgdorf unter Einbezug von Aussenlagern gedeckt werden kann. Weiter wurde eine mögliche Synergienutzung mit Wangen a. A. untersucht. Die vorliegende Lösung in Burgdorf bringt hinsichtlich dem Standort, der Bedarfserfüllung, des Entwicklungspotenzials und der Wirtschaftlichkeit die grössten Vorteile. Die Sanierung des Werkstattgebäudes erwies sich als wirtschaftlicher als ein Neubau.

Die Realisierung soll in den Jahren 2023–2028 erfolgen.

Mit der Umsetzung des Projekts erhöht sich der Betriebsaufwand trotz der grösseren Nutzflächen um jährlich nur 0,1 Millionen Franken. Während das grössere Gebäudevolumen den Unterhaltsaufwand erhöht, können die Gebäude effizienter genutzt werden. Zudem entfällt mit der Aufgabe der Logistikinfrastrukturen in Bern ein Miet- und Betriebsaufwand von jährlich rund 3,0 Millionen Franken. Durch die wertvermehrenden Bauarbeiten steigen die Bruttomietkosten um jährlich 10,8 Millionen Franken.

Verdichtung des Waffenplatzes Frauenfeld, 3. Etappe

Der Waffenplatz Frauenfeld ist einer der wichtigsten Waffenplätze der Armee. Er wird hauptsächlich vom Lehrverband Führungsunterstützung genutzt. Wegen der vielfältig nutzbaren Infrastruktur sieht das Stationierungskonzept vor, den Standort längerfristig weiter zu nutzen und zu stärken. Die Anlage Auenfeld wurde Anfang der 1980er-Jahre geplant und in zwei Etappen (1983–1986 und 1996–2000) gebaut. Diverse Aussenstellen, die das Nutzungsende erreicht haben, sollen neu im Areal der Kaserne Auenfeld integriert werden. Im Gegenzug sollen in Frauenfeld die Stadtkaserne, das bestehende Zeughaus und das Motorwagendienstcenter, der Übungsplatz Haselbach in Rümlang und der gesamte Waffenplatz Dailly geschlossen werden. Weitere Nutzflächen in Dübendorf, Bülach und Kloten werden aufgegeben. Die Konzentration auf dem Areal Auenfeld begünstigt eine effiziente Ausbildung und reduziert die Betriebsaufwände.

Die Gesamtsanierung des Waffenplatzes und die Neubauten sind in vier Etappen geplant.

  • 1. Etappe mit dem Immobilienprogramm VBS 2016 (121 Mio. Fr.)
    Aufstockung des Kommandogebäudes, Ersatzneubau des Verpflegungszentrums sowie Neubau eines medizinischen Zentrums der Region, eines zusätzlichen Unterkunftsgebäudes und von drei Ausbildungshallen.
  • 2. Etappe mit dem Immobilienprogramm VBS 2020 (86 Mio. Fr.)
    Neubauten für Engineering, Tests und Ausbildung in den Bereichen Telekommunikation der Armee und Führungsnetz Schweiz, eine neue Halle für die Fahrtrainingsanlage, ein Werkhof und ein Retablierungsgebäude mit Werkstätten. Verlegung eines Ausbildungsplatzes, Anpassung der Zufahrt auf den Waffenplatz und Sanierung der Tankstelle.
  • 3. Etappe mit einem Immobilienprogramm VBS 2021 (69 Mio. Fr.)
    Neubau eines Unterkunftsgebäudes und einer zusätzlichen Ausbildungs- und Einstellhalle, Sanierung des Kommandogebäudes, Neubau der Vorplätze für die Unterkunftsgebäude und, Rückbau des Hauswartgebäudes für den Bau einer provisorischen Zufahrt auf den Waffenplatz, Umgebungsarbeiten.
  • 4. Etappe mit einem Immobilienprogramm VBS 2022 (95 Mio. Fr.)
    Ersatzneubau für die bestehenden Unterkunftsgebäude, Sanierung der bestehenden Ausbildungs- und Einstellhallen, Sanierung des Theoriegebäudes, Ersatzneubau der Wache und Überdachung des Waffenplatz-Haupteingangs, Umgebungsarbeiten.

Die dritte Etappe umfasst im Wesentlichen die Neubauten eines Unterkunftsgebäudes und einer Ausbildungs- und Einstellhalle sowie die Sanierung des Kommandogebäudes. Dessen Aufstockung wurde als Bestandteil der 1. Etappe bereits bewilligt. Das Projekt umfasst folgende Massnahmen:

  • Neubau eines Unterkunftsgebäudes mit ca. 600 Betten;
  • Neubau von einer zusätzlichen Ausbildungs- und Einstellhalle;
  • Sanierung des Kommandogebäudes mit 82 Arbeitsplätzen (inkl. energetische Sanierung);
  • Neubau notwendiger Vorplätze für die Unterkunftsgebäude und die entsprechenden Umgebungsarbeiten;
  • Rückbau des Hauswartgebäudes für den Bau einer provisorischen Zufahrt auf den Waffenplatz.

Die Ausbildungshalle wird im Minergie-Standard gebaut. Für das Unterkunftsgebäude kommt der Minergie-Eco-Standard zur Anwendung, für das Kommandogebäude der Minergie-P-Standard.

Auf den Dächern werden Photovoltaikmodule mit einer Gesamtfläche von rund 2800 Quadratmetern installiert. Die produzierte Strommenge liegt bei 515 Megawattstunden pro Jahr. Dies entspricht dem Bedarf von rund 130 Haushalten. Die überschüssig produzierte Energie wird an einem anderen VBS-Standort genutzt.

Beheizt wird der Waffenplatz mit der Abwärme des naheliegenden Rechencenters Campus. Es besteht die Möglichkeit, überschüssige Abwärme über ein zu erstellendes Energienetz Dritten zur Verfügung zu stellen.

Gefällte Bäume werden eins zu eins ersetzt. Die beiden Amphibiengebiete auf dem Gelände werden vernetzt. Die landwirtschaftliche Nutzung des ganzen Waffenplatzes wurde extensiviert und auf biologische Standards umgestellt.

Mit dem Immobilienprogramm VBS 2016 wurde der Ausbau und die Gesamtsanierung des Waffenplatzes beschlossen. Die 3. Etappe ist eine Folge dieses Entscheides. Damals wurde bereits die Sanierung der bestehenden Gebäude an den verschiedenen Standorten geprüft und verworfen. Diese Alternative wäre, betrachtet auf die Nutzungsdauer von 35 Jahren, 70 Millionen Franken teurer und könnte nicht alle Bedürfnisse erfüllen. Sie wäre nicht nachhaltig, weil die langfristige Nutzung nicht garantiert werden könnte. Die zur Aufgabe vorgesehenen Standorte könnten nicht veräussert werden.

Die vorliegende 3. Etappe ist eng mit der 1. Etappe verknüpft. Die gleichzeitige Ausführung spart Kosten und verkürzt die Bauzeit. Die im Immobilienprogramm 2022 geplante 4. und letzte Etappe konnte jedoch aufgrund deren noch zu geringen Planungsfortschritts nicht mit der 3. Etappe zusammengelegt werden.

Mit der Umsetzung des Projekts reduziert sich der Betriebsaufwand um jährlich 0,5 Millionen Franken. Die Bruttomietkosten betragen für die 3. Etappe 3,9 Millionen Franken pro Jahr.

Die Realisierung soll in den Jahren 2022–2024 erfolgen.

Verdichtung des Waffenplatzes Drognens, 2. Etappe

Die Armee will den Waffenplatz Drognens langfristig nutzen. Das Parlament beschloss mit dem Immobilienprogramm 2018 eine 1. Etappe für dessen Ausbau (40 Millionen Franken). Damit wird die Kapazität für die Unterkunft und die Verpflegung erweitert. Nach Abschluss dieses Ausbaus kann die Armee den Waffenplatz Freiburg und die Standorte in Chésopelloz, Moncor und Schiffenen aufgeben.

Mit der 2. Etappe soll der Waffenplatz weiter verdichtet werden. Er ersetzt anschliessend die von den Nachschubschulen genutzten und sanierungsbedürftigen Ausbildungsinfrastrukturen in Romont, Corbières und Belfaux. Diese Standorte sollen aufgehoben oder anderweitig genutzt werden.

Zur baulichen Anpassung und Erweiterung des Waffenplatzes Drognens sollen zwei Ausbildungshallen mit integrierten Theorieräumen gebaut werden. Neben der neuen Hallenfläche von 5060 Quadratmetern werden rund 25 000 Quadratmeter harte Aussenfläche für Ausbildungszwecke erstellt. Nach der Eröffnung des medizinischen Zentrums in Payerne kann das bestehende Ambulatorium zugunsten weiterer Theorieräume verkleinert werden. Zudem ist eine zusätzliche Mehrzweckhalle mit einem Fitnessraum geplant. Das Vorhaben umfasst auch die Sanierungen eines Ausbildungsgebäudes, mehrerer Gebäudehüllen sowie des Strassennetzes in der Länge von rund 3,5 Kilometern.

Die Gebäude werden in verschiedenen Minergie-Standards gebaut respektive saniert. Die zwei neuen Ausbildungshallen und die neue Turnhalle weisen den Minergie-A-Eco-Standard und den Minergie-P-Eco-Standard aus. Die Gebäudehüllen werden angelehnt an den Minergie-Standard saniert.

Auf geeigneten Dachflächen werden Photovoltaikmodule mit einer Fläche von rund 3700 Quadratmetern installiert. Die produzierte Strommenge liegt bei 763 Megawattstunden pro Jahr. Dies entspricht dem Bedarf von 184 Haushalten. Die überschüssig produzierte Energie wird an einem anderen VBS-Standort genutzt.

Als Variante wurde geprüft, die Ausbildung an den drei bestehenden Aussenstandorten fortzuführen. Diese müssten saniert und mit zusätzlichen Gebäuden ergänzt werden. Zudem würden Kosten für die täglichen Verschiebungen von Drognens an die Aussenstandorte anfallen. Die gewählte Variante hat sich über die gesamte Nutzungsdauer der Immobilien betrachtet als die wirtschaftlich günstigste Lösung erwiesen.

Mit der Umsetzung des Projekts reduziert sich der Betriebsaufwand trotz der grösseren Nutzflächen um jährlich 0,3 Millionen Franken. Die Bruttomietkosten für die Erweiterung und den Umbau des Waffenplatzes Drognens steigen durch die wertvermehrenden Bauarbeiten um netto rund 2,1 Millionen Franken pro Jahr.

Die Realisierung soll in den Jahren 2023–2026 erfolgen.

Beteiligung an der Indoor-Schiessanlage in Sion

Die Rekrutenschule der Militärpolizei ist seit 2018 auf dem kantonalen Waffenplatz in Sion stationiert. Die Rekrutinnen und Rekruten nutzen den bundeseigenen Schiessplatz Pra Bardy in Aproz. Die dadurch verursachte Lärmbelastung liegt regelmässig über den gesetzlich zulässigen Grenzwerten. Dies hat zu zahlreichen Reklamationen aus der umliegenden Bevölkerung sowie kommunaler und kantonaler Behörden geführt. Bereits vor Jahren wurde die Schiessausbildung am Standort Pra Bardy zeitlich beschränkt. Die Truppen müssen seither auf die Schiessplätze in Raron oder Saint-Maurice ausweichen, was den Schiesslärm lediglich verschiebt. Mehrkosten für Transporte, eine unnötige Umweltbelastung und ein erheblicher Verlust an Ausbildungszeit sind zusätzliche Folgen.

Seit Längerem plant der Kanton Wallis den Bau einer Indoor-Schiessanlage für die Ausbildung der Kantonspolizei. Eine Erweiterung um den militärischen Bedarf kann die Lärmproblematik nachhaltig lösen. Auf dieser Basis haben der Bund, der Kanton Wallis und die Stadt Sion im September 2020 eine Vereinbarung für den Bau einer gemeinsam genutzten Indoor-Schiessanlage abgeschlossen. 

Das Projekt von Bund, Kanton und Stadt bezweckt, die militärische Kurzdistanz-Schiessausbildung auf dem Waffenplatz Sion zu konzentrieren, und dadurch die Schiessaktivitäten in Pra Bardy, Raron und Saint-Maurice um rund 75 Prozent zu reduzieren. Der Kanton Wallis als Bauherr erstellt auf dem Waffenplatz Sion in rechtlicher Form des Stockwerkeigentums eine Indoor-Schiessanlage. Sie umfasst zehn Kurzdistanz-Boxen, wovon sieben vom Bund und drei vom Kanton Wallis genutzt werden sollen. Zur Anlage gehören auch gemeinsam genutzte Logistik- und Technikflächen. Die Investitionskosten von 32,5 Millionen Franken und die Betriebskosten teilen sich die beiden Parteien im Verhältnis ihrer Nutzungsanteile. Nebst der Armee und der Kantonspolizei kann die Anlage auch von weiteren Organisationen wie der Regionalpolizei, dem Grenzwachtkorps oder der SBB-Bahnpolizei genutzt werden. Der Kanton Wallis und der Bund haben das vorrangige Nutzungsrecht.

Die Schiessaktivitäten an den Standorten in Pra Bardy in Aproz, Raron und Saint-Maurice werden sich um rund 75 Prozent zu reduzieren.

Die Lärmproblematik auf den Schiessplätzen Pra Bardy in Aproz, in Raron und in Saint-Maurice wird nachhaltig gelöst. Durch die Konzentration der militärischen Kurzdistanz-Schiessausbildung auf dem Waffenplatz Sion fällt ein Grossteil der Truppentransporte zu den Aussenstandorten weg.

Eine Untersuchung hat gezeigt, dass die Lärmsanierung der bestehenden Kurzdistanz-Schiessanlage Pra Bardy mittels schallschluckender Teil-Überdeckung kein für alle Parteien befriedigendes Ergebnis verspricht. Die vorgeschlagene gemeinsam genutzte Indoor-Schiessanlage ist sowohl in Bezug auf die Lärmreduktion als auf die Investitionskosten die bevorzugte Lösung.

Die Realisierung soll in den Jahren 2022–2023 erfolgen.

Mit der Umsetzung des Projekts erhöht sich der Betriebsaufwand um jährlich 0,1 Millionen Franken. Die Bruttomietkosten für die Beteiligung an der Indoor-Schiessanlage steigen um 1,4 Millionen Franken pro Jahr.

Sanierung des BABS-Ausbildungszentrums in Schwarzenburg

Die Immobilien des BABS zählen zu den Immobilien des VBS. Sie werden durch armasuisse Immobilien bewirtschaftet und weiterentwickelt. Der Zahlungsrahmen der Armee umfasst neben dem Departementsbereich Verteidigung auch armasuisse Immobilien.

Nach über 30 Jahren hat ein Grossteil der baulichen Infrastruktur des Eidgenössischen Ausbildungszentrum des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz (BABS) das Nutzungsende erreicht. Hauptsächlich betroffen sind die Haustechnik, Dächer und Fassaden sowie der Innenausbau. Die Gebäude weisen zudem in den Bereichen Gebäudestatik, Wärmedämmung und Brandschutz Mängel auf. Um hohe Unterhaltskosten und technisch bedingte Ausfälle zu vermeiden, müssen die Gebäude gesamtsaniert werden. Daneben erfüllt der Seminarbereich die aktuellen Bedürfnisse nur noch unzureichend. Fahrzeuge und sensible Geräte können nicht witterungsgeschützt untergebracht werden.

Im Ausbildungszentrum des Bundesamts für Bevölkerungsschutz (BABS) in Schwarzenburg werden Organisationen, Kader sowie Spezialistinnen und Spezialisten des Bevölkerungsschutzes ausgebildet. Es soll neu zum nationalen Kompetenzzentrum Ausbildung für Katastrophen und Notlagen weiterentwickelt werden. Daneben soll die Infrastruktur auch weiterhin von externen Verwaltungseinheiten von Bund und Kantonen sowie von Organisationen aus dem Sicherheitsbereich für Tagungen und als Seminarhotel genutzt werden können.

Eine Gesamtsanierung ist vorgesehen für die zwei Schulgebäude, das Zentralgebäude mit Verpflegungsbereich, das Auditorium, zwei Plenarsäle sowie die fünf Unterkunftsgebäude mit insgesamt 169 Betten. Dabei soll das Einzelzimmerangebot ausgebaut werden. Verschiedene Nutzungsbereiche werden thematisch zusammengefasst, um Betriebsabläufe zu optimieren. Vorgesehen ist zudem ein Führungs- und Lageausbildungszentrum. Dieses soll in einem der beiden Schulgebäude untergebracht werden. Hierfür müssen die aktuell auf mehrere Gebäude verteilten Führungs- und Telekommunikationssysteme am neuen Standort zusammengeführt werden. Ausserdem soll die Seminarinfrastruktur modernisiert und im Zentralgebäude ein zeitgemässer Sport- und Freizeitraum eingebaut werden. Im Aussenbereich ist ein neuer Sportplatz geplant. Um Fahrzeuge witterungsgeschützt unterzubringen und sensible Geräte zu lagern, soll schliesslich eine frostsichere Fahrzeughalle gebaut werden.

Das Ausbildungsgebäude wird im Minergie-Standard saniert – angelehnt an die ECO-Kriterien. Neue Heizungen garantieren, dass die Wärme für das gesamte Ausbildungszentrum in Zukunft ausschliesslich mit erneuerbaren Energieträgern erzeugt wird. Der CO2-Ausstoss soll um rund 65 Prozent sinken. Die Abwärme der betrieblichen Kälteproduktion wird konsequent genutzt. Auf einer Fläche von rund 1400 m2 werden Photovoltaikmodule installiert. Die produzierte Strommenge liegt bei 216 Megawattstunden pro Jahr – dem Bedarf von rund 54 Haushalten. Die Umgebung soll naturnah gestaltet werden.

Es wurde eingehend geprüft, inwiefern Bauteile und Haustechnikinstallationen weiterverwendet werden könnten. Die gewählte Lösung entspricht einem Mittelweg: Die Variante «Maximale Gebäudesanierung» (auch jene Bauteile umfassend, welche ihr Nutzungsende noch nicht erreicht haben) und die Variante «Minimale Instandhaltung» (ohne jegliche energetische Gebäudesanierung) wurden aus wirtschaftlichen Gründen verworfen.

Eine dezentrale Variante wurde im Grundsatz geprüft. Diese wurde verworfen, weil sie den Aufbau der technischen Ausbildungssysteme, insbesondere der Alarmierungs-, Warn- und Kommunikationssysteme des Bundes, an mehreren Standorten erfordert hätte. Zudem würde eine effiziente Ausbildung verunmöglicht.

Die Realisierung soll in den Jahren 2023–2025 erfolgen.

Der jährliche Betriebsaufwand auf dem heutigen Stand. Durch die wertvermehrenden Bauarbeiten steigen die Bruttomietkosten um 0,8 Millionen Franken pro Jahr.

Weitere Immobilienvorhaben 2021

  • Aufbau der Infrastruktur für die Videoüberwachung
    Zum besseren Schutz des Materials vor Diebstahl und absichtlicher Beschädigung sollen Videoüberwachungsanlagen installiert werden. In einer 1. Etappe sind dafür 15 Standorte vorgesehen.
  • Anpassungen am Kontrollturm des Militärflugplatzes Emmen
    Das Platzangebot im Kontrollturm und in den Nebengebäuden reicht nicht mehr aus, um sämtliche technischen Systeme unterzubringen. Im Zusammenhang mit dem Einbau des neuen militärischen Anflugleitsystems muss die Infrastruktur angepasst werden.
  • Verdichtung am Standort Worblaufen
    Die Nutzung des Standorts Worblaufen soll verdichtet werden. Nach Anpassung und Sanierung der Bauten können Mietverträge für andernorts angemietete Flächen gekündigt werden.

  • Heizungsersatz in Payerne
    Die Ölheizungen der Piloten- und der Fliegerabwehr-Kaserne haben ihr Nutzungsende erreicht. Eine Lösung auf Basis erneuerbarer Energien soll sie ersetzen.
  • Gesamtsanierung der Mannschaftskaserne 2 in Emmen
    Die in 1984 erbaute Mannschaftskaserne 2 hat das Ende ihres ersten Nutzungszyklus erreicht. Sie muss umfassend saniert werden.
  • Sanierung und Ertüchtigung von Leitungskanälen, Thun
    Die begehbaren Leitungskanäle auf dem Waffenplatz Thun müssen saniert werden, um die Personen- und Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

  • Für mieterspezifischen Ausbau sowie fest installierte Betriebseinrichtungen und Mobiliar bei gemieteten Objekten;
  • Für Investitionsbeiträge zur Sanierung von Infrastrukturen wie Strassen und Seilbahnen, die gemeinsam mit Dritten genutzt werden;
  • Für teuerungsbedingte Mehrausgaben bei den Bauprojekten der Immobilienbotschaften VBS bis 2013 und bei weiteren Immobilien des vorliegenden Immobilienprogramms;
  • Für nicht versicherte Schäden an Bauten und Anlagen des VBS

Allgemein

Die militärischen Immobilien umfassen rund 4500 genutzte Gebäude und Anlagen im Kernbestand sowie 24 000 Hektaren Land. Der Wiederbeschaffungswert für die Standorte, die durch die Armee weiter genutzt werden, beträgt gegenwärtig etwas über 20 Milliarden Franken. Deshalb sind auch bei den Immobilien Prioritäten zu setzen. Mit der Weiterentwicklung der Armee (WEA) wurden im Stationierungskonzept die Standorte definiert, die aufgegeben werden sollen. Die Nutzung wird an den verbleibenden Standorten konzentriert, was die Schliessung von Standorten ermöglicht. Damit kann der Finanzbedarf für die Immobilien mittel- bis langfristig stabilisiert werden. Weiter sind Sanierungen sowie bauliche und technische Anpassungen notwendig, um den verbleibenden Immobilienbestand langfristig erhalten zu können. Die Waffenplätze Frauenfeld, Drognens, Thun und Chamblon stellen Schlüsselstandorte für die Umsetzung des Stationierungskonzepts dar und sollen ausgebaut werden. Im Gegenzug werden die Waffenplätze Freiburg, Lyss und Moudon mittelfristig geschlossen, womit anstehende Sanierungen vermieden werden können.

Das Immobilienprogramm VBS 2021 wird vorwiegend in der Schweiz beschäftigungswirksam.

Das Rüstungsprogramm 2021 führt voraussichtlich zu Aufträgen an Schweizer Unternehmen von 697 Millionen Franken (82 Prozent der Verpflichtungskredite) und Kompensationsgeschäften von 134 Millionen Franken (15 Prozent). Damit führen 97 Prozent der Verpflichtungskredite zu zusätzlichen Aufträgen an die Unternehmen in der Schweiz.

Insbesondere die sicherheitsrelevante Industrie- und Technologiebasis sowie die Baubranche profitieren damit von Aufträgen im Umfang von 1,5 Milliarden Franken. Die Beschaffung von Armeematerial wurde dabei nicht berücksichtigt.

Umwelt

Klimapaket und nachhaltige Immobilienbewirtschaftung

Energie


Der Bundesrat will die Treibhausgas-Emissionen und den Energieverbrauch der Bundesverwaltung senken. Die Armee spielt bei der Erreichung dieses Ziels eine wichtige Rolle. Sie soll die Energieeffizienz erhöhen und zukünftig noch mehr erneuerbare Energie produzieren. Dazu ist der CO2-Ausstoss bis 2030 gegenüber 2001 um mindestens 40 Prozent zu reduzieren. Möglichst alle Ölheizungen sollen – unabhängig vom Ende ihrer Nutzungsdauer – bis 2030 ersetzt werden. Die Armee betreibt bereits heute über 40 Photovoltaikanlagen, die zusammen rund 6 Gigawattstunden elektrische Energie pro Jahr produzieren. Dies entspricht dem durchschnittlichen jährlichen Energiebedarf von rund 1500 Haushalten. Bis 2030 soll die Produktionskapazität auf rund 25 Gigawattstunden pro Jahr steigen, was einem jährlichen Bedarf von 6250 Haushalten entspricht. Auch mit Gebäudesanierungen und der Erneuerung der Fahrzeugflotte soll die Armee ihre Energieeffizienz verbessern.

Der Bundesrat will die Treibhausgasemissionen und den Energieverbrauch der Bundesverwaltung senken. 2019 hat er die Departemente beauftragt, ein Klimapaket umzusetzen. Das VBS hat den CO2-Ausstoss bis 2030 gegenüber 2001 um mindestens 40 Prozent zu reduzieren. Die restlichen Treibhausgasemissionen sind durch Emissionsminderungszertifikate vollständig zu kompensieren.

Das VBS verfügt bereits seit 2004 über ein Energiekonzept. Im Rahmen dieses Konzepts richtete es 2010 die Bestrebungen zur Senkung der Energiekosten und des CO2-Ausstosses neu aus, um die energiepolitischen Ziele des Bundesrates umzusetzen. Für die nächste Dekade wird das Energiekonzept VBS durch den «Aktionsplan Energie und Klima VBS» abgelöst. Unter anderem sind darin folgende Massnahmen definiert:

  • Gebäudesanierungen
    In den letzten Jahren hat das VBS bei seinen Immobilien auf den Einbau von neuen fossil betriebenen Heizungen verzichtet. Die Wärme stammt aus erneuerbaren Energien wie Solar- und Umweltwärme, Geothermie, Biomasse, Holz und Wärmepumpen. Bis im Jahr 2030 sollen möglichst alle Ölheizungen ersetzt werden – unabhängig vom Ende ihrer Nutzungsdauer. Bei Sanierungen von Gebäuden oder beim Ersatz von Wärmeanlagen werden konsequent die technischen Vorgaben «Energie, Gebäude und Haustechnik» angewendet. Damit wurde gegenüber 2001 der jährliche CO2-Ausstoss bis heute um rund 24 000 Tonnen reduziert. Das VBS plant für den vorzeitigen Ersatz der Heizungen mit Investitionen von 87 Millionen Franken, womit der jährliche CO2-Ausstoss bis 2030 um weitere rund 20 000 Tonnen sinken soll.
  • Strom- und Wärmeproduktion
    Das VBS betreibt bereits heute über 40 Photovoltaikanlagen (PVA), die zusammen rund 6 Gigawattstunden elektrische Energie pro Jahr produzieren. Dies entspricht dem durchschnittlichen jährlichen Energiebedarf von rund 1500 Haushalten. Bis 2030 soll die Produktionskapazität auf rund 25 Gigawattstunden pro Jahr steigen, was einem jährlichen Bedarf von 6250 Haushalten entspricht.
  • Fahrzeugflotte
    Die Armee betreibt eine grosse Fahrzeugflotte. Den grössten Anteil bilden nicht gepanzerte Fahrzeuge mit einem Gesamtgewicht zwischen 3,5 und 40 Tonnen. Gegenwärtig sind 15 000 solcher Fahrzeuge im Einsatz, die 50 Millionen Kilometer pro Jahr zurücklegen. In den letzten Jahren wurde dieser Flottenteil laufend erneuert und der Treibstoffverbrauch dabei nachweislich reduziert. Diese Erneuerung soll fortgesetzt werden.

 

Die Immobilienbewirtschaftung des VBS legt grossen Wert auf eine nachhaltige Entwicklung des Portfolios. Mit den rund 4500 genutzten Gebäuden und Anlagen sowie den 24 000 Hektaren Land im Eigentum spielt die Umwelt im VBS eine wichtige Rolle. Folgende Massnahmen tragen zu einer nachhaltigen Entwicklung des Immobilienportfolios bei:

  • Baustandards
    In den Bauprojekten wird der Minergie-Standard angewendet. Je nach Gebäudekategorie und Projektart (Neubau oder Sanierung) kommen verschiedene Minergie-Standards oder Einzelbauteile nach Minergie-Modul zum Einsatz. Abhängig von der Gebäudekategorie werden die Standards mit dem Teil «Eco» für die Themen Gesundheit und Bauökologie ergänzt. Zudem orientiert sich das VBS am Standard «Nachhaltiges Bauen Schweiz» in den Bereichen Hochbau und Infrastruktur.
  • Bodenschutz und Altlastensanierung
    Die militärische Nutzung von Arealen kann den Boden belasten. Bei Schiessübungen können beispielsweise Schwermetalle aus der Munition ins Erdreich gelangen. Um dies zu verhindern, werden die Plätze – wo technisch möglich – mit künstlichen Kugelfängen ausgerüstet. Stillgelegte Schiessplätze werden untersucht und belastete Flächen saniert. Der Bundesrat rechnet mit Ausgaben von rund 360 Millionen Franken. Über die letzten Jahre wurden kumuliert rund 300 000 Quadratmeter Fläche auf militärischen Schiessplätzen und Schiessanlagen saniert.
  • Biodiversität und Naturschutz
    Flächen, die das VBS nutzt, sind ökologisch oft besonders wertvoll. Mit dem Programm «Natur Landschaft Armee» will das VBS die militärische und landwirtschaftliche Nutzung sowie die Naturwerte an den Standorten in Einklang bringen und die Biodiversität gezielt fördern. Die Wirkung des Programms wird jährlich mit einem Monitoring zur Biodiversität überprüft.
  • Schiesslärm
    Die Lärmschutzverordnung vom 15. Dezember 1986 legt verbindliche Belastungsgrenzwerte für den Lärm militärischer Waffen-, Schiess- und Übungsplätze fest. Das VBS ist verpflichtet, bis 2025 die Lärmbelastung auf all seinen Anlagen zu ermitteln und gegebenenfalls geeignete Sanierungsmassnahmen umzusetzen.
  • Integraler Gewässerschutz
    Das VBS wendet beim Betrieb eigener Trinkwasserversorgungen und Abwasseranlagen konsequent das Prinzip des «Integralen Gewässerschutzes» an. Dies stellt sicher, dass das Wasser in einer angemessenen Menge verfügbar und die Qualität über den gesamten Kreislauf gewährleistet ist.

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